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TEIL C
Der Produktdesigner Dhruv Prasad aus Gurgaon in
Indien präsentiert im Januar 2017 den Entwurf einer
vollelektrischen Yacht, die er mutig Tesla Model Y nennt.
Im Gegensatz zu Tesla-Autos ist die futuristische Yacht aber eine autarke
Konstruktion, die sich mit Hilfe von Sonne und Meer selbst auflädt.
Der Entwurf ist so aufsehenerregend, daß er es in Glamour-Magazine
und Organe der internationalen Bootsindustrie schafft. Das Projekt
wird später oft fälschlich als offizielles Tesla-Projekt dargestellt,
hat tatsächlich aber keinen Bezug zu Tesla oder Elon
Musk.

Das schnittige Schiff ist etwa 40 m lang und 8 m breit, hat zwei Decks, große Panorama-Glasflächen, einen Lounge-Bereich, ein zentrales Rundbar-Layout und zwei Kabinen plus weitere Aufenthaltszonen; teils mit Spa-/Jacuzzi-Bereich. Der vollelektrische Antrieb mit unter dem Heck angeordneten Elektromotoren wird als vierfaches Pod-Setup mit insgesamt rund 1 MWh Lithium-Ionen-Batteriekapazität dargestellt, das 30 Knoten Höchstgeschwindigkeit verspricht.
Während die Solarenergie mittels eines sehr kleinen PV-Paneels auf der Oberseite genutzt wird, ist die zweite Methode der Energiebeschaffung nicht ganz klar. Dem Designer zufolge soll ein Wasserkraftturbinensystem unter dem Rumpf verwendet werden, das Energie sammelt, während die Yacht durch das Wasser zieht, „ähnlich wie beim regenerativen Bremsen“. Es wird auch von einem ,Wellengenerator-System’ gesprochen, das die Bewegung des Rumpfs durchs Wasser zur Stromerzeugung nutzt. Über die sehenswerten Renderings ist das Projekt aber nicht hinausgekommen.
Im
Februar 2017 wird in Norwegen von der Aquakulturfirma SalMar das
weltweit erste batterieelektrische Arbeitsschiff für die Fischzucht in
Betrieb genommen. Genutzt wird das von Ørnli Slipp gebaute
Arbeitsboot, um Futtermittel und Ausrüstungsteile zu transportieren,
Fischbecken zu reparieren oder umzulegen, Verankerungen zu kontrollieren
und Inspektionen durchzuführen.

Das Doppelhüllenschiff ist rund 14 m lang, 8 m breit, erreicht Geschwindigkeiten bis 12 Knoten und benötigt täglich etwa 50 Minuten zur 12 km entfernt gelegenen Fischzuchtstation. An normalen achtstündigen Arbeitstagen ist ein 100 %-iger Batteriebetrieb möglich. Ansonsten steht ein zusätzlicher Dieselmotor zur Verfügung.
Ausgerüstet wird die Elfrida, deren Heimathafen die norwegische Insel Frøya ist, mit dem elektrischen Antriebssystem BlueDrive PlusC von Siemens, das ein Energiemanagementsystem, Strahlruder- und Propellersteuerungen sowie die Fernüberwachung EcoMain umfaßt. Die Technologie wurde im norwegischen Trondheim entwickelt und basiert auf Lösungen, die für Offshore-Schiffe konzipiert und über viele Jahre hinweg unter schwierigsten Bedingungen getestet und weiterentwickelt wurden.
Die im Vorjahr von Jordan Darling gegründete Firma Free Form Factory Inc. (FFF) mit Sitz im kalifornischen Sacramento (später: Rancho Cordova) präsentiert im März 2017 ein vollelektrisches Stand-up-PWC (Personal Watercraft), das von einer tief im Rumpf verbauten flüssigkeitsgekühlten 6,5 kWh Batterie angetrieben wird. Das Standard-Akkupaket des 172 kg schweren Wassermotorrads namens Gratis X1 (o. FFF Gratis X1) reicht für etwa 45 Minuten Fahrzeit, aber mit einem zusätzlichen 3,3 kWh Power-Pack läßt sich die Laufzeit auf eine ganze Stunde verlängern (andere Quellen: ~ 75 Minuten).

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten (74 km/h) ist der Z-Force Antriebsstrang von Zero Motorcycles - einem US-amerikanischen Hersteller von Elektromotorrädern - genauso schnell wie ein durchschnittliches, fossile Brennstoffe verbrauchendes PWC. Die stufenlos anpaßbare elektrische Leistungsentfaltung sorgt auch dafür, daß das Boot sehr weich fährt.
Die Umweltfreundlichkeit des Gratis X1 endet aber nicht mit dem Antriebsstrang, denn das gesamte PWC wurde mit Blick auf die Umwelt gebaut. So bestehen Deck und Rumpf aus einer speziellen Polymermischung namens Hulklite, die zu 100 % recycelbar ist, und alle Materialreste oder Verschnitte werden aufbewahrt und für die Herstellung der nächsten Charge von Rümpfen verwendet. Die Idee für das modulare Design und das einzigartige Rumpfmaterial entwickelte Darling bereits 2013 als Absolvent des Rochester Institute of Technology, der Maschinenbau und Materialwissenschaften studiert hatte.
Die Leistung läßt sich über das eingebaute Armaturenbrett verfolgen, das mit einer iOS/Android-App verbunden ist und Informationen über den aktuellen Ladestatus und die Einsparung von Benzin durch die Umstellung auf Elektroantrieb liefert. Das FFF Gratis X1 kann zu einem Startpreis von 17.990 $ vorbestellt werden, die erste Serie ist auf 35 Einheiten limitiert. Es läßt sich aber nicht belegen, daß die Produktion tatsächlich aufgenommen wurde.
Die FFF wird im November 2017 von der Firma Nikola Motor Co. (später: Nikola Corp.) übernommen, einem Hersteller von hybriden Lastkraftwagen, der im Februar 2025 allerdings in Konkurs geht und dessen Insolvenzmasse der US-Elektroautohersteller Lucid Motors (früher: Atieva) erwirbt. Über eine Weiterbeschäftigung mit den elektrischen PWCs läßt sich nichts mehr finden.
Mitte April 2017 startet in Saint-Malo im Nordwesten Frankreichs der zum Brennstoffzellenschiff umgebaute Rennkatamaran Energy Observer auf eine siebenjährige Weltumrundung, die es zu 50 Ländern führen wird. Das Schiff, dessen Entwurf von dem renommierten Schiffsarchitekten Nigel Irens und dem Segler Mike Birch stammt, war ursprünglich 1983 in Kanada gebaut worden. Anderen Quellen zufolge wurde es 1994 von Multiplast in Frankreich gebaut, einem Spezialisten für Hochleistungskatamarane.

Das Boot hieß damals Formule TAG und war als Hochgeschwindigkeits-Rennkatamaran konzipiert, der im Jahr darauf seinen ersten Rekord aufstellt, als er in 24 Stunden 512 Seemeilen zurücklegt und damit das erste Segelboot ist, das mehr als 500 Seemeilen in 24 Stunden schaffte. Der nächste Rekord folgte 1994: Die schnellste Nonstop-Weltumsegelung in 74 Tagen, 22 Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden.
Ab 2015 war das 30,5 m lange und 12,8 m breite Schiff dann von dem französischen Team rund um den Gründer und Kapitän Victorien Erussard und Jérôme Delafosse zu einem Forschungs- und Demonstrationsprojekt für erneuerbare Energien und emissionsfreie Antriebe umgestaltet worden. Es beherbergt nun eine interaktive Ausstellung mit einem 360°-Kino und ist für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich.
Angetrieben wird die Energy Oberserver von zwei reversiblen 41 kW Elektromotoren, deren Strom von 202 m2 bifazialen, flexiblen PV-Paneelen mit 24 kW Spitze, zwei vertikalen Windrädern sowie einer Brennstoffzelle geliefert wird. Beim Segeln dienen die Elektromotoren als Generatoren, die bis 5 kW elektrischen Strom erzeugen, der in den 120 kWh Akkus für die Motoren sowie alle anderen Bordsysteme gespeichert wird. Hinzu kommt ein Lenkdrachen, der bei Wind aufsteigt.
2019 werden die Windturbinen allerdings ein automatisiertes OceanWings-System ersetzt, das aus zwei 12 m hohen Starrsegeln von jeweils 30 m2 Fläche besteht, die um 360° drehbar sind und 1,7 Mal effizienter als Segel sein sollen.

Auch der Wasserstoff für die Brennstoffzelle wird an Bord gewonnen, indem Meerwasser entsalzt und dann durch Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt wird, wonach der Wasserstoff verdichtet und in Tanks gespeichert wird. Unterstützt wird das Projekt der Firma Toyota Motor Europe als Unternehmen, das selbst Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb baut.
Insgesamt legt das Schiff über 68.000 Seemeilen zurück: 2018 ist es im Mittelmeer unterwegs, 2019 in Nordeuropa und 2020 im Atlantik/Pazifik, um zu den Olympischen Spielen in Tokio zu sein. 2021 folgt eine Pazifik-Überquerung, 2022 ist das Schiff in Asien/Indischer Ozean unterwegs und 2023 in Afrika und im Atlantik, bevor es im Juni 2024 nach Saint-Malo zurückkehrt.
Ab 2025 wird unter dem Titel EO3 der Nachfolger der Energy Observer geplant: Ein neues Expeditionskatamaran-Labor von etwa gleicher Größe, das als kommerzielles Schiff nach den Standards der International Maritime Organization (IMO) gebaut wird. Es soll ab 2027 in der Mission ,A Journey to Carbon Neutrality’ synthetische Kraftstoffe und low-carbon Lösungen für die Schiffahrt testen.
Nachdem uns oben bereits eine elektrische ,Tesla-Yacht’ begegnet ist, folgt im Mai 2017 eine Schiffsreihe des in Monaco ansässigen Yachtbauers Dynamiq, dessen Boote in der Antalya Free Zone in der Türkei gebaut werden, die klassische Porsche-Designmerkmale integriert, beginnend mit der 35 m langen GTT 115 Hybrid, die Platz für 8 - 10 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder bietet.

Im vorliegenden Fall ist das Design allerdings das Ergebnis einer tatsächlichen Zusammenarbeit zwischen der Bootsbaufirma Vripack und dem Designstudio F. A. Porsche, bei der Vripack den runden Vollaluminium-Rumpf und die relevanten hydrodynamischen Elemente entwickelt, während sich Porsche auf das äußere Design konzentriert.
Die Antriebskraft kommt von zwei MAN-Dieselmotoren, die zusammen 3.250 PS leisten, wobei die Hybridvariante mit zwei 20,8 kW starken Elektromotoren, die an das Getriebe angeschlossen sind, eine Alternative zum Dieselantrieb auf kurze Distanz bietet. Im Dieselbetrieb erreicht die Yacht 21 Knoten (39 km/h) und kann 3.400 Seemeilen zurücklegen - genug, um den Atlantik zu überqueren. Im reinen Elektrobetrieb ist die Höchstgeschwindigkeit auf 6 Knoten (11 km/h) begrenzt.

Für die hohe Geschwindigkeit werden zwei FORTJES-Gondeln installiert, die über gegenläufige Propeller verfügen, welche über ein kompaktes Getriebe mit den Hauptmaschinen verbunden sind und den Platzbedarf im Maschinenraum um fast 18 % reduzieren. Unter Wasser wird ein Stabilisierungssystem mit vier elektrischen Flossen und einem einzigartigen Satz von Abfängern installiert, um den Bug während der Fahrt ein wenig aus dem Wasser zu heben und auch bei hoher Geschwindigkeit ein Gefühl von Stabilität zu vermitteln.
Es sollen nur sieben Exemplare gebaut werden, deren Startpreis bei 11.900.000 € (später: 15.000.000 €; 17.900.000 €) liegt. Das erste Exemplar entsteht in Italien und wird im September auf der Monaco Yacht Show 2017 vorgestellt. Zwei kleinere Versionen, ein 30-m- und ein 26-m-Modell, befinden sich in der Entwicklung und sollen später in diesem Jahr präsentiert werden.
Im Juni 2017 wird in Moskau das weltweit erste Hybrid-Aeroboat vorgestellt, das auf Land, Wasser, Schnee und Sand fahren kann und von der IIAAT Holding gebaut wurde, einem indisch-russischen Joint Venture zwischen dem International Institute for Advanced Aerospace Technologies (IIAAT) der State University of Aerospace Instrumentation (SUAI) in St. Petersburg und dem indischen Unternehmen Millennium (o. Millennium Aero Dynamics Pvt. Ltd.).

