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Die erste Meldung im Jahr 2018 stammt aus den Niederlanden,
wo im Januar bekannt wird, daß das im Vorjahr gegründete Unternehmen Port-Liner große vollelektrische
Lastkähne bauen will, die im August fertiggestellt und bei
einer Fahrt durch den Wilhelmina-Kanal in den Niederlanden eingeweiht
werden sollen. In der Presse erscheinen sie unter dem Namen ,Tesla-Schiffe’
und ,Teslas der Kanäle’ - obwohl sie mit der Automarke nichts zu tun
haben. Das Projekt im Umfang von 100 Mio. €, das von der EU mit 7 Mio.
€ gefördert wird, soll den Nahverkehr zwischen den Häfen von Amsterdam,
Antwerpen und Rotterdam verbessern. Der Antwerpener Hafen investiert
200.000 € in das Projekt.

Die Schiffe, die das Logistikunternehmen GVT einsetzen wird, sind 110 m bzw. 135 m lang, 11,4 m breit und können jeweils 270 (andere Quellen: 280) Standardcontainer laden. Die Akkus der deutschen Firma Tesvolt aus Wittenberg sind ebenfalls in Containern untergebracht. An Bord der intern EC110 und EC135 genannten Schiffe sind vier Stück, die zusammen eine Kapazität von rund 7,2 MWh haben, was für rund 35 Stunden Fahrt ausreicht. Sind die Akkus leer, werden sie im Hafen gegen volle ausgetauscht. Einen Akku zu laden dauert rund vier Stunden.
Für den Transport auf Kanälen zwischen den Niederlanden und Belgien plant Port-Liner noch einen kleineren Schiffstyp EC52. Dieser ist 52 m lang und 6,7 m breit und kann 24 Container sowie 425 Tonnen Schüttgut laden. Das Schiff ist mit einem einzelnen Akkucontainer ausgestattet, der eine Fahrzeit von 15 Stunden ermöglichen soll. Das erste Schiff dieses Typs soll zwischen Antwerpen und Budel an der niederländisch-belgischen Grenze pendeln und ebenfalls noch in diesem Jahr einsatzbereit sein.
Insgesamt will Port-Liner in den nächsten zwei Jahren elf Elektroschiffe bauen, fünf kleine und sechs große. Andere Quellen sprechen von 15 Schiffen. Alleine die sechs großen Lastkähne könnten dabei helfen, daß in den Niederlanden im Jahresdurchschnitt 23.000 LKW weniger benötigt werden. Die Schiffe sollen anfangs mit Mannschaft fahren, geplant ist aber, sie zu einem späteren Zeitpunkt autonom fahren zu lassen. Zwar behauptet die Firma, daß alle in Bau befindlichen Schiffe bereits an Reedereien und andere Unternehmen vermietet seien, doch tatsächlich ist später von dem ganzen Projekt nichts mehr zu hören.
Im Februar 2018 erfolgt der Stapellauf der Roald Amundsen, einem Expeditionsschiff der norwegischen Reederei Hurtigruten AS, das als das erste Schiff seiner Klasse mit einem Hybridantrieb ausgestattet ist.

Der 140 m lange und 23,95 m breite Schiffsrumpf ist speziell für die Polargebiete entwickelt und hat einen Axtbug, der Antrieb erfolgt über zwei Propellergondeln. In dem für 490 (andere Quellen: 530) Passagiere ausgelegten Schiff sind mehrere Schränke voller Lithium-Ionen-Akkus eingebaut, die die Dieselmotoren unterstützen sollen und das Schiff mindestens 30 Minuten lang rein elektrisch antreiben können.
Die eigentlich für den Oktober geplante Jungfernfahrt beginnt tatsächlich erst Anfang Juli 2019 im norwegischen Tromsø mit Kurs auf Hamburg. Im Juli 2020 wird bei mehreren Crewmitgliedern und später auch bei Passagieren der Coronavirus festgestellt, was zu einer allgemeinen Quarantäne führt.
Im Rahmen einer Abspaltung von Hurtigruten Expeditions geht die Roald Amundsen im Februar 2025 in das Eigentum der Reederei HX Expeditions (HX) über, die seitdem unter HX Group plc mit Hauptsitz in London firmiert.
Bei der Auftragserteilung im Juni 2016 an die Kleven Verft war auch das Schwesterschiff Fridtjof Nansen bestellt worden, wobei die damals geplanten Kosten pro Schiff auf 220 Mio. $ geschätzt wurden. Dieses Kreuzfahrtschiff sollte ursprünglich im Sommer 2019 abgeliefert und 2020 in Dienst gestellt werden, eröffnet aufgrund der COVID-19-Panik aber erst im Januar 2022 die Norwegen-Expeditionsreisen-Saison der norwegischen Reederei. Ein drittes Schiff wurde im Oktober 2018 bestellt und sollte ursprünglich im zweiten Quartal 2021 abgeliefert werden. Dies scheint bislang aber nicht erfolgt zu sein (Stand 2025).
Darüber hinaus ist im November 2018 zu erfahren, daß bis 2021 mindestens sechs Hurtigruten-Schiffe teilweise mit verflüssigtem Biogas aus Fischabfällen betrieben werden sollen, in Kombination mit Flüssigerdgas und großen Batteriepaketen.

Das Hyundai Design Centre Europe stellt im März auf dem Genfer Autosalon 2018 die Designstudie Hyundai Kite Concept Car vor, die in Zusammenarbeit mit dem Turiner Istituto Europeo di Design (IED) entstanden ist. Das Konzept ist ein Fahrzeug ohne Dach, Türen und Fenster, das sich mit wenigen Handgriffen von einem zweisitzigen, elektrisch angetriebenen Buggy in einen Jetski mit einem Sitzplatz verwandelt.
Der Buggy hat eine Länge von 3,75 m und eine Höhe von 1,45 cm. Tragendes Element ist ein Monocoque-Chassis. Angetrieben wird der Hyundai Kite sowohl auf der Straße als auch auf dem Wasser elektrisch. Beim Betrieb des Buggys auf der Straße und im Gelände sorgen vier Elektromotoren in den Rädern vor Vortrieb, auf dem Wasser hingegen eine elektrische Strahlturbine. Nähere technischen Details werden nicht genannt.
Bedauerlicherweise scheint es bei der einmaligen Präsentation geblieben zu sein, von einer praktischen Umsetzung oder gar einer Produktion ist nichts bekannt.
Einen Schritt näher an die Realität kommt das elektrische Surfbrett Blea Shark, für dessen Produktion im April eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter startet. Das Unternehmen Blea Electric Surfboards (o. Blea Surf) hatte Anfang 2015 mit der Entwicklung des Surfbretts begonnen und Anfang dieses Jahres seinen dritten Prototyp fertiggestellt.