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung Startup Village in Moskau, die jährlich von Russlands größtem Innovationsfonds, der Skolkowo-Stiftung, für Technologieunternehmer und Investoren organisiert wird, wird das Aeroboot in einem nahe gelegenen Gewässer vorgeführt. Die IIAAT Holding zeigt sowohl ein Modell mit Verbrennungsmotor als auch eines mit Hybridmotor, das sowohl mit Benzin als auch mit Strom betrieben wird, und plant in Kürze die Einführung eines rein elektrischen Modells mit Tandemflügeln.
Dem Unternehmen zufolge habe es bereits Aufträge für mehr als 25 Aeroboat-Einheiten von privaten und staatlichen Käufern in Indien erhalten, von denen fünf für den Einsatz im Katastrophenschutz schon verschickt worden seien. Die Boote, die viel schneller und robuster als vergleichbare Luftkissenfahrzeuge sind, sollen dazu beitragen, während der Monsunzeit, wenn es in Indien zu Überschwemmungen kommt, Menschenleben zu retten. Das 6,5 m lange Aeroboot bietet Platz für zehn Passagiere und ein Besatzungsmitglied.
Während sich Luftkissenfahrzeuge im Durchschnitt mit 45 - 50 km/h auf dem Wasser fortbewegen, sind Aeroboats in der Lage, rund 150 km/h oder mehr zu erreichen. Dies liegt daran, daß Luftkissenfahrzeuge mit einem statischen Luftkissen arbeiten, Aeroboote hingegen mit einem dynamischen. Dadurch kann es auch steile Hänge und Böschungen bewältigen und benötigt keine maritime Infrastruktur wie Landungsbrücken, da es amphibisch ist. Nähere technische Details sind nicht bekannt und es lassen sich auch keine weiteren Informationen darüber finden, auch nicht auf der Homepage der Millennium.
Ebenfalls im Juni 2017 gewinnt das Wiener Start-Up Stromkind GmbH die seit 2011 veranstaltete Startup-Challenge am Pioneers (später: am Pioneers Festival). Das im April 2016 gegründete Start-Up ist auf Schwarmdrohnen für Gewässer spezialisiert, mit deren Hilfe große Gebiete analysiert werden und die Drohnen dabei Daten über weite Strecken an einen Empfänger zurückschicken sollen. Zudem wurde bereits der Prototyp einer Fütterungsdrohne für Aquakulturen gebaut. Die Gründer Hans Waldherr, Hubert Baumgartner und Andreas Desch suchen nun nach einer Finanzierung in Höhe von 3 - 5 Mio. €, um eine Produktion hochzuziehen.

Die Stromkind wird hier erwähnt, weil sie auch einen völlig neuen umweltfreundlichen und effizienten elektrischen Jetski-Antrieb inklusive eines patentierten Pumpensystems sowie einer speziellen Schiffsschraube entwickelt, die unter anderem gegen Seegras immun sein soll. Mit dem Antrieb, der u.a. auf ein Schraubenzentrifugalrad setzt und die erforderliche Kühlung löst, indem der Motor direkt im Ansaugkanal integriert ist, soll ein Wirkungsgrad von 60 - 70 % und eine Betriebsdauer von bis zu zwei Stunden erreicht werden.
Der unter dem Namen Podilabs entwickelte Antrieb, der als Prototyp eigentlich schon Anfang des Jahres zur Verfügung stehen sollte, ist zudem nicht auf den Einsatz bei Jetskis beschränkt, sondern kann auch in Booten und großen Schiffen sowie in schwimmenden unbemannten Drohnen implementiert werden. Interessant ist, daß die innerhalb der Plattformhülle, die einem Surfbrett ähnelt, wasserdicht verpackte Batterie drahtlos durch die Hülle hindurch aufgeladen werden kann.
Es gibt zudem ein Unternehmen mit Sitz in Wien namens Podilabs, das 2015 von Baumgartner gegründet wurde aber bislang keine Aktivitäten gezeigt hat. Das gleichnamige Projekt Podilabs, bei dem die Stromkind mit der TU Wien und Firmen in Deutschland und der Schweiz zusammenarbeitet, die auf Rennboote und Strömungsoberflächen spezialisiert sind, wird vom PreSeed-Förderprogramm der Austria Wirtschaftsservice (AWS) mit 150.000 € unterstützt. Das ist nicht viel, denn laut der Stromkind kostet die Herstellung eines einzelnen Prototypen bis zu 50.000 €.
Dies mag vielleicht der Grund sein, warum danach nichts mehr über die Sache zu hören ist. Die Stromkind hat später jedenfalls nur noch Hubschrauber-ähnliche Flugdrohnen im Angebot - und ändert ihren Namen in VectaCore Holding GmbH.
Im Juni 2017 werden auf der Seine in Paris erstmals SeaBubbles (o. Sea Bubbles) getestet, kleine Zero-Emission-Boote des französischen Seglers und Erfinders Alain Thébault, mit denen dieser ein umweltfreundliches Wassertaxi für Großstädte bereitstellen möchte. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hatte schon im November 2015 den Wunsch geäußert, daß Paris die erste Stadt sein möge, die das Gerät ausprobiert - und eigentlich sollten die Tests bereits im Herbst 2016 beginnen, doch nicht alle Behörden spielen mit.

Mit dem SeaBubble wird auch der Schwerpunkt der elektrischen Tragflächenboote eröffnet, von denen einige bereits in früheren Jahresübersichten und anderen Kapiteln vorgestellt wurden. Hierzu gehören das experimentelle Segel-Tragflächenboot Hydroptère von 1994, das ebenfalls von Thébault stammt und bei den Segelschiffen aufgeführt ist; das kleine solare Tragflächenboot der TU Delft und der Entwurf von Constanço aus dem Jahr 2010; das Quadrofoil vom Mai 2012; sowie der DeepSeaker von 2019.
Tragflügel- oder Tragflächenboote gibt es seit etwa 1900, die ersten Patente wurden schon 30 Jahre zuvor eingereicht und das erste einsatzfähige Tragflügelboot war 1906 von dem italienischen Luftschiffskonstrukteur Enrico Forlanini gebaut und auf dem Lago Maggiore getestet worden, wo es eine Rekordgeschwindigkeit von 50 km/h erreichte - angetrieben von einer Dampfmaschine.
Was die späteren Geschwindigkeitsrekorde von Tragflügelbooten anbelangt, so soll ein von Alexeev’s Hydrofoil Design Bureau gebautes Schnellboot mit Tragflächenprofil, das den Namen Sagaris trägt, knapp 70 Knoten (110 km/h) schaffen. Allerdings ist dieses nicht elektrisch angetrieben, weshalb es hier nicht weiter behandelt werden soll. Zur Geschichte der Tragflügelboote und Bodeneffektfahrzeuge (Ekranoplane) ist die Homepage des russischen, 1951 / 1952 entstandenen Unternehmens in Nizhny Novgorod (früher: Gorki) jedoch sehr zu empfehlen.
Der Einsatz von Tragflächenbooten als konventionell betriebene Passagier-Fährschiffe sowie als Hochgeschwindigkeits-Segelboote soll hier aber nicht behandelt werden, sondern nur die elektrischen Versionen, zu denen auch die in den 2020ern aufgekommenen Tragflügelboards gehören. Ihre Wichtigkeit besteht darin, daß die mit einem Unterwasserflügel ausgestatteten Fahrzeuge 70 - 80 % weniger Energie verbrauchen, sobald sie aus dem Wasser abheben. Doch nun zur Geschichte der SeaBubbles.
Gemeinsam mit dem Schweden Anders Bringdal, einem zweifachen Windsurfing-Weltmeister, hatte Thébault 2016 die gleichnamige Firma SeaBubbles gegründet, mit Sitz am Lac d’Annecy, wo bereits im Juli ein Prototyp im Maßstab 1:8 getestet worden war. Anschließend gelingt es, Kapital in Höhe von 500.000 € einzuwerben, das von Henri Seydoux, dem Chef des Drohnenherstellers Parrot, von einem Fonds der französischen Regierung sowie von der Risikokapitalgesellschaft Partech Ventures stammt. Damit wird es auch möglich, einen Prototypen in Originalgröße herzustellen, der im März 2017 seine Versuchsfahrten beginnt.
Der 4 m lange und 2 m breite Prototyp aus Faserverbundwerkstoffen ist etwa 14 Knoten schnell (26 km/h), doch schon die nächste Version des Bootes soll Geschwindigkeiten von bis zu 25 Knoten (46 km/h) erreichen. Theoretisch ist aber auch eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 30 Knoten (55,5 km/h) möglich. Außerdem besitzt das Boot System aus gyroskopischen und Höhensensoren, das die Neigung des Boots automatisch korrigiert und sich während der Fahrt selbst stabilisiert.

Die rund 600 km schweren SeaBubbles haben eine blasenförmige Passagierkabine mit vier Sitzen - andere Quellen sprechen von vier Passagieren und einem Steuermann, der als fünfter Insasse hinzukommt. Da die Boote unter dem Cockpit mit zwei U-förmigen, in einem ganz bestimmten Winkel geneigten Tragflügeln ausgestattet sind, ,schweben’ sie quasi 40 - 70 cm über der Wasseroberfläche. Die Blätter drücken auf das Wasser und üben eine Kraft aus, die das Fahrzeug anheben kann, wenn die am hinteren Tragflügel angebrachten Unterwasserpropeller eine ausreichende Geschwindigkeit von 9 km/h (andere Quellen: 11 km/h; knapp 13 km/h; 17 km/h) erzeugen.
Dank der Foils reduziert sich der Reibungswiderstand um 40 % und der Energieverbrauch um 30 - 40 %, was ermöglicht, einen elektrischen Antrieb zu verwenden, der im vorliegenden Fall aus zwei 10 kW Elektromotoren von Torqeedo besteht. Das 20 kWh Lithium-NMC-Akkupaket, das über externe Solarpaneele sowie Wasserturbinen in den Anlegern aufgeladen werden soll, befindet sich unter dem Boden des Innenraums und reicht bis zu zwei Stunden oder 40 km weit. Aktuell ist noch ein Fahrer für die Boote vorgesehen, aber schon bald soll ein Konzept folgen, mit dem die SeaBubbles auf festen Routen autonom fahren können.
Wenn die Tests auf der Seine in Paris, wo die die Geschwindigkeit auf 12 km/h begrenzt ist, gut verlaufen, könnte die Produktion bereits im Januar 2017 anlaufen und die ersten SeaBubbles, die jeweils 30.000 € kosten, im Mai in Betrieb genommen werden. Zu Anfang sollen 15 Exemplare der elektrischen Tragflächen-Wassertaxis eingesetzt werden, später sogar 60. Die Zahl der Haltestellen, die sie ansteuern werden, steht noch nicht fest, es werden vermutlich 6 - 10 sein.