Der Shark wird nun in zwei Modellen angeboten - dem Performance und dem Sport. Der aus verstärktem Polymer gefertigte Shark Performance wiegt einschließlich Batterie 30 kg und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 32 km/h. Der Shark Sport aus Karbonfaser wiegt dagegen 27 kg und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 48 km/h.
Beide Modelle verfügen über einen austauschbaren Akku, der eine Fahrzeit von 40 - 70 Minuten ermöglichen soll. Der Fahrer steuert die Geschwindigkeit über einen Handgashebel, während ein am Handgelenk angebrachter Kill-Schalter verhindert, daß das Brett ohne ihn weiterfährt, wenn er herunterfällt. Weitere technische Details sind nicht zu finden. Die Pläne sehen vor, daß das Performance letztendlich 5.999 $ und das Sport 8.999 $ kosten sollen, während sie bei der aktuellen Kampagne für nur 2.999 $ bzw. 3.999 $ angeboten werden.
Der bescheidene Zielbetrag von 24.000 S$ (~ 15.600 €) wird mit einem Ertrag von 218.480 S$ durch 47 Unterstützer beträchtlich überschritten, doch die letzte Meldung im September 2019 besagt, daß das Team bislang nur fünf Boards verschickt hat. Es ist auch nicht klar, wo die Firma eigentlich beheimatet ist, wobei es sich bei der gewählten Währung um Singapur-Dollar handelt, was ein Hinweis sein könnte. In den Kommentaren wird später von Betrug gesprochen, und daß nicht ein Käufer sein Produkt erhalten habe.
Die Nennung dieses elektrischen Surfbretts soll als Anlaß genommen
werden, den Stand der Dinge auf diesem Sektor der Mikromobilität
in einem Schwerpunkt zusammenzufassen, der auch Wakeboards umfaßt.
Über die Entwicklung des JetBoard der Firma PowerSki International wurde bereits in der Jahresübersicht 2005 berichtet. Den WaveJet als Zusatzpod für Boards aller Art sowie das jetbetriebene Bodyboard Kymera findet man in der Übersicht 2012; das MXP-3 der Firma Waterwolf sowie das Surfbrett Aquila in der Übersicht 2014; und das Lampunga-Board sowie das eBoard der Firma J-Force in der Übersicht 2015. Die sehr speziellen Tragflächen-Surfbretter werden im Schwerpunkt der Übersicht 2017 behandelt (s.d.).
Im September 2014 wird auf dem Cannes Yachting Festival zudem das elektrische Wakeboard Radinn vorgestellt, welches die schwedischen Unternehmer Alexander Lind und Philip Werner entwickelt haben.

Das Board, das derzeit als Prototyp in Betrieb ist, hat einen Karbonfaserkörper, ein salzwasserbeständiges Jet-Antriebssystem und wird von einem Nickel-Mangan-Kobalt-Wechselakkupack in einem wasserdichten Fach angetrieben. Das Board wiegt inklusive Akku etwa 29 kg und wird über eine kabellose Handfernbedienung gesteuert.
Das ziemlich dünne und wendige Board, das unter dem Namen Radinn Carve (o. Radinn G3 Standard Carve Phantom Shape) vermarktet wird, kann derzeit mit bis zu 25 Knoten (46 km/h) fahren, obwohl die endgültige kommerzielle Version noch schneller sein wird. Eine Akkuladung soll für 45 - 60 Minuten bei gemischten Geschwindigkeiten oder 20 - 30 Minuten bei voller Fahrt reichen. Das Brett kostet 17.000 $ (andere Quellen: 18.640 $) und soll noch in diesem Winter in Produktion gehen, die Auslieferung an Vorbesteller ist für 2015 geplant. Eine zusätzliche Wechselbatterie wird für 6.000 $ angeboten.
Der Hersteller Radinn bringt im Januar 2018 eine schnellere, günstigere und langlebigere Version des elektrischen Jetboards auf den Markt: Das G2X mit einer 2,8 kWh Batterie, die für etwa 25 Minuten Fahrzeit bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gut ist, kostet 12.300 $, ein Wechselakku 3.717 $.

Das in Schwarz oder Weiß erhältliche und rund 40 kg schwere G2X (o. Radinn Freeride) kann auch mit einem größeren 3,7 kWh Akku aufgerüstet werden, der für zusätzliche 5.580 $ zu haben ist und die Reichweite um etwa 40 % erhöht. Ein weiteres kostenpflichtiges Upgrade schaltet den ,Radical’-Modus frei, der die Höchstgeschwindigkeit auf 58 km/h steigert. Geplant ist ferner ein Tragflächenaufsatz, der den Hauptdüsenmotor ersetzt.
Ein drittes Modell, das als das bisher sportlichste und robusteste bezeichnet wird, kommt im Dezember 2021 auf den Markt. Das X-Sport verfügt über einen neu gestalteten Rumpf, bei dem eine Kunststoffolie um einen luftigen Polystyrolkern und integrierte Glasfaserschichten nebst Streifen aus Karbonfasern herum thermogeformt wird, daß er Stöße und Schläge besser aushält. Daneben gibt es ein Vierfach-Finnen-Setup, zwei hinten und zwei vorne, wodurch die Benutzer standardisierte FCS II-Finnen in drei verschiedenen Konfigurationen einbauen und eine höhere Stabilität erreichen können.
Das 1,9 m lange und 0,78 m breite X-Sport ist mit einem 2,5 kWh Akkupack ausgestattet, das eine Fahrzeit von 25 Minuten ermöglicht, und wiegt insgesamt 45,6 kg. Eine Version mit erweiterter Reichweite ist mit einem 3 kWh Akkupack ausgestattet, das 30 Minuten Fahrzeit ermöglicht. Der Jetpack G3-Antrieb ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 44 km/h, der Jetpack G3 Pro sogar 56 km/h. Die Preise beginnen bei 11.215 $, während Leistungserweiterungen in Form eines größeren Akkus und eines stärkeren Motors für jeweils 2.255 $ Aufpreis erhältlich sind.

Im November 2023 wird Radinn für insolvent erklärt - doch genau ein Jahr später, im November 2024, kündigt die schwedisch-amerikanische Firma Lind ein elektrisches Surfbrett namens Canvas an. Das neue Unternehmen mit Standorten in San Francisco und Bromma bei Stockholm war bereits 2021 von dem Namensgeber Lind gegründet worden, zusammen mit Anders Dellson und Mattias Soderhielm.
Das Canvas ist in den Größen Shortboard (182,9 cm) und Midlong (190,5 cm) erhältlich und verfügt über einen epoxidharzverglasten EPS-Schaumstoffkörper mit einem Eichenholz-Tailblock. Zudem ist es modular aufgebaut: Der Lithium-Akku und das elektrische Jet-Antriebssystem sind beides separate Einheiten, die einfach in das Board eingesteckt werden, was nur 10 Sekunden dauert. Dieses modulare Design ermöglicht es, das 7 kg schwere Board unter einem Arm zu tragen, während der 17 kg schwere Akku und der 10 kg schwere Düsenantrieb in einem mitgelieferten Rucksack untergebracht sind. Das Gesamtgewicht der drei Komponenten beträgt 34 kg.
Der 20 kW (27 PS) starke Jet-Antrieb wird über eine kabellose Handfernbedienung gesteuert und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Der Akku, der sich an der Unterseite des Boards befindet, wo seine Wärme über eine Aluminiumkühlplatte ins Wasser abgeleitet wird, reicht für bis zu 45 Minuten Fahrzeit. Der Preis für das Canvas beträgt 23.900 € und beinhaltet Board, Batterie, Jet-Antrieb, Fernbedienung, Ladegerät, Flossen und Boardtasche. Die Auslieferung soll im April 2025 beginnen.

Im Januar 2015 erscheint in den Blogs das Konzept eines Boards mit Jetantrieb, das speziell für Rettungsaktionen durch Rettungsschwimmer konzipiert ist, bei denen Sekunden über Leben oder Tod entscheiden können. Das ResQ-Board soll die Rettungszeit insbesondere in reißenden Gewässern verkürzen, wo Rettungsaktionen in der Regel länger dauern.
Das Gerät der Agentur für Industriedesign Stilform-Design in München wird von zwei Elektromotoren über einen Wasserstrahlantrieb angetrieben. Da es für den Einsatz in sonnigen Gebieten vorgesehen ist, soll es an einer Solar-Dockingstation aufgeladen werden. Allerdings gibt es keine näheren technischen Details - und später ist auch die Agentur nicht mehr auffindbar (die übrigens nichts mit der Firma für Schreibgeräte Stilform zu tun hat).
Zur Erinnerung: Ein ähnliches, motorisiertes Rettungs-Bodyboard-Design namens Titus war bereits im Jahr 2009 vorgestellt worden, gefolgt von dem Modell Asap Water Rescue Craft im Jahr 2013 (s.d.).
Im April 2015 startet die von Sebastjan Sitar neu gegründete Firma SipaBoards (o. Sipaboards) aus Kamnik in Slowenien auf Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne für ein neuartiges, Jet-angetriebenes SUP Board (o. SipaBoard), das als das „weltweit erste sich selbst aufblasende Stehbrett“ mit Elektromotor beschrieben wird. Der geplante Verkaufspreis liegt bei 2.190 $, doch im Vorfeld erhält man es für nur 1.290 $, wenn es fertiggestellt ist. Im Zuge der Kampagne tragen 284 Unterstützer mit insgesamt 344.638 $ dazu bei, das Projekt zu verwirklichen, dessen Zielbetrag 150.000 $ betragen hat.

Das 3,35 m lange, 90 cm breite und 15 cm dicke Board verfügt über einen eingebauten, SipaDrive genannten Elektromotor, der zum einen die Luft hineinpumpt, und zum anderen dann auf dem Wasser einen integrierten Düsenantrieb antreibt, der den Paddlern einen ordentlichen Schub verleiht. Nach dem Aufblasen, das weniger als fünf Minuten dauert, soll die doppellagige Hülle des Boards steinhart und resistent gegen Durchstiche oder Abschürfungen sein. Das ganze Paket wiegt 13,6 kg und paßt im entleerten Zustand in einen Rucksack.
Der Motor wird kabellos über wasserdichte Tasten am Schaft des mitgelieferten Paddels gesteuert. Auf dem Wasser kann der Benutzer zwischen fünf verschiedenen Geschwindigkeiten wählen, wobei die Höchstgeschwindigkeit 3,5 Knoten beträgt und eine Ladung des austauschbaren Akkus für etwa drei Stunden Fahrt bei 2 Knoten reichen soll. Das Jet-Antriebssystem ist in die Unterseite des Decks eingelassen und durch eine Netzabdeckung geschützt. Sollte der Benutzer herunter- oder das Paddel ins Wasser fallen, schaltet sich der Motor automatisch ab. Die Tragkraft beträgt maximal 130 kg.

Nachdem das Unternehmen einen Red Dot Award 2015 erhalten hat, folgt im Januar 2016 das 1.990 $ teure Fisherman (o. E-Angler) mit dem gleichen Grunddesign wie sein Vorgänger, das aber größer ist und zusätzliche Gurte und Ringe besitzt, um die Mitnahme von Angelausrüstung praktischer zu machen. Es ist aus robustem, verstärktem Vinyl gefertigt, das Gesamtgewicht von Board und Antriebseinheit beträgt 18,5 kg und es kann bis zu drei Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von 2 Knoten fahren. Zudem kann die Unterseite mit einem optionalen LED-Licht für das Nachtangeln ausgestattet werden.
Im Jahr 2022 wird die SipaBoards Teil der Boscarol-Gruppe, einem führenden Unternehmen in der elektrischen Luftfahrt, innovativen Technologien und angewandten Wissenschaften.
Im März 2025 kommt das Modell Alpha One Electrice auf den Markt - und im Oktober folgt die Bekanntgabe einer Zusammenarbeit mit BMW, bei welcher der Automobilhersteller eine weltweite Werbekampagne für sein neues vollelektrisches SUV Neue Klasse iX3 startet, das ab Frühjahr 2026 verfügbar sein wird, und bei der das Elektro-SUP in das Co-Branding einbezogen wird. Das als limitierte Auflage produzierte BMW x SipaBoards Tourer Electric e-SUP wird dabei für 3.892 € angeboten.
Eine weitere Kickstarter-Kampagne, die bei den potentiellen Nutzern allerdings überhaupt nicht ,ankommt’, wird im Mai 2015 für eine schwimmende Plattform gestartet, auf der man steht, um über das Wasser zu laufen. Das von dem Architekten Gameli Cruz entworfene WaterBlade ist in erster Linie als Fitneßgerät gedacht, mit dem Beine, Bauch und Hintern trainiert werden können. Der aktuelle Prototyp besteht aus EPS-Schaumstoff, aber für die kommerzielle Version ist ein strapazierfähiger aufblasbarer Körper vorgesehen.

Um das Vorankommen zu ermöglichen, anstatt nur auf der Stelle hin und her zu wippen, verfügt das Gerät der gleichnamigen WaterBlade LLC über einen Elektromotor mit 0,85 PS, der sich am Ende einer Glasfaserwelle befindet, die unter dem Gerät verläuft und den eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von 624 W versorgt. Ein Griff auf dem Deck dient zum Starten und Stoppen des Motors und ermöglicht es dem Benutzer, zwischen fünf Vorwärts- und drei Rückwärtsgeschwindigkeiten zu wechseln.
Bei einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 10 km/h soll das Board eine Betriebszeit von fünf Stunden haben, wobei der Batteriestand über eine eingebaute LED-Anzeige abgelesen werden kann. Gesteuert wird mit den Beinen, und für den Fall, daß man herunterfällt, sorgt eine Fußfessel dafür, daß sich der Motor selbständig ausschaltet.
Das WaterBlade wird auf Kickstarter für 1.650 $ angeboten, doch die Zielsumme von 90.000 $ wird weit verfehlt, da nur 235 $ eingehen. Damit endet das Projekt und auch die Firma ist nicht mehr existent.
Tatsächlich in Produktion geht hingegen das elektrisch betriebene und aus ultraleichten Karbonfasern bestehende Surfbrett EWAVE, das erstmals im Januar 2016 getestet wird. Das Board wird von einem 10 PS Elektromotor und einer 56 Ah Lithiumbatterie angetrieben, die in einem versiegelten Fach untergebracht ist und schnell ausgetauscht werden kann. Das Surfbrett wiegt 39 kg, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 56 km/h und die Laufzeit 35 Minuten.

Hersteller der elektrischen Jetboards ist die von Steven George Garner aus Kanada im Jahr 2016 in China gegründete gleichnamige Firma Ewave. Das Jetboard weist einige einzigartige Merkmale auf, z.B. ein patentiertes stoßdämpfendes Material für die Fußpolster oder die standardmäßigen Finnen mit zusätzlichen abnehmbaren Rädern, die am Brett befestigt werden und den Transport erleichtern. Das modulare Design ermöglicht es zudem, das Board mit verschiedenen Funktionen, Optionen und Zubehörteilen auszustatten.
Bis 2018 werden sechs Generationen von Surfbrettern getestet und verbessert, bis das EWAVE schließlich fertiggestellt ist und im Mai 2019 in Lissabon, Portugal, sein internationales Debüt feiert. Im April 2020 wird ein eigens entwickelter Tragflächenaufsatz vorgestellt, wodurch das Board eine ,2-in-1’-Funktionalität erreicht, und im Dezember 2023 wird das Modell Formula Future auf den Markt gebracht, das nach umfangreichen Verfeinerungen und Wassertests in die Massenproduktion gegangen ist.
Dem Stand von 2025 zufolge wird ein Modell V2 6000 für 11.800 $ angeboten. Dieses Board Surfboard verfügt über einen 11,8 kW Elektromotor, wobei die Fahrzeit bei gemischter Nutzung 30 - 40 Minuten pro Ladung beträgt. Eine weiter Ausführung R7000 ist mit einem 15 kW Motor und einer 2,55 kWh Batterie ausgestattet, mit der man zwischen 30 Minuten bei voller Geschwindigkeit und 60 Minuten bei Durchschnittsgeschwindigkeit fahren kann. Hier liegen die Preise zwischen 12.600 $ und 15.600 $.
Im August 2018 stellen die Blogs das elektrische Surfbrett
des im Vorjahr gegründeten schwedischen Unternehmens Awake mit
Sitz in Limhamn vor, das uns mit seinem 2022 eingeführten
Modell VINGA bereits bei den Tragflächenboards begegnet
ist.