Für ihren Einsatz soll zudem eine Catch-Bubble-App entwickelt werden, die von Uber inspiriert ist, so daß Kunden vom Smartphone aus überprüfen können, ob ein SeaBubble in der Nähe verfügbar ist, und wenn ja, es sich bestellen.
Im Mai 2018 folgen Versuchsfahrten einer zweiten Prototypenversion sowohl in Paris als auch auf dem Genfer See, bei denen u.a. ein neues Fly-by-Wire-System getestet wird. Die Entwicklung des serienreifen Demonstrationsfahrzeugs, das ein einziges, zentrales vorderes und zwei hintere Tragflächenprofile besitzt, war von den Genfer Kantonsbehörden und dem Departement für Energie, Verkehr und Landwirtschaft (UVEK) unterstützt worden.
Nun ist auch zu erfahren, daß das OCTOPUS-Steuerungssystem des inzwischen verkürzt Bubble genannten Wassertaxis in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Energie- und Technikkonzern ABB entwickelt wurde, während der italienische Hydrodynamik-Spezialist Caponnetto-Hueber SL die Tragflächen und das Flugsteuerungssystem entworfen hat. Die aktuellen Maße betragen 4,60 m in der Länge und 2,27 m in der Breite, das Gewicht wird jetzt mit 1.250 kg angegeben. Als Reichweite werden vier Stunden bzw. 80 km genannt.
Im Februar 2019 feiert das Bubble in Miami sein US-Debüt, wo der Preis mit 150.000 - 200.000 € angegeben wird. Auf der SeaBubbles-Website werden die Wasserfahrzeuge zum Subskriptionspreis von 140.000 € angeboten - allerdings nur 20 Exemplare. Der Firma zufolge haben zu diesem Zeitpunkt etwa zehn private Käufer schon bezahlt und warten jetzt auf ihre Boote, die in Asien und in den USA gebaut werden.

Im März startet außerdem das bis Oktober 2021 laufende und von der EU finanzierte Projekt SeaBubbles, dessen Gesamtkosten fast 3 Mio. € betragen, von denen die EU gut 2 Mio. € übernimmt. Im Zuge des Projekts entwickelt ein europäisches Forschungsteam ein fliegendes Taxi, das mit Wasserstoff betrieben wird (s.u.).
Im April wird ein weiteres Projekt von Thébault der Weltöffentlichkeit vorgestellt, eine FlyBus genannte Tragflächenfähre, die als Modell F 12 mit zwölf, bzw. als Modell M 32 mit 32 Sitzplätzen ausgestattet ist. Daneben ist auch von einer Jet-Version für zwei Personen die Rede, mit der eine Geschwindigkeit von deutlich über 50 km/h erreicht werden kann.
Darüber hinaus beginnt Mitte September 2019 ein von den Pariser Behörden genehmigter, einwöchiger Test des Bubble mit Passagieren, die nun täglich zwischen 8 und 10 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr von Issy-les-Moulineaux nach Bercy transportiert werden. Amüsant ist die Meldung, der zufolge die Pariser Wasserpolizei das ,rasende’ Boot umgehend angehalten habe, um es zu überprüfen, da die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Seine 12 km/h beträgt. Wie die Dokumente belegen, hat das Bubble jedoch die Erlaubnis, während der Tests bis zu 30 km/h schnell zu fahren.
Ende 2020 wird die Firma SeaBubble von der privaten französischen Investmentgesellschaft Mediapps Innovation übernommen, um sie finanziell zu sanieren und weiterzuentwickeln. SeaBubbles hatte zuvor ca. 7 Mio. € eingesammelt, war aber trotzdem in Schwierigkeiten geraten.

Auf dem Cannes Yachting Festival im September 2022 wird ein größeres und schnelleres Modell vorgestellt, das über ein Hybridsystem verfügt, welches sowohl Wasserstoff-Brennstoffzellen als auch ein Lithium-Ionen-Batteriepaket enthält. Das Boot, das (wieder) SeaBubble heißt, ist 8 m lang, 3,5 m breit und bietet Platz für bis zu zwölf Passagiere - entsprechend dem drei Jahre zuvor angekündigten Modell F 12. Zu den weiteren Merkmalen gehören Flügeltüren, eine Heizungs- und Klimaanlage sowie getönte Scheiben.
Der neue Tragflächenbus wird von zwei 45 kW Motoren angetrieben, und sobald er eine Geschwindigkeit von 10 Knoten (19 km/h) erreicht, hebt sich der Rumpf auf drei automatisch ausgefahrenen Kohlefasertragflächen 60 cm aus dem Wasser. Das Boot kann dann mit einer Geschwindigkeit von 18 Knoten (33 km/h) sanft kreuzen. Nach Angaben der Konstrukteure reicht eine 4-minütige Aufladung an einer Wasserstofftankstelle für eine Fahrzeit von 2,5 Stunden bei dieser Geschwindigkeit. Über den Preis ist noch nichts bekannt, aber die ersten Exemplare sind bereits in Produktion.
Nach der erfolgreichen Zertifizierung des Bubble kündigt die Firma im Juli 2023 den Start des ersten kommerziellen Dienstes in Frankreich an. In Zusammenarbeit mit dem Ballungsraum Grand Annecy ist auf Frankreichs schönstem See eine Pilotlinie mit regelmäßigem Passagierverkehr eingeführt worden, als Teil eines umfassenden umweltfreundlichen Verkehrssystems, wobei die elektrischen Shuttles von einem Konsortium lokaler Akteure beschafft wurden. Um die Tragflächentechnologie weiterzuentwickeln, übernimmt die Firma im Juni 2024 das maritime Mobilitätsunternehmen Neocean.
Das nächste Modell trägt den Namen Smart Bubble und wird erstmals im September 2024 auf dem Cannes Yachting Festival vorgestellt. Diese Version ist 8 m lang und 3,5 m breit, bietet Platz für sieben Passagiere nebst einem Piloten und erreicht eine Reisegeschwindigkeit von 16 Knoten (30 km/h). Da sie schwerer ist als die ursprüngliche Bubble, hebt sie erst mit einer etwas höheren Geschwindigkeit von 10 Knoten (19 km/h) ab.
Eine Ladung der 90 kWh Batterie des Vorführmodells soll für etwa 75 Minuten Fahrt ausreichen, doch ein 130 kWh Modell mit größerer Reichweite ist ebenfalls in Arbeit. Außerdem verfügt das Boot über vier neue patentierte Technologien, darunter einziehbare Foils. Trotz dieser Fortschritte gerät SeaBubbles im Jahr 2025 jedoch ein weiteres Mal in finanzielle Schwierigkeiten, was im Juli zu einem Insolvenzverfahren, und im November zur Liquidation des Unternehmens führt.
Bevor über die weiteren aktuellen Entwicklungen auf dem Sektor der
elektrisch betriebenen Tragflächenboote berichtet wird, sind noch einige
weitere Vorläufer zu nennen:
So stellt der tschechische Industriedesigner Jan Metelka aus
Prag im Juli 2014 den Entwurf eines Tragflügelboots
mit Elektromotor vor, das einen Propeller mit Wasserdüse hat und dessen
Rumpf aus einem leichten Aluminiumrahmen und Karbonfasern besteht.

Zum Aufladen seiner Lithium-Ionen-Batterien nutzt das Boot integrierte PV-Paneele, die sich wie Insektenflügel ausklappen lassen, um eine darunter liegende zweite Schicht Paneele der Sonne auszusetzen.
Der Watrix scheint im Umfeld des Designstudios von Charles Bombardier entstanden zu sein, nähere Details zum angedachten Antrieb oder der Akkukapazität gibt es nicht.
Bereits im Januar 2015 zeigt das Designstudio ein weiteres Hydrofoil-Konzept, das diesmal von Niklas Wejedal stammt. Das Marlin (Stachelmakrele) genannte Wassersportgerät nutzt allerdings anstelle eines Propellers eine biomechanische Antriebsmethode, die auf die Idee von Brice Thouret aus Quebec zurückgeht, die oszillierenden Bewegungen von Fischschwänzen nachzuahmen.

Dieser hatte im Dezember 2012 ein entsprechendes Patent unter dem Namen ,Propulsion device for use with a fluid’ angemeldet (US-Nr. 8.784.148, erteilt 2014; s.a. US-Nr. 9.315.249). Es ist klar, daß er aber weder der einzige noch der erste war, der diese Idee verfolgte, die beispielsweise auch bei dem muskelkraftbetriebenen Aquaskipper umgesetzt worden ist (s.d.).
Wejedal geht davon aus, daß sein effizientes, oszillierendes Antriebssystem in Kombination mit einem 15 kW Elektromotor dem eleganten ,Bootsroller’ ermöglicht, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Zudem ist der Rumpf des Marlin, der ähnlich einem Kajak lang und schmal ist, um die Reibung auf dem Wasser zu verringern, von den Mach2 Foiling Moth Segelbooten von McDougall McConaghy inspiriert, die bereits in Produktion sind und sich an den gleichnamigen Wettbewerben beteiligen.
Für die Ionen-Lithium-Batterien im Inneren des Fahrzeugs ist ein Ladeadapter an Bord, um sie an der Anlegestelle mit Strom aus Sonnen- und Windenergie aufzuladen. Doch auch in diesem Fall läßt sich über die Graphiken hinaus nichts über eine weitere Beschäftigung mit dem Konzept finden.
Das nächste Hydrofoil-Design gewinnt im Juni 2015 den erstmals veranstalteten DHL Blue Sky Transport Design Award, einen internationalen Wettbewerb mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die das Potential haben, die Zukunft der Transportindustrie zu gestalten. Inspiriert von der ersten vollelektrischen Rennmeisterschaft der Welt, der Formel E, waren die Teilnehmer dazu aufgefordert, elektrische Transportfahrzeuge für den privaten, öffentlichen und kommerziellen Gebrauch zu entwerfen.

Der mit einer Siegesprämie von 10.000 £ bedachte DHL Water Strider von Oliver Lehtonen aus Finnland und Philippe Hohlfeld aus Luxemburg, Doktoranden am Royal College of Art und am Imperial College London, von dem auch ein verkleinertes Modell im Designstudio von PriestmanGoode im Zentrum von London ausgestellt wird, ist ein autonomes solarbetriebenes Lieferboot, das die weltweite Wasserstraßeninfrastruktur nutzt, um Gütern zu transportieren.
Der Ansatz unter dem Titel ,Water Strider: Blue Water, Clean Sky, Quiet Roads’ basiert auf der Tatsache, daß die Mehrheit aller Städte über Wasserwege zugänglich sind - auch 85 % der europäischen Hauptstädte liegen an Flüssen. Der innovative Service soll daher eine schnelle, leise und saubere Zustellung in und aus Städten bieten, die an Flüssen und Küstengebieten liegen.
Zu den Hauptmerkmalen des Water Strider gehören einziehbare Tragflächen für verschiedene Fahrmodi, 12 m2 Solarzellen, die das Boot mit 8 kWh Energie versorgen, was für eine Operationszeit von 24 Stunden ausreichen soll, und ein 5 m3 großer Laderaum, der die gleiche Menge an Fracht wie ein normal großer Lieferwagen aufnehmen kann. Leider scheint die Idee danach nicht weiterverfolgt worden zu sein.
Tatsächlich umgesetzt wird hingegen das Projekt eines Studententeams der Universität von Westaustralien (UWA), welches zusammen mit dem in Perth ansässigen Start-Up Electro.Aero Pty Ltd. - einem Ladeinfrastruktur-Spezialisten für die elektrische Luftfahrt - und dem Geldgeber Galaxy Resources den weltweit ersten elektrischen Jetski mit FS-Hydrofoils (Fully Submerged) entwickelt und baut.

Wie im Oktober 2015 gemeldet wird, erfolgte die Konstruktion des Wassersportfahrzeugs namens WaveFlyer im Laufe von mehr als zwei Jahren im Rahmen des Renewable Energy Vehicle Project (REV) der UWA unter der Leitung von Prof. Thomas Braunl.
Der Prototyp, der viel leiser ist als ein benzinbetriebener Jetski, verfügt über 8 kWh Energie in Lithium-Ionen-Batterien, was eine Fahrzeit von etwa 30 Minuten ermöglicht, der wassergekühlte Drehstrommotor wurde exklusiv von der Firma Submersible Motor Engineering aus Perth entwickelt und gebaut, und weitere technische Unterstützung wurde von Total Marine Technology aus Perth geleistet.
Es ist nicht ganz klar, wie das Tragflächen-Projekt in den Folgejahren weiterging, doch im August 2019 erscheint es erneut in den Fachblogs - und noch immer im Prototypenstadium seiner Entwicklung. Man erfährt nun, daß das Wasserfahrzeug für zwei Personen, das im Ruhezustand wie ein herkömmlicher Jetski aussieht, mit Hilfe eines zum Patent angemeldeten stabilisierten WaveDrive-Doppel-Hydrofoil-Antriebssystem der Electro.Aero durch das Wasser gleitet. Außerdem ist jetzt von einem 2 kWh Li-Ionen-Akku die Rede, der eine Betriebsdauer von mehr als 30 Minuten erlaubt.
Das Team sieht ein großes kommerzielles Potential für das umweltfreundliche elektrische Wasserfahrzeug, das sich bei Ökotourismus-Betreibern großer Beliebtheit erfreuen und auf Seen in aller Welt eingesetzt werden könnte, auf denen benzinbetriebene Boote verboten sind. Electro.Aero gegründet daher einen neuen Geschäftsbereich namens Electro.Nautic (o. Electro Nautic Pty Ltd.; Electronautic; ENAUTIC), der sich auf den WaveFlyer und die WaveDrive-Technologie konzentriert, welche dazu beitragen könnten, die Wasserfahrzeugindustrie zu revolutionieren.

Tatsächlich wird im März 2023 berichtet, daß die Electro.Nautic nun Vorbestellungen für ein Wellen-schneidendes Tragflügelboot entgegennimmt, das unter dem Namen WaveFlyer Volaré im Juni in Australien auf den Markt kommt. Mit einer Länge von 290 cm und einer Breite von 125 cm ist es kleiner als andere Jetskis und sieht eher wie ein schnittiges Beiboot aus. Es bietet Platz für zwei Personen nebeneinander und ist mit einem 7-Zoll-Display und einem Steuerknüppel ausgestattet, der sich diplomatisch in der Mitte befindet.
Wie häufig bei Tragflächenbooten, befindet sich auch beim Volaré der elektrische Antrieb im hinteren Teil der einziehbaren Tragflächen, die sich für Fahrten in flachem Wasser und für den Transport auf Höhe des Rumpfes anheben und nach oben ragen. Während der frühere Prototyp auf zwei in Reihe angeordneten Tragflächen vorne und hinten ausbalanciert war, sind es bei der Serienmaschine zwei nebeneinander liegenden Blätter, die unter Wasser mit den eigentlichen Tragflächen verbunden sind, die die Hubarbeit leisten und Steuerflächen an der Hinterkante haben.
Das Volaré schwebt weniger als 70 cm über der Wasseroberfläche, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h und wird ebenfalls durch ein Fly-by-Wire-Steuerungssystem ausbalanciert. Dieses bietet zwei verschiedene Modi: den Cruise-Modus, der darauf ausgerichtet ist, daß sich die Benutzer wohl und sicher fühlen, und den Performance-Modus, der es ermöglicht, das Boot ein wenig herumzuschleudern und in schnelle Kurven zu legen.

Das Fly-by-Wire-System unterstützt auch die Fernsteuerung, so daß man den WaveFlyer mit einer Telefon-App wie ein riesiges R/C-Boot behandeln kann, was vor allem Vermietern geschuldet ist, die damit das Boot in Sicherheit bringen können, falls der Pilot ausfällt. Es gibt auch eine Geofencing-Funktion, mit der das Volaré von bestimmten Gebieten ferngehalten und auf andere beschränkt werden kann. Und man kann es aus der Ferne abschalten, falls es gestohlen wird.
Die Tragfähigkeit beträgt bis zu 200 kg bei einer Tragflächenfahrt und 250 kg, wenn das Boot wie ein normales Wasserfahrzeug fährt, was dann aber sehr langsam ist und nur etwa ein Viertel der Reichweite bietet. Reichweite und Ausdauer hängen mit der Batteriegröße zusammen, und die wiederum mit dem Preis: Das Basismodell bietet eine Reichweite von 1,5 Stunden und bis zu 35 km und kostet 49.990 $. Es gibt eine Version mit 3 Stunden und 65 km für 54.990 $, und das Spitzenmodell bietet 4,5 Stunden und 100 km für 59.990 $.
Im März 2024 stellt das Unternehmen zwei neue elektrische Hydrofoil-PWC-Modelle vor: den WaveFlyer ROGUE mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten und einer Kapazität für einen oder zwei Passagiere, der für Spaß, persönliche Mobilität und Erkundungstouren geschaffen ist, sowie den WaveFlyer ROGUE-X mit einer Geschwindigkeit von mehr als 40 Knoten und hoher Manövrierfähigkeit, der den Nervenkitzel traditioneller PWCs bietet - ohne störenden Lärm. Das ROGUE-Modell wird bereits bei ENAUTIC in Perth getestet und soll noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Nach zwei Jahren der Marktforschung, des Designs und der Produktentwicklung stellt das niederländische Unternehmen Edorado Marine im Juli 2016 ein neues emissionsfreies Motorboot vor, das über eine Tragflächenkonstruktion verfügt, die es ihm ermöglicht, mit sehr geringem Widerstand über dem Wasser zu fahren, was die Höchstgeschwindigkeit und die Reichweite erhöht. Verantwortlich für das hydrodynamische Design ist Tom Speer, der auch dem Team Oracle beim America Cup angehört.

Das Team des Studios Springtime, welches das Edorado 7S genannte Boot in Zusammenarbeit mit dem Schiffbauingenieur Peter Bosgraaf für Edorado Marine entwickelt hat, wählte eine innovative Tragflächenkonstruktion, um ein überlegenes Hochleistungs-Elektro-Sportboot zu konstruieren, das stabil ist in Bezug auf Stampfen, Heben und Rollen, so daß seine Sicherheit nicht von einem aktiven Kontrollsystem abhängt, welches komplex und teuer wäre. Das 7,1 m lange Boot kann eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Knoten (74 km/h) erreichen.
Das Äußere des 7S zeichnet sich durch klassische Linien aus, kombiniert mit einem zeitgemäßen automobilen Materialmix, während der geräumige und übersichtlich gestaltete Innenraum eine Reihe von intelligenten Funktionen bietet, wie hochklappbare Rückenlehnen der Vordersitze, viel versteckten Stauraum, Beleuchtung und ein Audiosystem. Die digitalen Instrumente des Bootes sind hinter einem durchgehenden Touchscreen-Armaturenbrett untergebracht - und auch der Motorraum mit Elektromotor und Batteriepacks ist durch ein Fenster im hinteren Deck sichtbar.

Edorado nimmt bereits Vorbestellungen für das 7S entgegen und bereitet sich auf den Bau der ersten Produktionsserie vor, bei der verschiedene Material- und Ausstattungsoptionen zur Verfügung stehen werden. Es lassen sich aber keine Belege dafür finden, das es je zu einer Herstellung kam, die über die eines funktionsfähigen Prototypen hinausging, mit dem im Laufe der Zeit über 500 Stunden lang Versuchsfahrten durchgeführt werden.
Im September 2021 kündigt Edorado die Entwicklung eines größeren und besseren Modells an, das 8S heißt und diesmal den Weg aufs Wasser schafft. Das Boot mit einer Länge von 8,4 m und einer Breite von 2,5 m besitzt einen Kohlefaserrumpf sowie einziehbare Tragflächen und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 38 Knoten (70 km/h) erreichen. Dabei paßt ein automatisches Steuerungssystem aus Ultraschallsensoren, Gyroskopen, Beschleunigungsmessern und GPS den Winkel der Tragflächen 100 Mal pro Sekunde an, um optimale Leistung und Sicherheit zu gewährleisten.
Die zwei elektrischen 50 kW Propellerantriebe werden von einem 80 kWh Batteriepaket versorgt, und bei einer Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h) soll die Reichweite 74 km pro Ladung betragen. Der Preis für das Boot liegt bei 350.000 €. Öffentlich vorgestellt wird es erstmals auf dem Cannes Yachting Festival 2023.
Die nächste längere Geschichte beginnt Ende 2016,
als das Start-Up Candela Speed Boat AB (o. Candela
Technology AB) aus dem schwedischen Lidingö ein Tragflächenboot in
Originalgröße aufs Wasser bringt.

Das 2014 von Boo Gustav Hasselskog gegründete Unternehmen schafft damit in nur zwei Jahren die Entwicklung und Produktion mehrerer Prototypen eines vollständig emissionsfrei angetriebenen Schnellbootes mit hoher Reichweite, das nach einiger Feinabstimmung auch das Ziel einer Reichweite von mehr als 92 km pro Ladung bei 20 Knoten erreicht, was 2 - 3 Mal höher als bei den besten derzeit auf dem Markt befindlichen Elektrobooten.
Das erste in Serie gebaute Modell, die 7,5 m lange Candela C-7 (o. Candela Seven), besteht die Schweizer Zertifizierungstests und wird 2019 erstmals in der internationalen Presse vorgestellt. Im Frühjahr werden die ersten Kundenlieferungen abgeschlossen. Durch die Tragflächen erreicht das Boot eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (56 km/h) und eine Reichweite von 93 km bei 22 Knoten (41 km/h). Und im November gewinnt es den prestigeträchtigen Best of Boat Award in der neuen Kategorie ,Best For Future’.
Im Januar 2020 gibt die C-7 auf der boot Düsseldorf ihr Messedebüt, ab April ist sie in den USA erhältlich und Ende Mai tritt sie bei der Fernsehsendung auto mobil – das VOX Automagazin zum Rennen gegen einen Tesla Model 3 zwischen Köln und Düsseldorf an, wobei die Strecke zu Lande etwa 45 km lang ist, auf dem Fluß jedoch 55 km. Der Tesla ist zwar schneller, muß sich auf der Autobahn aber gegen den Berufsverkehr durchsetzen. Das Rennen endet sehr knapp, mit nur minimalem Vorsprung für das Auto.

In einem im Juni veröffentlichten Video wird die Effizienz und die große Reichweite der C-7 während einer 37-minütigen Elektrofahrt durch die Stockholmer Schären demonstriert. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten verbraucht das Boot nur 0,8 - 0,9 kWh pro Seemeile aus seinem 40 kWh Akkupack, das aus dem BMW i3 stammt. Die Effizienz ist aber nicht der einzige Vorteil: Die C-7 ist im Betrieb praktisch geräuschlos, und selbst bei hoher Geschwindigkeit hinterläßt sie nur eine winzige Heckwelle von 5 cm.
Im August meldet die Firma den Verkauf von zehn Booten, deren Preis mit rund 240.000 $ pro Stück.beziffert wird - und im September erhält das Start-Up eine nicht näher bezifferte finanzielle Unterstützung von Chris Anderson, dem Kurator der Non-Profit-Organisation TED Conferences, die sich als Plattform dem Austausch von Ideen widmet, vor allem durch das Medium kurzer Vorträge, die als TED Talks weltweit verfolgt werden. Auch als PR ist die Unterstützung sehr förderlich.
Zusammen mit anderen Parteien bekommt die Firma fast 8 Mio. € Investitionsmittel, um ihre Produktionskapazitäten zu erweitern. Außerdem werden nun Probefahrten für die Presse u.a. in Berlin, Lugano, Strande, Kiel, Venedig, auf dem Starnberger See und dem Vierwaldstädtesee angeboten.

Bei der Konstruktion der C-7 werden eine Reihe von Bordcomputern und Sensoren eingesetzt, welche die Stabilität des Bootes überwachen, indem die Sensoren hundertmal pro Sekunde die Höhe messen und die Tragflächen automatisch anpassen, um Neigung, Drehung und Höhe beizubehalten. Das Resultat ist ein stabil laufendes Schiff, das eine sehr ruhige Fahrt bietet, selbst bei kabbeliger See oder starkem Wind. Die Technologie wird auch bei den Folgemodellen beibehalten.
Um auf einen Anhänger zu passen und auch in flachem Wasser zu funktionieren, ist das Tragflächensystem aus Karbon-Verbundstoff vollständig einziehbar. Die vordere Tragfläche wird mit Hilfe elektrischer Antriebe in den Bootskörper zurückgezogen, während die hintere eine größere Herausforderung darstellt, da die speziell entwickelte Antriebseinheit darunter hängt und das Ganze mit dem Außenbordmotor verbunden ist. Wie man auf dem nebenstehenden GIF erkennt, wird der große Außenborder weit nach oben gekippt, weshalb das Ganze auf einem Hydraulikarm und einem Kippsystem montiert ist.
Im März 2021 sorgt der schwedische Bootsbauer mit einer neuen Tragflächen-Fähre für Aufsehen, die als das bislang schnellste vollelektrische Passagierschiff bezeichnet wird. Die 12 m lange P-30 (o. Candela P-30) soll die Wasserwege und die Luft in der Umgebung sauberer machen, indem sie die rund 60 Dieselfähren, die derzeit in Stockholm verkehren, verdrängt und die Betriebskosten des Fährverkehrs halbiert.