Das RÄVIK ist das erste Modell einer Serie elektrischer Surfbretter, die einen stromlinienförmigen, hydrodynamischen Karbonkörper besitzen und den Fahrer Dank des zum Patent angemeldeten Antriebsstrangs auf Geschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten (56 km/h) bringen. Der Awake Direct Drive ermöglicht einen effizienten Wasserantrieb, der die großen Verluste umgeht, die bei herkömmlichen Wasserfahrzeugen mit Düsenantrieb auftreten.
Das Board verwendet mehrere Sicherheitssensoren, die grundlegende Funktionen wie Temperaturüberwachung und eine automatische Abschaltung beinhalten, wenn es auf den Kopf gestellt wird. Das elektronische System wurde mit Komponenten entwickelt, die speziell für den Aufbau eines langfristigen, anpassungsfähigen und skalierbaren Systems für zukünftige Awake-Produkte ausgewählt wurden. Batteriestand, Geschwindigkeit und Fahrermodus werden auf einem 1-Zoll-Display darstellt. Das 18.900 € teure RÄVIK gewinnt einen IF Design Award und einen Red Dot Design Award.
Auf der boot Düsseldorf im Januar 2020 wird die zweite Generation der elektrischen Surfbretter angekündigt, das RÄVIK S. Die Firma hatte im Vorjahr mit dem Hydrodynamic Research Center von Rolls-Royce zusammengearbeitet und das ursprüngliche Surfbrett in einem Wassertesttunnel auf Herz und Nieren getestet. Die Daten aus diesen Tests flossen in das Design der zweiten Generation ein, die dynamischer und spielerischer sein soll als das erste Modell.

Dazu trägt ein neu gestalteter Kohlefaser-Rumpf bei, der 30 % niedriger liegt als sein Vorgänger, ein schmales Heck und weichere Kanten hat, um engere, härtere und schnellere Carves zu erreichen. Ein 11 kW Motor beschleunigt das Rävik S in vier Sekunden aus dem Stand auf 50 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 56 km/h. Es stehen vier Fahrmodi zur Verfügung, die über einen drahtlosen Gashebel gesteuert werden. Pro Ladung des herausnehmbaren Akkus können E-Surfer etwa 20 - 45 Minuten fahren. Der Preis wird etwa 16.900 € betragen, sobald es auf den Markt kommt.
Im Jahr 2022 folgt das RÄVIK S 22, das viel von dem ursprünglichen Boards beibehält, wie den W-förmigen Rumpf, das lineare Düsensystem und das Awake Lithium-Batteriesystem, während der Rest des Boards für mehr Leistung, mehr Schub und ein insgesamt besseres Surferlebnis überarbeitet wurde. Es gibt einen neuen 12 kW Motor und auch der Impeller wurde für ein höheres Drehmoment und eine schnellere Beschleunigung verbessert.
Das Board erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h, die allerdings ihren Preis in Form einer recht kurzen Fahrzeit hat. Es gibt zwei Akku-Optionen: den 1,9 kWh Standard-Akku, der 15 - 20 Minuten Fahrspaß bietet, oder den XR-Akku, der diese Zeit auf 20 - 45 Minuten verlängert. Das RÄVIK S 22 kostet mit dem Standard-Akku 14.700 $, mit dem Akku mit größerer Reichweite 3.400 $ mehr.

Als die nächste Evolution des elektrischen Hochleistungssurfbretts wird im August 2025 das etwa 18.350 $ teure Brabus x Awake Limited Edition Shadow Explore Jetboard präsentiert, das die unverwechselbare Ästhetik von Brabus, das für die Überarbeitung von Mercedes-Autos bekannt ist, mit modernster Technologie verbindet. Das Modell in auf nur 77 Exemplare limitierter Auflage basiert auf dem einsteigerfreundlichen Explore-Board von Awake, das Anfang des Jahres auf den Markt kam und über ein neu geformtes PVC/Schaumstoff-Board für hohe Stabilität und eine griffige Oberseite verfügt.
Wie bei einem Brabus-Projekt nicht anders zu erwarten, wurde auch die Leistung deutlich gesteigert. Die ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h wird dank eines 11 kW Elektromotors auf 55 km/h angehoben. Der Motor wird außerdem mit einer auffälligen roten LED-Beleuchtung ausgestattet, die tagsüber für eine sportliche Optik sorgt, während Küstenbewohner nachts möglicherweise von unheimlichen Sichtungen an der Küste berichten. Und ein spezieller Brabus-Modus sorgt für 37,5 % mehr Beschleunigung.

Das japanische Unternehmen Yanmar Holdings Co. Ltd., das für seine Dieselmotoren und Landwirtschaftsroboter bekannt ist und auch Wassermotorräder herstellt, präsentiert im April 2019 den Wheeebo, eine Art Segway für den Wasserbereich, der in der Presse als „elektrische Untertasse ist für das Meer“ bezeichnet wird. Es handelt sich nicht um ein Board, paßt aber trotzdem in diese Auflistung.
Der Wheeebo, der nächstes Jahr zu einem noch nicht angekündigten Preis auf den Markt kommen soll, hat die Form einer dicken Scheibe, auf der der Benutzer steht, der einfach sein Körpergewicht in die Richtung verlagert, in die er fahren möchte. Integrierte Sensoren erkennen diese Verlagerung und veranlassen das elektromotorische Fahrzeug, entsprechend zu beschleunigen, anzuhalten oder zu wenden.
Der Wheeebo wird in zwei Durchmessern erhältlich sein - 140 und 150 cm - je nach Gewicht des Fahrers und die Geschwindigkeit wird über eine kabellose Fernbedienung gesteuert, mit der zwischen zwei Modi umgeschaltet werden kann. Die Höchstgeschwindigkeit von 3 Knoten (5,6 km/h) entspricht in etwa der Schrittgeschwindigkeit und die Stromversorgung des Propellers erfolgt über einen Nickel-Wasserstoff-Akku, der eine Laufzeit von 60 Minuten bietet.
Nachdem das Gerät in Ferienanlagen in ganz Japan eingeführt wurde, wird zur weiteren Vermarktung im August 2023 das Start-Up Oceanos Inc. aus der Yanmar ausgegliedert - und im Dezember 2025 wird die weltweite Markteinführung auf Kickstarter vorbereitet.

Im Juni 2020 folgt mit dem YuJet (o. YuJet Surfer) ein elektrisches Surfbrett der gleichnamigen Firma Yujet aus Fort Lauderdale in Florida, das ab sofort für 9.999 $ erhältlich ist.
Der YuJet Surfer hat einen Rumpf aus Kohlefaser, wodurch er mit abgenommenem Akku nur 9 kg auf die Waage bringt. Der Lithium-Ionen-Akku ist wasserdicht und bietet eine Laufzeit von bis zu 40 Minuten, und der Elektromotor, der einen jetski-ähnlichen Wasserstrahl antreibt, ermöglicht bis zu 38,6 km/h relativ leises E-Surfen. Flossen und Batterie können ohne Werkzeug entfernt werden und ein kurzes Absprühen mit sauberem Wasser reicht aus, um das E-Surfboard in Schuß zu halten.
Zu den optionalen Zubehörteilen gehören eine Ersatzbatterie, ein Batterieladegerät und ein Rollensatz, um das Board zum Transport an Land zu bringen. Später folgt eine Version YuJet Surfer XT für 7.999 $. Außerdem bietet die Firma einen Zusatz an, der aus dem Board ein Jetski macht - sowie einen YuCat 20 genannten Katamaran, der von diesem angetrieben wird.