Das Schiff wird Platz für 30 Passagiere bieten und von zwei schwenkbaren, elektrischen 60 kW Pod-Antrieben bewegt, die es auf eine Dienstgeschwindigkeit von 20 - 25 Knoten bzw. eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (60 km/h) bringen, während der bordeigene 180 kWh Lithium-Akku eine Reichweite von gut 100 km bietet. Die Seerprobung der P-30 soll 2022 in Stockholm beginnen, die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist für 2023 geplant.
Schon im Mai wird als weiteres Modell ein P-12 (o. Candela P-12) genanntes Wassertaxi für zwölf Personen vorgestellt, das den Betreibern eine Kostenreduzierung von 85 % im Vergleich zu bestehenden Schiffen mit Verbrennungsmotor verspricht. Mit einer Ausdauer von mehr als zwei Stunden bei 20 Knoten ist die 8,5 m lange und 2,5 m breite P-12 das erste elektrische Wassertaxi, das weite Strecken mit hoher Geschwindigkeit zurücklegen kann. Die P-12 kann kann schon vorbestellt werden und soll ab Ende 2022 ausgeliefert werden.
Im Rahmen der Monaco Energy Challenge, dem weltgrößten Wettbewerb für Elektroboote und Boote mit neuer Energie im Juli 2021, der vom Monaco Yacht Club veranstaltet wird, nimmt die C-7 am YCM International Speed Record-Rennen teil und schlägt 14 andere Elektroboote im Sprintrennen über 1/8 Seemeilen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,055 Knoten fliegt das Tragflächenboot trotz des rauhen Wetters und der großen Wellen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 31 Knoten über die Ziellinie. Dabei übertrifft die C-7 herkömmliche Elektroboote mit zehnmal größeren Motoren.

Im August 2021 präsentiert Candela eine neue, selbst entwickelte und patentierte elektrische Antriebseinheit namens C-Pod, die aus aus zwei Elektromotoren besteht, von denen jeder einen gegenläufigen Propeller antreibt und eine kombinierte Leistung von 50 kW (67 PS) pro Pod liefert. Dabei hat die Antriebseinheit ein ultrakompaktes, torpedoförmiges Design und wiegt nur 50 kg. Das Wassertaxi P-12 kann mit einem einzigen C-Pod 30 Knoten erreichen, während die Shuttle-Fähre P-30 zwei C-Pods benötigen würde, um diese Geschwindigkeit zu erreichen.
Die Firma behauptet, daß die Torpedo-ähnlichen C-Pods die effizientesten und langlebigsten Bootsmotoren aller Zeiten sind, da das Design ein langes Wartungsintervall von 3.000 Stunden vorsieht und keine Ölwechsel oder andere größere Wartungsarbeiten erforderlich sind. Wesentlich ist dabei, daß der E-Motor komplett unter Wasser ist und ohne Getriebe auskommt, was ihn extrem leise macht und gleichzeitig das Problem der Kühlung löst.
Ebenfalls im August wird mit der C-8 (o. Candela C-8; C-8 Day Cruiser) eine weiterentwickelte Version der C-7 vorgestellt, die nach Angaben der Firma die größte Reichweite aller bekannten Elektroboote hat. Mit einem 44 kWh Akkupack und unterstützt durch eine neue und verbesserte Version der Hydrofoiling-Technologie sowie einem neu entwickelten Antriebsstrang mit 55 kW Motor kommt die 8,5 m lange C-8 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (56 km/h) und hat eine Reichweite von 93 km. Dies schlägt sich allerdings auf dem Preis nieder, der 329.000 $ beträgt.

Wie bei der C-7 lassen sich auch bei der C-8 die Tragflächen zum Transport, Anlegen und Navigieren in flachen Gewässern über die Wasserlinie einziehen und passen sich automatisch an, um das Boot beim Gleiten über das Wasser ruhig zu halten. Im Inneren gibt es ein großes und komfortables Cockpit mit Sitzplätzen für acht Passagiere, eine Sonnenliege, Betten für zwei Erwachsene und zwei Kinder und eine Schiffstoilette. Alle Systeme – vom Aktivieren der Kühlanlagen bis zur Navigation – werden über einen 15,4 Zoll großen Touchscreen gesteuert, dessen intuitive Nutzeroberfläche die Firma selbst entwickelt hat.
Im Oktober meldet Candela, daß man bereits mehr als 60 Bestellungen für die Candela C-8 erhalten habe, die bis Dezember auf 100 anwachsen, wobei die ersten Lieferungen im Frühjahr 2022 erfolgen sollen. Von der C-7 sind seit Beginn der Produktion im Jahr 2019 nur 32 Einheiten gebaut und davon 30 verkauft worden.
Im Dezember 2021 gibt die Firma bekannt, daß sie unter der Leitung von EQT Ventures und mit Beteiligung des bestehenden Investors Chris Anderson neue Investitionsmittel in Höhe von 24 Mio. € erhalten habe. Das Geld verstärkt den bereits beträchtlichen Mittelzufluß aus den Verkäufen und soll nun zur Stärkung von Forschung und Entwicklung, zur Automatisierung der Produktion und zum Ausbau des Vertriebs verwendet werden.

Die Candela C-8 absolviert im Februar 2022 ihre erfolgreiche Jungfernfahrt - und Mai wird auf dem Salone Nautico in Venedig mit der P-8 Voyager ein neues und besser ausgestattetes Modell vorgestellt. Diese ist 8,6 m lang und 2,5 m breit, hat einen Rumpf aus Kohlefaser und wird von einem 50 kW C-POD angetrieben, der für eine Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten bzw. eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten sorgt. Eine Batterie-Ladung reicht auch hier für eine Reichweite von 93 km bei einer Geschwindigkeit von 20 Knoten.
Während die bestehende C-8 eher auf den privaten Gebrauch ausgerichtet ist, zielt die P-8 auf den professionellen Einsatz als Yachttender, Tageskreuzfahrtschiff oder Wassertaxi. In seiner klimatisierten Kabine finden sechs Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder Platz. Die Produktion soll in diesem Herbst beginnen, die Preise beginnen bei etwa 485.000 $.
Im Juni 2022 enthüllt Candela das endgültige Design der Tragflügelboot-Fähre P-30, die von der Region Stockholm in Auftrag gegeben wurde und 2023 in Betrieb gehen soll, um jeweils 30 Passagiere zwischen den Schären der Stadt hin- und herzufahren. Das Schiff, das sich jetzt in der letzten Entwurfsphase befindet, wird in P-12 Shuttle umbenannt und soll als Foiling-Katamaran mit einer komfortablen und luftigen Kabine zu Wasser gelassen werden.

Da das 12 m lange Boot selbst bei hohen Geschwindigkeiten nahezu keine Heckwellen verursacht, wird es von der Geschwindigkeitsbegrenzung von 12 Knoten ausgenommen, die in dieser Region gilt, so daß es in die Innenstadt fahren kann, ohne andere Schiffe oder empfindliche Küstenabschnitte durch Wellen zu beschädigen. Bei einer Dienstgeschwindigkeit von 25 Knoten durch zwei E-Motoren mit zusammen 88 kW reicht die 180 kWh Batterie für eine Reichweite von bis zu 110 km pro Ladung.
Es ist geplant, das erste P-12 Ende 2022 in der neuen, automatisierten Fabrik des Unternehmens in Rotebro außerhalb von Stockholm auf Kiel zu legen. Nach den Tests im Jahr 2023 sollen mehrere P-12-Shuttles im Herbst 2024 für einen neunmonatigen Testbetrieb in Dienst gestellt werden und Passagiere zwischen dem Stockholmer Vorort Ekerö und dem Stadtzentrum befördern – eine Strecke, die derzeit von zwei Dieselfähren mit einer Kapazität von jeweils 200 Passagieren bedient wird.
Candela schlägt vor, diese Fähren durch mindestens fünf P-12-Shuttles zu ersetzen und damit ein flexibles öffentliches Verkehrssystem auf dem Wasser zu schaffen, bei dem die Abfahrtsfrequenz von zweimal pro Tag auf alle elf Minuten erhöht wird, so daß die Fahrgäste einfach am Kai erscheinen und in das nächste Shuttle einsteigen können. Das Unternehmen vermerkt eine enorme Nachfrage aus über 600 Städten, Gemeinden, Schiffsbetreibern und Stadtentwicklern, die ihr Interesse am P-12 Shuttle bekundet haben.
Im August 2022 vereinbart Candela mit dem ebenfalls schwedischen Unternehmen Polestar, daß dieses die Batterie- und Ladesysteme für die Tragflächen-Schnellboote liefern wird. Im September erfolgt auf der Interboot in Friedrichshafen die Deutschlandpremiere der Candela C-8.

Und im Oktober erscheint die C-8 in einer T-TOP-Ausführung für Fahrten in sonnigeren Gewässern. Die neue Version verfügt über ein Kohlefaser-Sonnendach, das den acht Passagieren ausreichend Schatten spendet, sowie über neue Funktionen, die die C-8 zum idealen Ort für einen langen, sonnenreichen Tag auf dem Wasser machen. Außerdem gibt es Halterungen für zusätzliche Geräte wie Radar, Suchscheinwerfer oder eine UKW-Antenne.
Ihr US-Debüt gibt die Candela C-8 auf der CES im Januar 2023 - und auf der boote Düsseldorf wird sie bei den European Powerboat Awards zum ,europäischen Motorboot des Jahres’ gekürt.
In diesem Monat wird auch das erste Produkt vorgestellt, das aus der Batterie-Kooperation mit Polestar hervorgegangen ist: eine Candela C-8 ,powered by Polestar’, welche das gleiche 69 kWh Batteriepaket und die gleiche DC-Ladetechnologie wie das der Elektroauto Polestar 2 verwendet. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 22 Knoten wird mit einer Ladung eine Reichweite von über 100 km erwartet.
Im März sammelt Candela weitere 20 Mio. $ von EQT Ventures, dem Investorenduo Joel Eklund (Fosielund Holding AB) und Svante Nilo Bengtsson (Marknadspotential AB) sowie Ocean Zero LLC u.a. ein, um die Entwicklung der P-12 Fähre abzuschließen und die Produktion zu starten.

Im April wird eine neue Version des C-8 Day Cruiser vorgestellt, die über das beliebte Center-Console-Layout verfügt und etwa 361.500 $ kosten soll.
Bei einer im September 2023 durchgeführten Ausdauerprüfung legt die ,Polestar Powered’ Candela C-8 innerhalb von 24 Stunden 777 km zurück und stellt damit einen neuen Weltrekord auf. Den bisherigen Rekord hielt das Team von Voltari, das mit einer einzigen Ladung 146 km von Florida zu den Bahamas zurückgelegt hat. Dieses und andere E-Schnellboote, die keine Tragflächen haben, werden in einem späteren Kapitelteil unter dem Thema Elektroboot-Rennen abgehandelt.
Die Route der Ausdauerprüfung bestand aus einer Schleife zwischen Stockholm und der Insel Tynningö, wobei nach jeder Runde eine Gleichstromladung durch das mobile 281 kWh Batteriespeichersystem Voltpack von Northvolt erfolgte. Die Durchschnittsgeschwindigkeit während der Rekordfahrt betrug 17 Knoten, unter Berücksichtigung der jeweils 18-minütigen Ladepausen. Die meiste Zeit war der C-8-Prototyp jedoch mit voller Geschwindigkeit von 27 Knoten unterwegs.
Im November geht die C-8 mit den 69 kWh Polestar-Batterien in die Serienproduktion - ebenso wie die Candela P-12, nachdem die Vorserienversion erfolgreich ihre Testfahrten absolviert hat, bei denen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten bestätigt werden konnte.
Der 30-sitzige Shuttle mit zwei C-POD MAX Motoren mit 340 kW Gesamtspitzenleistung sowie einer 252 kWh Batterie kostet ab 2,5 Mio. € und wird in drei Varianten angeboten: der P-12 Shuttle, der P-12 Business für 12 - 20 Fahrgäste, sowie der P-12 Voyager.

Im März 2024 bringt eine weitere Finanzierungsrunde Mittel in Höhe von 24,5 Mio. € ein, u.a. von der Groupe Beneteau - die seit 2018 als der weltweit größte Segelboot- und Motoryacht-Hersteller gilt und in 15 Fabriken unter neun Marken jährlich mehr als 8.000 Yachten baut. Zu den weiteren Geldgebern der Runde gehören die langjährigen Investoren EQT Ventures, Ocean Zero LLC und Kan Dela AB. Damit erhöht sich die Gesamtfinanzierung seit der Gründung von Candela auf über 70 Mio. €.
Zudem unterzeichnet das neuseeländische Unternehmen für erneuerbare Energien, Meridian Energy, eine Vereinbarung mit Candela, wonach eine P-12 ab dem nächsten Jahr die Mitarbeiter des Wasserkraftwerks über den Manapōuri-See hin- und herfahren wird, der oft als der sauberste See der Welt bezeichnet wird, da sein kristallklares Wasser durch das Schmelzen der Gletscher, die den See geformt haben, sowie durch die jährliche Schneeschmelze gespeist wird.
Wie im August bekannt wird, soll die Candela P-12 auch das geplante Wassernetz von NEOM bedienen, dem gigantischen Entwicklungsprojekts im Nordwesten Saudi-Arabiens. Hierfür bestellt NEOM eine erste Serie von acht elektrischen Tragflächenschiffen, die im Jahr 2025 und Anfang 2026 ausgeliefert werden sollen.
Dank einer Partnerschaft zwischen Candela, dem Funkhaus Berlin und der Reederei Riedel, die im August 2024 geschlossen wird, soll eine Candela P-12 ab dem Folgejahr Teil der Flotte der Partner werden. Die erste Route wird von der East Side Gallery nahe dem Ostbahnhof zum Funkhaus Berlin in Oberschöneweide führen, eine 5 km lange Strecke auf der Spree, die eine zehnminütige Fahrt verspricht. Berlin wird damit die erste Stadt in Deutschland sein, die das Tragflächenschiff Schiff einsetzt. Im September wird der Verkauf der P-12 bekanntgegeben.

Im gleichen Monat stellt eine Gruppe von Schweden einen Weltrekord auf, indem sie mit einem Tragflächenboot vom Typ Candela C-8 zwischen Stockholm und der finnischen autonomen Region Åland hin- und herfahren, wo die Elektroboot-Pioniere von der åländischen Ministerpräsidentin Kristin Sjögren begrüßt werden. Damit überquert zum ersten Mal ein Elektroboot die Ostsee, wobei das Schiff noch am selben Tag zurückkehrt - und dies zu rund 95 % niedrigeren Kosten als ein mit fossilen Brennstoffen betriebenes Boot.
Ein weiteres Schiff vom Typ P-12 wird Ende Oktober 2024 in das öffentliche Verkehrssystem Stockholms integriert, womit auch der dortige Testeinsatz beginnt, der eigentlich schon 2022 starten sollte. Das auf den Namen Nova getaufte Boot startet um 07:15 Uhr von seinem Dock im Vorort Tappström ab und legt die 15 km lange Strecke zum Stockholmer Rathaus in etwas mehr als 30 Minuten zurück, lautlos und einen Meter über der Wasseroberfläche.
Die Nova wird im Herbst bis zum Einfrieren des Wassers verkehren und den Betrieb im Frühjahr bis August des Folgejahres wieder aufnehmen. Bei der Strecke handelt es sich um ein Pilotprojekt von Candela, Trafikverket und der Region Stockholm (SL), mit dem untersucht werden soll, wie die Tragflügelboottechnologie einen schnelleren, erschwinglicheren und emissionsfreien Seeverkehr ermöglichen und neue Verkehrsmuster in Stockholm schaffen kann.

Die Shuttle-Version zum Preis von 1,7 Mio. € bietet Platz für 30 sitzende Passagiere, die über eine ausfahrbare, automatische Bugrampe, die sich an unterschiedliche Kaihöhen anpassen läßt, an Bord gehen, wo es auch Platz für Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle und mehr gibt.
Im November meldet Candela 14 Mio. $ aus einer zusätzlichen Finanzierungsrunde C, die von SEB Private Equity, einem globalen Private-Equity-Investor, angeführt wird, mit Beteiligung der bestehenden Investoren EQT Ventures und KanDela AB - sowie den Verkauf der ersten Candela P-12 in die USA, wo das Tragflügelboot auf dem Lake Tahoe eingesetzt werden soll. Das lokale Unternehmen FlyTahoe wird eine neue Fährverbindung im 30-Minuten-Takt über den See anbieten, wodurch sich die Reisezeit im Vergleich zu Autofahrten rund um den See halbiert.

Im Jahr 2025 nimmt die Nova ihren Betrieb in Stockholm nach einer kurzen Winterpause Mitte April wieder auf, wobei der Dienst ab Mai von fünf Tagen in der Woche auf täglichen Betrieb ausgeweitet wird. Ebenfalls im Mai absolviert eine Candela C-8 Polestar Edition die Überfahrt von Sotogrande in Spanien zur spanischen autonomen Stadt Ceuta in Nordafrika - eine Strecke von ca. 44,5 km - in nur etwas mehr als einer Stunde und erreicht damit die Geschwindigkeit üblicher Schnellfähren. Nach dem Aufladen kehrt das Schiff noch am selben Tag zurück.
Während der Reise verbraucht die C-8 nur 40 kWh Energie, was etwa 8 € entspricht. Das begleitende benzinbetriebene Fotoboot ähnlicher Größe benötigt hingegen 50 Liter Kraftstoff, die rund 90 € kosten.
Im Juni bestellt der in Mumbai ansässigen Betreiber JalVimana eine Flotte von elf P-12 Pendlerfähren, um neue Verbindungen über die Wasserstraßen von Mumbai zu schaffen. Bereits im März hatte der dortige Hafenminister Nitesh Rane bekannt gegeben, daß in Mumbai bald ein E-Wassertaxi fahren wird. Als Pilotprojekt soll ein Shuttledienst vom Gateway of India nach Alibaug und zu Insel Elephanta durchgeführt werden. Eine weitere Linie soll den neuen Flughafen mit dem Zentrum von Mumbai verbinden, wodurch sich die Fahrtzeit von 1 Stunde und 30 Minuten auf weniger als 30 Minuten verkürzen soll.

Im September bedient in Zusammenarbeit mit Västtrafik, Styrsöbolaget und der Gemeinde Öckerö eine P-12 zwei Wochen lang eine Pilot-Pendlerlinie zwischen Göteborg und Öckerö. Und im Oktober wird mit dem thailändischen Betreiber Seudamgo by Leopard Transportation Co. Ltd. eine Vereinbarung über zehn Exemplare der P-12 unterzeichnet, die zunächst auf der Strecke zwischen dem Festland und Koh Kood in der Provinz Trat eingesetzt werden sollen. Bei den Schiffen wird es sich um die gehobene Business-Version der P-12 handeln, die mit Premium-Bestuhlung und einem geräumigen, luftigen Innenraum für 20 Passagiere ausgestattet ist und reichlich Platz für Gepäck bietet.
Der nächste Abschluß erfolgt im November, als der maledivische Betreiber Ego Shuttle eine Flotte von zehn Exemplaren der P-12 bestellt. Die ersten Schiffe werden Malé mit den nahe gelegenen Inseln verbinden. Der Betrieb soll bereits im Folgejahr aufgenommen werden.
Mitte Dezember wird ein P-12 ins norwegische Trondheim gebracht, wo im Rahmen eines sechswöchigen Probebetriebs herausgefunden werden soll, ob die Elektrofähre für den Pendlerverkehr zwischen Frosta Brygge und Trondheim genutzt werden kann.
Nach der Firma Candela als bislang erfolgreichstem Unternehmen im Bereich der elektrischen Tragflächenboote sollen nun die weiteren Umsetzungen betrachtet werden - angefangen mit Hydrofoil-Surfbrettern mit Elektroantrieb, die dem Bereich der Mikromobilität zugeordnet werden können. Elektrische Surfbretter ohne Tragflächen werden in einer späteren Übersicht aufgeführt.
Eines der ersten Boards stammt von dem ehemaligen Profi-Windsurfer Don Montague, der als Erfinder und Gründer der Firma Makani Technologies LLC (o. Makani Power) bekannt ist, die fliegende Windkraftanlagen entwickelt. Zudem arbeitet Montague seit 2006 an einem Projekt KITEBOAT, um den Transport auf dem Wasser durch den Einsatz von Drachen als Fortbewegungsmittel weiterzuentwickeln.

Der Jetfoiler unterscheidet sich signifikant von Surfbrettern mit elektrischem Jet-Antrieb, wie sie schon in früheren Jahresübersichten erschienen sind, da er nicht auf der Wasseroberfläche fährt, sondern mittels einer Tragfläche wie ein fliegender Teppich über die Wasseroberfläche gleitet.
Der Erfinder will damit jedes Gewässer surfbar machen. Er probiert den Jetfoiler auf den Grachten von Amsterdam aus und veröffentlicht im April 2017 ein Video seines ,technisch illegalen’ urbanen Abenteuers im August des Vorjahrs, das der niederländische Filmemacher Bob van de Gronde dokumentiert hatte. Dort ist auch zu sehen, wie der Pionier von der lokalen Wasserpolizei angehalten wurde.
Verschiedene Quellen weisen darauf hin, daß Montague auch derjenige war, der als erster den Begriff eFoil prägte - für ein mit Tragflächen ausgstattetes Wasserfahrzeug, das mit einem oder mehreren Eektromotoren angetrieben wird.
Das Jetfoiling ist laut Montague sehr einfach, der Fahrer lehnt sich einfach nach hinten, sobald das Brett genug Geschwindigkeit hat und aus dem Wasser aufsteigt. Die Geschwindigkeit wird mit einer Fernbedienung in der Hand gesteuert. Nähere technische Details sind nicht zu finden, und auch Pläne zur kommerziellen Nutzung des Konzepts durch Montagues kalifornische Firma Kai Concepts LLC in Alameda wurden bislang nicht bekannt gegeben.
Im Zuge der Recherche zeigt sich, daß das erste elektrische Tragflächenboard schon im Jahr 2008 im Rahmen eines Masterstudiengangs für Schiffsarchitektur an der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) in Schweden von Prof. Jacob Kuttenkeuler und einer Gruppe von 15 Studenten entwickelt wurde, die an einem Projekt namens EVOLO teilnahmen.