Das nächste Produkt ist das elektrische Surfbrett TKO 001 (o. Type1), das im September 2022 in den Blogs erscheint. Das vom singapurischen Start-Up The Kinetic Option entwickelte und hergestellte Board besteht aus einer Karbonfaser-Konstruktion und verfügt im Gegensatz zu den meisten motorisierten Surfbrettern über snowboardähnliche Fußbindungen anstelle des traditionellen offenen Decks.
Das Board ist 180 cm lang und wiegt ohne die abnehmbare Plug-and-Play-Lithium-Batterie 18 kg. Der Akku bietet eine Laufzeit von bis zu 45 Minuten pro Ladung, und mit dem 12 kW Motor wird eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h erreicht.
Der Fahrer steuert die Geschwindigkeit über eine mitgelieferte wasserdichte Handfernbedienung, die über einen Bildschirm verfügt, auf dem Daten wie die aktuelle Geschwindigkeit und der Ladezustand des Akkus angezeigt werden. Das TKO 001 kostet 12.773 $, die Auslieferung ist für Ende 2022 geplant. Später kommt noch die kleinere Version TypeX auf den Markt, die einen 10 kW Motor besitzt.

Im November 2022 startet das in Florida ansässige, von Gary Lane und Bob Maire gegründete Start-Up Jetson Surf Technology eine Indiegogo-Kampagne für ein elektrisches Surfbrett namens Jetson. Es verfügt über einen eingebauten Jet-Antriebsmotor sowie vier abnehmbare Finnen, ist aus Epoxidharz gefertigt und wird in drei Längen angeboten, die auf die Körpergröße, das Können und den Surfstil des jeweiligen Nutzers abgestimmt sind. Zur Auswahl stehen 2 m, 2,4 m und 2,7 m, die 8,6 kg, 9,5 kg und 10,4 kg wiegen.
Der Motor wird über ein wasserdichtes, in das Deck integriertes Touchpad aktiviert, auf dem der Benutzer zwischen vier Geschwindigkeits-/Leistungsmodi wählen kann. Diese reichen von 25 % Leistung, bei der eine Geschwindigkeit von 3 km/h erreicht wird, bis zu 100 % mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h. Eine Ladung des Lithium-Akkus reicht für bis zu 90 Minuten Laufzeit.
Im Zuge der Kampagne kann das Jetson-Board für 5.395 $ erworben werden, der geplante Verkaufspreis liegt bei 8.995 $. Die Kampagne ist erfolgreich und bringt den neuen Unternehmen 46.842 $ ein.
Das Hongkonger Unternehmen Cyclemate, das für seine bequemen Fahrradsitzbezüge bekannt ist, bringt im Mai 2023 ein Cyclemate Electric Surfboard auf den Markt, das gegenwärtig Gegenstand einer Kickstarter-Kampagne ist. Wie viele andere elektrischen Surfbretter verfügt es über einen eingebauten Jet-Drive-Motor, der für Anfänger eine Geschwindigkeit von 32 km/h im Low Speed-Modus und für erfahrene Surfer eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h im High Speed-Modus erlaubt. Die Benutzer wechseln zwischen diesen Modi durch Drücken einer Taste auf dem Deck.

Die Beschleunigung wird stufenlos über einen Handgashebel gesteuert, der sowohl über ein elektrisches Kabel als auch über eine Leine mit dem Board verbunden ist. Der Benutzer trägt zusätzlich ein Armband, das über ein eigenes Kabel mit dem Gashebel verbunden ist. Sollte der Fahrer vom Board fallen, wird die Schnur des Armbands aus dem Gashebel gezogen, wodurch dieser den Motor anhält.
Die Stromversorgung erfolgt über einen herausnehmbaren Lithium-Ionen-Akku, der in das Deck eingeschlossen wird und je nach Geschwindigkeitsmodus für 1 - 2 Stunden Nutzung ausreicht. Die gesamte Elektronik kann bis zu 30 Minuten lang bis zu einer Tiefe von 1,5 m untergetaucht werden.
Das Board besteht aus festem, expandiertem Polypropylenschaum (EPP) und mißt 182 cm in der Länge, 60 cm in der Breite und ist an der dicksten Stelle 137 mm dick. Daneben gibt es eine Version mit einer schützenden Kohlefaserhaut. Das Basismodell bringt 41 kg auf die Waage, während die Version mit Karbonhaut 43 kg wiegt. Beide Modelle sind für ein maximales Fahrergewicht von 130 kg ausgelegt.
Sofern das Cyclemate Electric Surfboard die Produktionsreife erreicht, ist für 5.999 $ in der Basisversion und für 6.399 $ in der Carbonversion erhältlich - die geplanten Verkaufspreise liegen bei 6.899 $ bzw. 7.599 $. Die Kampagne ist relativ erfolgreich und bringt der Firma etwa 46.500 $ ein. Allerdings ziehen mehrere Person ihren Finanzierungsbeitrag zurück, und später wird das Board zu Preisen ab 9.999 $ angeboten.

Im September 2023 folgt mit dem Board Thunder (o. Cyrusher Thunder) das erste elektrische Surfbrett der chinesischen Firma Cyrusher, die bislang Qualitätsfahrräder, elektrische Skatebouards und elektrische Snowboard herstellt und deren Name eine Kombination aus den Wörtern ,Cycling’ und ,Rusher’ darstellt.
Das neue Board ist 1,68 m lang und 0,58 m breit und um einen 5 kW Elektromotor herum aufgebaut, der eine Spitzenleistung von 10 kW erbringt und eine Jet-Pumpe antreibt, die eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen soll. Der 3,6 kWh Akku ist für eine Stunde E-Surfen ausgelegt. Der Thunder verwendet eine kabelgebundene Fernbedienung, die gleichzeitig als Handschlaufe zum Festhalten dient.
Der Thunder wiegt 39 kg einschließlich des herausnehmbaren Akkus bzw. 18 kg ohne und kann bis zu 120 kg tragen. Er ist ab sofort für 9.999 $ erhältlich, obwohl der Listenpreis bei 11.999 $ liegt (später: 8.999 $).
Nach dem Scwerpunkt der elektrischen Surfbretter soll es nun mit der
allgemeinen Jahresübersicht 2018
weitergehen:

Ein weiteres Konzept, das es bislang nur in Form ansprechender Renderings gibt, wird im Mai in den Blogs vorgestellt. LEAF ist eine 30 m lange, rein elektrische U-Boot-Superyacht, die Teil eines Universitätsprojekts des Italieners Matteo Inzitari in seinem zweiten Studienjahr an der Universität Turin ist.
Das Design der LEAF-Yacht, bei dem eine Synergie zwischen den Glasteilen und den strukturellen Teilen geschaffen wird, damit die Glasteile wie die Rippen eines Blattes aussehen, besteht aus drei Ebenen: Die erste ist für alle mechanischen Ausstattungen vorgesehen, die zweite ist die Kabine für die Besatzung, und die dritte Ebene ist der Wohnraum für den Eigner und die Passagiere. Das Dach der Yacht ist mit PV-Paneelen bedeckt.
Auch in diesem Fall nennt der Designer keine Details zur Antriebsform, Akkukapazität oder Reichweite - macht sich aber Gedanken darum, die Yacht mit KI auszustatten, damit sie mit Hilfe eines Satellitensystems in der Lage ist, die Route zu wählen, um Stürme oder Hurrikans zu vermeiden. Das Besondere an dem Konzept ist, daß es nicht nur eine luxuriöse Superyacht darstellt, sondern auch ein U-Boot, das bis zu 100 m tief tauchen kann.

Mitte Juni 2018 stellt das Elektro-Rennboot Jaguar Vector Racing V20E, das von Peter Dredge gesteuert wird, dem Mitbegründer von Jaguar Vector, einen neuen Geschwindigkeitsrekord für ein batteriebetriebenes Boot auf, als es über zwei Etappen eines 1 km langen Kurses auf dem Coniston Water in Nordengland eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 142,6 km/h erreicht. Es übertrifft damit den bisherigen Rekord von 123,6 km/h aus dem Jahr 2008, über den aber keine Details mehr zu finden sind.
Das Boot wurde im Zuge einer im Vorjahr begründeten Partnerschaft zwischen Jaguar und der Firma Williams Advanced Engineering entwickelt, die als ,Auto-Rennstall’ bekannt ist. Vector ist seit 2012 im Powerboat-Rennsport aktiv, während Jaguar erst 2016 wieder in den Rennsport einstieg, als das Unternehmen als erster Premiumhersteller an der Formel E teilnahm.
Das V20E basiert auf der Formel-E-Technologie und die Rekordfahrt wurde mit zwei Yasa-Elektromotoren durchgeführt, die zusammen 220 kW (295 PS) leisten und von Batterien mit einem Gewicht von über 320 kg angetrieben werden. Das Team von Jaguar Vector will in den nächsten Jahren noch andere Welt- und Landesrekorde aufstellen, doch dazu scheint es bislang nicht gekommen zu sein. Unter dem Namen des Teams ist später nichts mehr zu finden und die ursprüngliche Firma Vector fokussierte sich nach dem Rekord auf unbemannte Wasserfahrzeuge (USV) und Performance-Boote.
Im August 2018 nehmen die estnischen Polizei- und Grenzschutzbehörden ihr erstes hybrid-elektrische Schiff in Dienst. Die Raju ist ein 44,6 m langes, leistungsstarkes Mehrzweck-Patrouillenboot der PATROL 45 WP HYBRID-Klasse, das auf der Werft Baltic Workboats im Dezember 2016 auf Kiel gelegt worden war. Hintergrund ist der Beschluß, daß die Ostsee ab 2021 zu einem Emissionskontrollgebiet (ECA) wird und die Behörde daher umweltfreundlichere Schiffe benötigt.

Die neue Raju soll für eine Vielzahl von Einsätzen genutzt werden, darunter Brand- und Schmuggelbekämpfung sowie Such- und Rettungseinsätze, doch ihr Haupteinsatzgebiet wird die Bekämpfung von Umweltgefahren sein Dabei kommt ein hochmodernes Radar zum Einsatz, das Oberflächenverschmutzungen, wie z.B. durch Öl, aus einer Entfernung von bis zu 8 km erkennen kann.
Das Schiff ist mit einem hybrid-elektrischen Antriebssystem von Danfoss Editron ausgestattet, die ein effizientes und leises elektrisches Fahren sowie eine schnelle und leistungsstarke Reaktion auf Notfälle ermöglicht. Das Editron-Schiffssystem ist nur halb so groß wie ein herkömmliches diesel-elektrisches Antriebs- und Kraftwerkssystem. Das Patrouillenschiff erreicht damit eine Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten, während das integrierte Energiespeichersystem ein elektrisches Fahren bei typischen Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 10 Knoten ermöglicht.
Im Juli 2023 wird die Raju in den Dienst der estnischen Marine gestellt - und kommt im Mai 2025 international in die Presse, als sie sich im Zuge der neuen antirussischen Sanktionen der Europäischen Kommission an dem Versuch beteiligt, den Öltanker Jaguar in internationalen Gewässern abzufangen, was aufgrund des Eingreifens der russischen Luftwaffe aber nicht gelingt.
Ebenfalls im August 2018 ist
der im Dezember 2001 in
Dienst gestellte Eisbrecher Svalbard der
norwegischen Küstenwache das erste Schiff, das bei einer internationalen
Umweltexpedition den Nordpol mit Azipod-Elektroantrieben von
ABB erreicht. Die dabei erzielte sehr hohe Durchschnittsgeschwindigkeit
von sieben Knoten ist allerdings der Rinne des russischen Eisbrechers 50
Let Pobedy auf dieser Route zu verdanken.

Das 103,7 m lange und 19,1 m breite Schiff ist mit vier Dieselgeneratoren ausgerüstet, die zusammen eine Leistung von 13.560 kW (18.436 PS) erbringen, während der eigentliche Antrieb durch zwei um 360° drehbare Propellergondeln erfolgt, die jeweils einen 5 MW starken Elektromotor beinhalten. Diese Antriebsform ermöglicht eine verhältnismäßig geringe Höchstgeschwindigkeit von 17,5 Knoten, ist jedoch äußerst wirtschaftlich zu betreiben und verleiht dem Schiff eine enorme Wendigkeit.
In diesem Zusammenhang ist zu erfahren, daß ABB bereits elektrische Antriebssysteme für über 90 Eisbrecher oder eisgängige Schiffe mit einer Antriebsleistung von bis zu 45 MW geliefert hat. Die Optionen der im Jahr 1990 eingeführten Azipod-Antriebe reichen von 1 MW bis 22 MW.
Zum Hintergrund: Das Prinzip der Pod-Antriebe wurde bereits 1955 von Friedrich W. Pleuger und Friedrich Busmann als Weiterentwicklung des Aktivruders erfunden und patentiert (US-Nr. 2.714.866), war seiner Zeit jedoch zu weit voraus. Vorreiter der Entwicklung der heutigen Propellergondeln sind dann die Firmen Schottel und Wärtsilä bei den kommerziellen Antrieben und Volvo Penta in der Freizeitschiffahrt. Zu den aktuellen Herstellern gehören neben den genannten noch Rolls-Royce und Siemens in Kooperation mit der Schottel-Werft.

Im Dezember 2019 erhält ABB den Auftrag für die Antriebe von sechs Schiffen der Universal Class seitens der Genting Hong Kong Ltd., wobei jedes der 286 m langen Schiffe mit einer Kapazität von 1.000 - 4.000 Passagieren von zwei Azipod-Einheiten mit einer Gesamtleistung von 30 MW (40.230 PS) angetrieben und mit emissionsarmem Flüssiggas betrieben wird. Die Schiffe werden bei den MV Werften in Deutschland gebaut und sollen 2023 - 2024 ausgeliefert werden.
Im November 2020 folgt ein Großauftrag im Umfang von rund 150 Mio. $ für Elektrifizierung und Antrieb von fünf Schiffen von des italienischen Schiffsbaukonzerns Fincantieri, die jeweils zwei 20 MW Azipod-Einheiten bekommen werden und zwischen 2023 und 2026 vom Stapel laufen sollen. Und zwei 2,5 MW Azipod-Einheiten werden gemäß eines im Januar 2021 geschlossenen Vertrags auf einer Superyacht des niederländischen Luxusyachtbauers Oceanco installiert.
In Bezug auf neue Antriebe ist zu erwähnen, daß ABB im Mai 2023 unter der Bezeichnung Dynafin ein neues E-Antriebskonzept für deutlich effizientere Schiffe präsentiert, an dem das Unternehmen seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet. Das System, das einen Wirkungsgrad von bis zu 85 % verspricht, verzichtet auf eine traditionelle Schiffsschraube und imitiert stattdessen gewissermaßen die Bewegungen eines Walschwanzes.