Die Aufgabe bestand darin, ein neuartiges Wasserfahrzeug zu entwickeln, das leise und elektrisch sein sollte, keine Heckwelle erzeugen und eine Person bei einer Geschwindigkeit von 15 Knoten befördern können sollte. Ihr Konzept war ein durch Gewichtsverlagerung gesteuertes Brett, das in kniender Position gefahren wurde. Im Laufe von zwei Semestern wird das erste elektrische Tragflächenboot entwickelt, das im Frühjahr 2009 erfolgreich vorgeführt wurde. Ein kurzes Video darüber namens ,Evolo movie’ erscheint im Juni.
Die Arbeiten an der KTH, die auch noch diverse andere Wasserfahrzeuge umfassen, gehen auch in den Folgejahren weiter - und im Juni 2024 stellt Kuttenkeuler das vermutlich erste unbemannte und autonome elektrisch angetriebenen Tragflächenboot vor, das eine Fracht von etwa 75 kg tragen kann. Diese Arbeit erfolgt im Rahmen des Forschungsbereichs WASP Research Arena for Public Safety (WARA-PS) des Wallenberg AI, Autonomous Systems, and Software Program (WASP), das von der Knut und Alice Wallenberg Stiftung unterstützt wird.
Um im Kontext zu bleiben, sollen hier auch die weiteren Tragflächen-Surfbretter
mit Elektromotor aufgeführt werden, die in den nachfolgenden Jahren
erscheinen. So präsentiert die 2010 gegründete Firma Lift
Foils aus
Puerto Rico im Juli 2017 ein Elektro-Board,
dessen Idee von dem Gründer Nick Leason stammt, einem
US-Ingenieur und begeisterten Surfer, der 2015 die
Technologie von Smartphones, Elektrofahrzeugen und Drohnen anwendet,
um ein Board zu entwickeln, das seinen Fahrer über jedes Gewässer fliegen
läßt, ohne vom Wind angetrieben werden zu müssen.

Das eFoil wird über einen wasserdichten kabellosen Handcontroller mit Bluetooth-Verbindung gesteuert und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten. Bei dieser Geschwindigkeit kann man mit einer vollen Ladung 20 - 25 Minuten fahren, bei einer Reisegeschwindigkeit von 16 - 17 Knoten sollen zwischen 45 und 55 Minuten drin sein. Der Akku hat eine Kapazität von 2 kWh, ist eine eigenständige Einheit mit integriertem Tragegriff und kann leicht ausgetauscht werden, wobei eine zweite Batterie für 3.000 $ erhältlich ist.
Unter dem Brett hat das eFoil eine fast 1 m lange Strebe, die das Tragflächenprofil an der Basis stützt. Direkt über der Folie befindet sich der leise, tauchfähige und wartungsfreie Motor.
Das Board wird in vier Farben und in zwei Größen erhältlich sein: 168 x 71 cm für das stabilere Standardmodell E1 eFoil mit dem größeren Deck, sowie 152,5 x 63,5 cm für das E1 Sport Modell, das wendiger ist und schneller dreht. Es wird auch eine Reihe von Masten und Foil Wings für spezielle Zwecke geben, wie zum Beispiel Surfen. Die Produktion und Auslieferung der 12.000 $ teuren Boards, die zu 100 % aus hochwertiger Kohlefaser bestehen, soll im September beginnen und im Laufe des Folgejahres weiter hochgefahren werden. Tatsächlich wird 2018 mit dem LIFT1 die erste kommerzielle eFoil auf den Markt gebracht. Später wird mit dem LIFT2 die Steuerung verfeinert.
Im März 2022 stellt Lift sein eFoil der dritten Generation vor, das einen günstigeren Einstieg in den jungen Wassersport ermöglicht und dank eines von Grund auf neu konzipierten Fiberglas-Decks ein besonders ruhiges Fahrgefühl bietet. Zudem erleichtert eine neue, um 3 kg leichtere und ebenfalls austauschbare Batterieoption, die aber immer noch 60 Minuten Fahrzeit bietet, den Transport des LIFT3 zum und vom Wasser. Für die Light Battery-Version werden 9.995 $ verlangt, die Full Range-Version kostet 10.995 $.
Mit dem LIFT4 werden ein weiteres Mal die Fahrzeit verlängert und die Optionen erweitert. Danach erfolgt die Einführung des LIFT5 und des LIFTX - und im Mai 2024 präsentiert Lift Foils ein neues Zubehörteil für 599 $, das die Lernkurve zur Beherrschung eines Boards, das über dem Wasser fliegt, deutlich senken soll: Der aufblasbare Blowfish-Liner wird um die Lift eFoil-Boards gewickelt, um eine stabilere und schwimmfähigere Plattform zu bieten, wenn sie im Leerlauf sind, und um das Starten einfacher zu machen und den Benutzer aufrecht und über Wasser zu halten, während er lernt, auf dem Wasser zu fliegen.
Im September 2017 geht ein Drohnen-Video viral und erregt weltweite Aufmerksamkeit, das die erste Fahrt des Fliteboard in Australien zeigt. Das von David Trewern - der erst im Vorjahr die Idee für das Board skizziert und mit dem Bau eines Prototyps begonnen hatte - neu gegründete Unternehmen Flite in Byron Bay geht im Oktober mit seiner Website online.

Im Zuge der Weiterentwicklung des Fliteboards werden verschiedene innovative Updates vorgenommen, wie z.B. ein speziell entworfener Unibody-Rumpf, der Motor und Foil in einer Einheit vereint, um die Stabilität und Effizienz zu verbessern, eine Flitebox mit innovativem Kühlsystem, speziell für das eFoiling entwickelte Flügel und ein Untersetzungsgetriebe mit 20 Gängen und Tempomat.
Flite beginnt im Juni 2018 mit dem Versand seiner Boards, zum einen das ,Original’ Fliteboard mit seinem 100L-Volumen, und zum anderen ein wendigeres Pro Board für Fahrer aller Stufen. Die Fliteboards sind in der Lage, einen 80 kg schweren Menschen mit weniger als 700 W Batteriestrom zu befördern, wenn er mit Foiling-Geschwindigkeit fährt. Der Elektromotor schickt den Fahrer mit bis zu 45 km/h über das Wasser, wobei über eine Bluetooth-verbundene Fernbedienung gesteuert wird. Der Akku an Bord bietet 90 Minuten Betriebszeit pro Ladung. Die Preise für das Fliteboard beginnen bei 12.935 $.

Die Firma erhält 2019 Designpreise in den USA, Deutschland und Australien, und das Fliteboard wird in der Fernsehserie Australia By Design zur Innovation des Jahres gekürt. Im April 2020 kommt die Flite App auf den Markt, mit der die Nutzer Daten wie Fahrstrecken, Entfernung, Geschwindigkeit, Roll- und Neigungswinkel, Leistung und Batteriestatistiken messen und speichern können. Außerdem können sie ihre Fahrt mit dem GPS Flite Track wiedergeben und teilen. Zudem wird das Board mit dem Red Dot Best of the Best Award ausgezeichnet. Der Firma zufolge sind zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 1.000 Stück an Kunden auf der ganzen Welt verkauft worden.
Anfang 2021 kommt mit den Fliteboards der Serie 2 mit verbesserter Leistung und neuen Extras wie austauschbaren Flügeln auch das bislang kleinste eFoil der Welt auf den Markt, unter dem Namen Fliteboard ULTRA und mit einer Länge von nur 1,27 m. Das fast geräuschlose Board wurde von Fliteboard, Katapult Design und Tekt Industries entworfen und aus Kohlefaser und Eschenfurnier gefertigt. Es verfügt über den Motor mit dem kleinsten Durchmesser auf dem Markt (< 60 mm), der ein Untersetzungsgetriebe beherbergt, das das Drehmoment vervierfacht und das Board reaktionsschneller und effizienter macht.

Außerdem schafft Rob Wylie, der später auch Investor wird, in diesem Jahr die erste Überquerung des Ärmelkanals auf einem eFoil, und dies mit nur einer einzigen Batterieladung.
Zur Unterstützung der Vision, eFoiling als legitimen Sport zu etablieren, veranstaltet Flite im Juni mit dem Flite Cup das erste internationale eFoil-Rennen, das als Auftakt einer ganzen Rennserie gilt, die spätere über die Efoil Racing League veranstaltet wird. Dabei wird eine gemessene eFoil-Höchstgeschwindigkeit von rund 55 km/h erreicht. Bei späteren Großevents wie dem Flite Dubai eFoil Festival 2024 beteiligen sich bereits Fahrerinnen und Fahrer aus 20 Ländern. Im Oktober erhält das Fliteboard ULTRA den australischen Good Design Award 2021.
2022 bringt Flite die Serie 2.2 auf den Markt, die sich durch eine Reihe von Verbesserungen auszeichnet, darunter einem leiseren Motor. Das Board wird als eine der besten Erfindungen des Jahres vom Magazin TIME ausgezeichnet und erhält einen Green Product Award als das effizienteste motorisierte Wasserfahrzeug der Welt. Und Rob Wylie stellt einen weiteren Rekord auf, als er vor den Malediven mit 40 km die weiteste Strecke fährt, die mit einer einzigen Akkuladung zurückgelegt wurde.
Die Serie 3, die 2023 folgt, führt u.a. die leichteste eFoil der Welt ein, das ULTRA L, sowie den Flitescooter zu einem Preis von 12.995 $, der aus einem großen aufblasbaren Board und einem mittig montierten Lenker besteht, um den Einstieg durch mehr Stabilität, Balance und Kontrolle zu erleichtern. Die Lenkersäule ist direkt vor dem Batterieschacht des Boards mit rutschfester Oberfläche angebracht, das zudem über ein neues, vollständig geschlossenes Jet-Antriebssystem verfügt.

Im September wird die Fliteboard USA LLC - Tochter der australischen Fliteboard Pty Ltd. - für 89,6 Mio. $ von der Brunswick Corp. übernommen, einem weltweit führenden Unternehmen der maritimen Freizeit- und Technologiebranche mit über 60 Marken.
Im Februar 2024 folgt auf der Miami International Boat Show die Markteinführung des Flite Air (o. Fliteboard Air), an dem seit 2018 gearbeitet wird. Anstelle der Kohlefaser, die für die anderen Boards verwendet wird, besteht das Board aus einer festen Schaumkernplattform mit einer aufblasbaren Außenblase, die auf hohen Auftrieb und Stabilität ausgelegt ist. Darunter befindet sich die Tragfläche, ein Aluminiummast und ein 4 kW Motor-Kombination, die mit einem Propeller nebst Schutz oder mit der neuen Flite Jet-Antriebsoption erhältlich ist. Die Konfigurationsseite listet vier verschiedene Flügelsets auf.
Das 1,72 m lange Board wiegt inklusive Akku 26,9 kg und wird mit einem Li-Ion-Akku ausgeliefert, der pro Ladung bis zu 45 Minuten Foiling ermöglicht. Daneben wird das kleinere und mit nur 1,57 m auch kürzere Fliteboard Pro angeboten. Beide Modelle sind zu Preisen ab 6.995 $ erhältlich. Die Auslieferung beginnt im Mai.

Im März 2018 stellen die Blogs eine Hydrofoil-Board namens Flying Rodeo vor, das die beachtliche Geschwindigkeit von 50 km/h erreicht. Die Kreation von David Vukovič aus Slowenien ist bereits dem Markt und wird von seiner Firma HighFly WaterSports vertrieben.
Da die Anfänge entscheidend sind, wird ein Free Ride-Modell eingeführt, das zum Lernen geeignet ist und Sicherheit und Stabilität für das Gleiten über Wasser bietet. Die Komponenten sind austauschbar, d.h. mit dem Kauf eines Kits, das nur 15 kg wiegt und eine Kombination aus leichten Flügeln und einem Elektromotor umfaßt, der den Propeller antreibt, erhalten die Kunden im Grunde gleich zwei E-Foil-Modelle.
Im Jahr 2022 erhält das Unternehmen den slowenischen Innovationspreis in Gold für das eFoil-Board. Weitere Details sind allerdings nicht zu finden.
Im Januar 2019 wird
auf der CES bekannt,
daß das chinesische Unternehmen Waydoo den neuen Wassersport
mit einem nur 7.999 $ teuren Flyer für mehr Menschen
zugänglich machen will. Die Firma ist uns bereits bei den Unterwasserjets
und -scootern begegnet
Der gezeigte Prototyp mit Kohlefasergehäuse wird von einem 6 kW Motor angetrieben, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h und kann mit einer Ladung seines Lithium-Ionen-Akkus 40 - 60 Minuten lang fahren. Er wiegt 25 kg, kann Fahrer mit einem Gewicht von bis zu 120 kg aufnehmen, ist 1,8 m lang und läßt sich für den Transport in zwei Teile zerlegen, die von Hand wieder leicht zusammengesetzt werden können.