Das Dynafin-System umfaßt einen elektrischen Hauptmotor, der eine mit moderaten 30 - 80 Umdrehungen pro Minute rotierende große Scheibe an der Unterseite eines Schiffes oder Bootes antreibt. Von der Scheibe gehen fünf vertikale Schaufeln ab, die jeweils unabhängig voneinander von einem eigenen Motor und Steuerungssystem in Echtzeit geregelt werden. Die kombinierte Bewegung von Rad und Schaufeln erzeugt Antriebs- und Lenkkräfte gleichzeitig, was eine hohe Effizienz und Präzision im Schiffsbetrieb ermöglicht und darüber hinaus Vibrationen und die Geräuschentwicklung reduziert.
Eine Studie an einem Passagierschiff, das mit verschiedenen Antriebslösungen ausgerüstet ist, hat mit dem Dynafin Energieeinsparungen von bis zu 22 % gegenüber einem konventionellen Wellenantrieb nachgewiesen. Die Einsparung gegenüber dem Azipod-Antrieb wird aber nicht angegeben. ABB geht davon aus, daß der erste Prototyp des Dynafin-Systems 2025 zur Verfügung stehen werde. Das Antriebskonzept soll dann zunächst im Leistungsbereich von 1 - 4 MW pro Einheit für mittelgroße und kleinere Schiffe angeboten werden. Es ist bereits geplant, die Technologie in eine neue 135 m lange Superyacht namens Aeolis von Oceanco zu integrieren.
Hinweis: Technisch gesehen ist das Dynafin-System nicht die erste Umsetzung der Zykloidal-Schiffspropellertechnik. Über die Erfindung des ähnlich aufgebauten Voith-Schneider-Propellers (VPS) durch den Österreicher Ernst Leo Schneider (DE-Nr. 453823, erteilt 1927) berichte ich ausführlich im Anschluß an die Windenergie-Senkrechtachser im Kapitelteil der Antriebs-Varianten, wo auch die weiteren Umsetzungen bis hin in die Luftfahrt aufgeführt werden (s.d.).
Eine andere Entwicklungslinie betrifft den Einsatz von Wasserstoff-Brennstoffzellen: So berichtet die Presse im November 2018, daß ABB Marine & Ports und die norwegische Forschungsorganisation SINTEF Ocean ein gemeinsames Projekt durchführen, um die Machbarkeit solcher Brennstoffzellen als Energiequelle für den Hauptantrieb von Handels- und Passagierschiffen zu testen.

Die im Labor von SINTEF Oceans in Trondheim zu entwickelnde Testmethode wird zwei 30 kW Brennstoffzellen verwenden, die den Betrieb und die Steuerung eines kompletten Schiffsenergiesystems in einer Antriebsanlage im Megawattbereich modellieren sollen. Die ABB-eigene Software wird zusammen mit den Fähigkeiten des Schiffssimulators der SINTEF verschiedene Lastprofile und Diesel/Batterie/Brennstoffzellen-Kombinationen imitieren und in der verkleinerten Laborumgebung testen.
Im Mai 2019 folgt die Meldung, daß ABB im Rahmen der EU-Initiative FLAGSHIPS eine Energie- und Antriebslösung für ein neues Schubboot der französischen Sogestran Group-Tochter Compagnie Fluviale de Transport (CFT) liefern wird, das vollständig mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben wird. Die Auslieferung des emissionsfreien Schiffes, das auf der Rhône eingesetzt werden sollen, ist für 2021 geplant.
Als FLAGSHIPS-Mitglied arbeitet ABB seit dem Start des Projekts im Januar eng mit der finnischen, staatlichen Forschungsorganisation und Projektkoordinatorin VTT und dem Brennstoffzellenanbieter Ballard Power Systems Europe A/S zusammen, um eine Anlage zu entwickeln, die eine 400 kW Brennstoffzelle für den Schiffsbetrieb umfaßt.

Im Februar 2022 erhalten ABB und Ballard von der Registrier- und Klassifikationsgesellschaft DNV die Grundsatzgenehmigung für das im Laufe von drei Jahren gemeinsam entwickeltes Brennstoffzellenkonzept, das eine elektrische Leistung von 3 MW (4.000 PS) erzeugen kann. Im zweiten Quartal 2023 wird der ABB der Auftrag für die kompletten Energie-, Antriebs- und Automationssysteme von zwei Kurzstreckensee-Containerschiffe des globalen Logistikunternehmens Samskip Group mit Sitz in Rotterdam erteilt.
Die 135 m langen Schiffe, die von der Cochin Shipyard Ltd. in Indien gebaut werden und im dritten bzw. vierten Quartal 2025 ausgeliefert werden sollen, gehören zu den weltweit ersten ihrer Art, die mit Wasserstoff als Treibstoff betrieben werden. Sie werden von je einer 3,2 MW Brennstoffzelle angetrieben, die von Dieselgeneratoren unterstützt wird.
Im Dezember wird gemeldet, daß das erste Samskip-Schiff der SeaShuttle-Klasse vom Kredit-Fonds ESMI finanziert wird, zudem wird das Projekt vom Staatsunternehmen ENOVA mitfinanziert, das dem norwegischen Ministerium für Klima und Umwelt unterstellt ist. Finanzielle Einzelheiten sind bislang nicht bekannt geworden.

Hierzu passend ist die Nachricht im Oktober 2018, daß die von Michael Stusch gegründete Firma H2-Industries Inc. gemeinsam mit dem norddeutschen Bootsbauer Nobiskrug GmbH an einer vollelektrischen Yacht mit LOHC-Antrieb arbeiten, deren Fertigstellung für das erste Quartal 2019 vorgesehen ist. Dabei wird Wasserstoff im ölartigen Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC) chemisch gespeichert und anschließend für einen Brennstoffzellenantrieb genutzt.
Kernanliegen der Partner ist es, Wasserstoff in flüssigem LOHC-Öl zu speichern, das sich ähnlich wie Diesel lagern und transportieren läßt. Außerdem kann der Stoff beliebig oft Wasserstoff und damit Energie binden. Zudem ist LOHC effizient, schwer entflammbar und nicht explosiv, auch wenn es mit Wasserstoff beladen ist.
Darüber hinaus bekommt das Schiff eine erweiterbare PV-Anlage an Bord, deren Energie ebenfalls in Form von H2 in den LOHC-Tanks gebunden wird. Die Yacht soll eine Reichweite von etwa 1.850 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 10 Knoten haben. Bislang scheint das Projekt aber nicht weitergekommen zu sein.
Die SolarImpact Yacht AG aus Zürich stellt auf dem Cannes Yachting Festival im September 2018 ein Solaryachtkonzept vor, dessen Idee auf den Schweizer Softwarepatentinhaber Werner Vögelie zurückgeht, während die Gestaltung von der Designerin Marlena Ratajska stammt. Die Aktionäre der 2006 gegründeten Firma, die 2015 aber wieder aus dem Handelsregister gestrichen wurde, sind ein Dutzend Unternehmer aus Dresden und der Oberlausitz, die das Projekt weiterführen - bis hin zu Modellversuchen in Forschungsinstituten und selbstfahrenden Modellen auf dem Meer.

Das neue Konzept, das erstmals im Juli in der Presse erschien, wird einschließlich eines vollständigen 3D-Modells präsentiert, mit dem potentielle Käufer das Schiff in der virtuellen Realität erkunden können und das später auch auf der Firmenhomepage zu finden ist.
Die knapp 24 m lange und 11,9 m breite Solar Swath (o. SolarImpact 78 bzw. SISWATH 78) mit Aluminiumrumpf ist hochseetauglich, solarbetrieben und hat eine 800 kWh Batterie an Bord, die eine 10-stündige Fahrt ermöglicht. Die kann durch das Aufladen der Batterie bei Sonnenschein verlängert werden, wozu der größte Teil der nach oben gerichteten Flächen mit 250 m2 Solarzellen bedeckt sind, welche bis zu 320 kWh pro Tag liefern. Andere Quellen sprechen von einem hochklappbaren Dach und insgasamt 300 m2 Solarfläche.
SWATH (Small Waterplane Area Twin Hull) ist eine bereits 1938 von Frederick George Creed entwickelte Rumpftechnologie, bei der der Auftrieb des Schiffes durch zwei torpedoförmige Schwimmer unter der Wasseroberfläche erzeugt wird. Die aus dieser Sonderform eines Katamarans resultierende Wellenentkopplung soll das Roll- und Krängungsverhalten der Yacht um bis zu 90 % reduzieren. Zudem werden die Elektromotoren und Batterien in den SWATH-Schwimmern installiert.
Das 70 Tonnen schwere Solarschiff verfügt über eine rein elektrische Leistung von 2 x 500 kW und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten. Werden alle Systeme ausschließlich mit Solarenergie betreiben, kann es unbegrenzt lange fahren, allerdings nur mit 5 Knoten. Zur Reichweitenverlängerung und als Reserve gibt es zwei Dieselmotoren mit je 65 kW an Bord. Der Innenraum bietet auf drei Ebenen eine Nutzfläche von insgesamt 340 m2 und ist mit sechs luxuriösen Kabinen für zehn Gäste und Unterkünften für eine zweiköpfige Crew ausgestattet.

Im April 2019 ist zu erfahren, daß das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und Sachsens Aufbaubank von der Innovation, für die bereits mehrere Patente angemeldet wurden, überzeugt sind und insgesamt 2,6 Mio. € Fördergelder bewilligt oder zugesagt haben. Genauere Informationen sind nicht zu finden. Dabei beträgt der geplante Verkaufspreis der Yacht 7,2 Mio. €.
Im Januar 2020 wird auf der boot Düsseldorf die nächste Inkarnation der SolarImpact unter dem Namen V2.0 enthüllt, mit leicht verändertem Erscheinungsbild aber praktisch identischen technischen Daten. Das neue Design des Studios von Roland Friedberger in Schwaig greift das ursprüngliche Konzept auf und überarbeitet es, so daß das Boot jetzt ein klein wenig konventioneller aussieht.
Im Mai folgt schließlich die Präsentation eines 18 m langen Solarkatamarans SICAT 80 (o. CAT 80 bzw. C80) mit einer 250 m2 großen PV-Anlage und 2 x 350 kW Elektromotoren, der eine Geschwindigkeit von 18 Knoten erreicht. Danach gibt es keinerlei weiteren Neuigkeiten.
Die
neuseeländische Firma Sealegs International Ltd. in
Auckland, welche seit 2004 Amphibienfahrzeuge in Form
von Booten mit hydraulisch einziehbaren Rädern herstellt, die selbständig
ins und aus dem Wasser fahren können, präsentiert im Oktober 2018 erstmals
ein Modell mit Elektroantrieb. Die Produkte des Unternehmens sind beim
Militär, bei Feuerwehren, der Polizei, Rettungsdiensten und kommerziellen
Nutzern im Einsatz.

Auch das Electric E4 genannte Schlauchboot mit festem Rumpf kann kurze Strecken an Land zurücklegen und überall dort, wo es eine Rampe oder einen Strand gibt, ins Wasser wechseln - Docks oder Anhänger sind nicht erforderlich. Sobald es auf dem Wasser ist, werden die Räder hochgeklappt.
Für den Antrieb auf dem Wasser nutzt das Boot zwar immer noch einen 150 – 200 PS starken Verbrennungsmotor, doch die Räder sind mit Radnaben-Elektromotoren ausgestattet, die von einem 7 kWh Lithium-Batteriepaket angetrieben werden. Dieses wird von einem regenerativen Bremssystem und einem optionalen Solarpaneel unterstützt. Eine Akkuladung soll für bis zu 1,5 Stunden Fahrzeit ausreichen, wenn das Boot an Land ist.
Das E4 ist etwa 7,5 m lang und 2,8 m breit, wiegt 1.390 kg und kann eine maximale Nutzlast von 700 kg transportieren. An Land ist eine Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h möglich, auf dem Wasser erreicht das Fahrzeug bis zu 74 km/h (40 Knoten). Es ist speziell als luxuriöser Tender für Superyachten gedacht, seine Kapazität beträgt acht Personen. Ein Modell E5 ist in Vorbereitung.
Im Dezember 2018 erhält die Hyon AS zusammen
mit Partnern im Rahmen des norwegischen Programms PILOT-E Fördermittel
für die Entwicklung und Umsetzung von zwei maritimen Projekten, einer
Hochgeschwindigkeitsfähre und einem Kurzstreckenseefrachter. Hyon ist
ein im September des Vorjahres gegründetes Joint Venture, das sich
im Besitz der Unternehmen Nel ASA, Hexagon Composites ASA und PowerCell
Sweden AB befindet und dessen Schwerpunkt auf der maritimen Industrie
liegt.

Das PILOT-E-Programm wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsrat, Innovation Norway und Enova ins Leben gerufen, um Mittel für die norwegische Wirtschaft bereitzustellen. Die endgültigen Vereinbarungen für den Zuschuß werden Anfang 2019 unterzeichnet, wonach das Projekt unmittelbar anlaufen wird.
Die Projekte, an denen Hyon beteiligt ist, sind zum einen Zero Emission Fast Ferry (ZeFF), bei dem eine Null-Emissions-Schnellfähre mit Tragflächen entwickelt wird, die eine Geschwindigkeit zwischen 25 und 45 Knoten erreichen soll. Das Konzept, das mit umgerechnet 9 Mio. € gefördert wird, soll in einer Batterieversion für kürzere Strecken und in einer Wasserstoffversion für längere Strecken entwickelt werden. Die Energie für den Antrieb wird durch Wasserstoff-Brennstoffzellen, und Batterien erzeugt. Das Schiff kann mit unterschiedlicher Größe und Kapazität von 100 bis 300 Passagieren gebaut werden.
Die Partner hinter dem Konzept sind neben Hyon die Firmen Norled, Selfa Arctic, LMG Marin und Servogear, die alle Mitglieder des NCE Maritime CleanTech Clusters sind. Im Laufe des Jahres 2019 wollen die Akteure alle Teile des Konzepts entwickeln, validieren, analysieren und genehmigen lassen. Das Schiff soll eigentlich im Jahr 2020 marktreif sein, doch über Grafiken scheint es bislang nicht hinausgekommen zu sein.
Das zweite, mit 6 Mio. € geförderte trägt den Namen Projekt SeaShuttle und sieht die Entwicklung von zwei vollelektrischen Container-Küstenfrachtern für den Kurzstreckenseeverkehr auf der Grundlage von Wasserstoff und Brennstoffzellen vor, die Polen, die Häfen an der schwedischen Westküste und den Oslofjord in Norwegen miteinander verbinden sollen. Das Schiffskonzept, das sich möglicherweise mit dem o.e. Ansatz der Samskip Group deckt, wird auch einen autonomen Frachtumschlag beinhalten, um Kosteneffizienz zu erreichen.
Im Juni 2021 wird die Hyon AS von der Firma Saga Pure ASA übernommen. Nach einer anschließenden Transaktion sind Saga Pure, Nel ASA und Norwegian Hydrogen AS zu jeweils 29 % an Hyon beteiligt, die übrigen Anteile werden von Mitarbeitern in Schlüsselpositionen gehalten. Im März 2024 ändert die Hyon AS ihren Namen in Knox Energy Solutions AS, doch irgendwelche praktischen Fortschritte gibt es noch immer nicht.
Weiter mit den Elektro- und Solarschiffen... (Jahresübersicht 2019 in Arbeit)
Nach den Elektroschiffen wenden wir uns nun der dritten Dimension zu und schauen uns an, wie die Entwicklung auf dem Sektor der Elektro- und Solarflugzeuge seit ihrem Beginn verlaufen ist.
Weiter mit den Elektro- und Solarfluggeräten...