Geschwindigkeit und Höhe werden über eine Bluetooth-Fernbedienung gesteuert, wobei zwischen einem Anfänger- und einem Fortgeschrittenen-Modus gewählt werden kann. Zu den weiteren Merkmalen gehören ein rutschfestes, strukturiertes Holzdeck, ein abnehmbares Seil, an dem sich Anfänger festhalten können, um ihre Stabilität im Stehen zu erhöhen, und eine GoPro-kompatible Kamerahalterung. Der kommerzielle Vertrieb beginnt gegen Jahresende.
Im Juni 2020 startet das Unternehmen auf Kickstarter eine Kampagne für ein günstigeres Nachfolgemodell namens Flyer ONE (o. Jet One), die ungemein erfolgreich ist und 2.357.029 $ einbringt - wobei der Zielbetrag nur 50.000 $ lautete. Das Board besteht aus EPP-Schaum und einer Aluminiumlegierung, der Mast aus Aluminium, der Hauptflügel aus Kohlefaser und der Heckflügel aus Kohlefaserverbundstoff.
Der ONE mißt 173 x 69,5 x 109 cm und wiegt inklusive Akku 28 kg. Die maximale Zuladung liegt bei 100 kg. Mit dem 6 kW Elektroantrieb wird eine Höchstgeschwindigkeit von 42 km/h erreicht. Mit einer Ladung des austauschbaren Li-Ionen-Akkus ist eine Fahrzeit von 55 - 85 Minuten zu erwarten, was einer Reichweite von bis zu 35 km entspricht.
Das Board wird über eine Bluetooth-Fernbedienung gesteuert, die 24 Geschwindigkeitsoptionen bietet. Es gibt zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzungsfunktion für Kinder oder Anfänger sowie einen optionalen aufblasbaren Pod, der für mehr Stabilität angebracht werden kann. Der Controller des ONE zeigt außerdem Geschwindigkeit, Modus und Batterieinformationen auf einem OLED-Display an. Die Preise des Boards beginnen bei 3.795 $.
Dem Stand von 2025 werden das Waydoo Flyer Evo Efoil - Evo Pro für 4.799 € angeboten, der Flyer Evo - Max Plus für 5.785 € und der Flyer Evo - Pro Plus für 5.772 €.
Ein zweites elektrisches Tragflächenboard, das auf der CES 2019 gezeigt wird, stammt aus einer eher unerwarteten Quelle: dem deutschen Automobilhersteller Audi. Das e-tron-Programm des Unternehmens hat sich vom Land wegbewegt und eine ganz andere Art von Fahrzeug hervorgebracht, nämlich ein orange-schwarzees E-Foil-Board, das intelligenter gestaltet ist als die Modelle der Konkurrenz, und das den Fahrer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 43 km/h über das Wasser schweben läßt.

Der Geschichte nach hat das elektrische Foilboard seine Wurzeln in der Freizeitbeschäftigung des Audi-Ingenieurs Franz Hofmann, der im Jahr 2015 gemeinsam mit seinen Freund, dem Luft- und Raumfahrtingenieur Christian Rössler, ein besonderes Hydrofoil entwickelte, um sein Kitesurfing-Hobby weiter auszubauen. Nachdem er das Design des Tragflügels Audi präsentierte, unterstützte die Firma das Projekt und konstruierte schließlich einen Prototypen, der eleganter und technisch ausgereifter aussieht als andere E-Foil-Boards. Um die Vision zum Leben zu erwecken, wird 2017 das Spin Off Aerofoils GmbH gründet.
Am Ende eines 1 m Mastes befindet sich ein integrierter, effizienter 6 kW Düsenantrieb, der ein geschlossenes Laufrad verwendet, um das Wasser zu beschleunigen, und ein nachgeschalteter Stator, um Verwirbelungen zu vermeiden und das Wasser in einer geraden Linie zu halten. Die Jet-Antriebseinheit ist aus Aluminium gefertigt, um die natürliche Wasserkühlung zu nutzen, während das ohne Akku 18 kg schwere Board, der Mast und die Tragfläche aus Kohlefaser bestehen, um das Gewicht niedrig und die Steifigkeit hoch zu halten.
Der Fahrer steuert den Elektroantrieb über eine Handfernbedienung, und die Tragfläche hebt das Board bei etwa 17 km/h aus dem Wasser. Der integrierte Akku sorgt dafür, daß der Jet-Antrieb bis zu 29 km weit funktioniert, was etwa einer Stunde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km/h entspricht. Das Board kann aber auch bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 43 km/h beschleunigen.
Unter der Leitung von Hofmann entwickelt und testet Audi mehrere Prototypen des e-tron e-foil genannten Produkts, von dem im Laufe des Jahres eine begrenzte Anzahl produziert und potentiellen Käufern für Probefahrten angeboten werden soll. Dem Stand von 2025 zufolge werden mehrere Modelle angeboten: Audi e-tron Adventure 103L für Anfänger; Audi e-tron Performance 83L für fortgeschrittene Fahrer; sowie Audi e-tron Competition 73L für erfahrene Nutzer. Die Preise variieren zwischen rund 3.000 € und über 14.000 €.
Das in Valcourt in Quebec ansässige kanadische Unternehmen Bombardier Recreational Products (BRP), ein Marktführer der Motorsportbranche, enthüllt im September 2019 auf der jährlichen Veranstaltung Club BRP in Las Vegas sechs Elektrofahrzeugkonzepte, die von Elektromotorrädern und -fahrrädern bis hin zu Elektro-Gokarts und einem Elektro-Jetski reichen. Die Entwürfe sind allerdings noch nicht serienreif sondern nur Konzepte, mit denen BRP den Markt abschätzen will. BRP ist die Firma hinter Marken wie Sea-Doo, Ski-Doo, Lynx, Can-Am, Rotax u.a.

Die bestehende benzinbetriebene Sea-Doo-Produktlinie von BRP ist bereits erfolgreich, aber eine elektrische Version namens Sea-Doo GTI soll dem Unternehmen helfen, neue Kundengruppen zu erschließen. Später ist jedoch zu erfahren, daß das GTI nun 2026 auf den Markt kommen soll, aber noch immer Brennstoff-betrieben. Stattdessen kündigt die Firma das elektrische Tragflächenboot Sea-Doo Rise (o. Sea-Doo RISE Hydrofoil Board) an.
Details darüber erscheinen allerdings erst im August 2022 in den Blogs. Das Sea-Doo Rise ähnelt seinen Konkurrenten, obwohl es eine Reihe von Funktionen bietet, die sich an Fahrer mit unterschiedlichen Fähigkeiten richten. Zum Beispiel hat es einen einklappbaren Lenker, den Neulinge hochklappen, ausfahren und für zusätzliche Stabilität nutzen können, während Profis ihn flach in seinem versenkten Fach im Deck belassen. Diese Lenkstange läßt das Fahrzeug ein bißchen wie einen elektrischen Stand Up Jetski aussehen.
Außerdem kann das Sea-Doo Rise als elektrisches Surfbrett ohne Foil gefahren werden, da auch der Mast mit dem Flügel eingeklappt werden kann. Oder er wird teilweise oder vollständig ausgefahren, um niedrigere und höhere Flüge zu ermöglichen.
Die vollständigen Spezifikationen und Preise für das Rise sollen bald bekannt gegeben werden, die Verfügbarkeit wird für Ende 2024 erwartet. Im August 2023 erscheint zwar ein kurzes Video der weltweiten Markteinführung im Zuge einer Händler- und Pressepräsentation in Atlanta, wo auch der Prototyp ausgestellt wird, tatsächlich ist aber auch Ende 2025 noch immer nichts genaueres veröffentlicht worden.
Während der Venice Boat Show im Juni 2019 enthüllt das chinesischen Unternehmens eFoilFly ein Board namens Neptun X, das aus Kohlefaser mit Glasfaser-, EPS-Schaum- und Harzabschnitten besteht, damit es kühl genug ist, um es anzufassen, wenn es in der Sonne gelegen hat. Das elektrische Tragflächenboard, dessen Entwicklung 2,5 Jahre erforderte, ist 1,68 m lang, 1,1 m breit und besitzt eine abnehmbare Batterie sowie einen ebenfalls abnehmbaren Hydrofoiling-Flügel aus Kohlefaser in Form eines Haifischschwanzes, der an einem aus 40 Lagen Kohlefaser bestehenden Mast sitzt, der knapp 80 cm mißt.

Das relativ einfaches Gerät, das Passagiere bis zu einer Nennlast von 130 kg befördern kann, ist mit insgesamt 35,3 kg ziemlich schwer. Dabei ist das Board selbst mit 16,5 kg das schwerste Teil, während sich der Rest leicht auseinandernehmen läßt, so daß das Ganze problemlos zum Auto getragen werden kann.
Das Neptun X besitzt einen Elektromotor mit einer Nennleistung von 3 kW und einer Spitzenleistung von 12 kW, die eine Geschwindigkeit von 45 km/h erlaubt, einen abgeschirmten Propeller an der Tragfläche sowie eine 2,3 kWh Batterie von Samsung, die eine Betriebszeit von 60 - 80 Minuten verspricht.
Der Einstiegspreis nebst Tasche, Ladegerät und einer Fernbedienung mit großer LED-Leistungsanzeige für Temperatur, Geschwindigkeit und Ladezustand liegt bei 12.000 €. Es läßt sich aber nicht belegen, daß es zu einer Produktion gekommen ist - und nach 2020 ist die Firma überhaupt nicht mehr zu finden.
Das bereits 2014 von dem Luftfahrtingenieur Clifford Coetzer gegründete südafrikanische Unternehmen Unifoil stellt im April 2021 eine eFoil-Variante mit einem Lenker vor, der mehr Kontrolle und schnelleres Fahren ermöglicht. Der HydroFlyer ist in Zusammenarbeit mit dem kanadischen Erfinder Jerry McArthur entwickelt worden, der bereits seit mehreren Jahren E-Foils fährt. Coetzer soll wiederum das weltweit erste ,High-Aspect-Ratio-Hydrofoil-Wing’ erfunden haben. Unter dem Namen Hydroflyer positioniert sich zudem ein ca. 2019 gegründetes kanadisches Design- und Montage-Unternehmen, das von Unifoil mit den Hydrofoil-Komponenten beliefert wird.

Die leichte Karbonfaser-Karosserie des HydroFlyer-Boards wird von einem 2,45 kWh Lithium-Ionen-Akku angetrieben, der eine Fahrzeit von 1,5 - 3 Stunden ermöglicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 56 km/h, aber die möglichen Geschwindigkeitseinstellungen reichen von ,sanft’ bis ,wild’.
Die Geschwindigkeit des Wassersportgeräts, das in einigen Presseartikeln als „Mountainbike des Meeres“ bezeichnet wird, bestimmt ein kabelloser Controller, der in den abnehmbaren Lenker eingebaut ist und ein Signal an den im Mast eingebauten Motor weiterleitet. Sobald das Board eine Geschwindigkeit von etwa 4 Knoten (7,4 km/h) erreicht, erhebt sich das Profil aus dem Wasser und der Fahrer gleitet über die Wasseroberfläche. Der HydroFlyer kostet 14.000 $, und bis 2024 sollen schon rund 150 Stück verkauft worden sein.
Dem Stand von 2025 zufolge werden zwei Modelle angeboten, die jeweils 15.995 $ kosten: der Hydroflyer Sport und der Hydroflyer Cruiser. Und für 590 $ gibt es den Flyer Fender, ein aufblasbarer Bumper, der sich in wenigen Minuten am Hydroflyer Cruiser anbringen läßt und für zusätzliche Stabilität und Auftrieb bei neuen oder schwereren Fahrern sorgt.
Das weltweit erste Hydrofoil-Board, das Sensoren und einen Flugcomputer
für die Stabilität auf dem Wasser nutzt, wird im September 2021 präsentiert.
Das Level genannte Tragflächenoard der israelischen
Firma Level Hydrofoils Ltd. verfolgt diesen Hightech-Ansatz,
um Anfängern den Einstieg in den Wassersport zu erleichtern. Weitere
Merkmale des Level Boards sind die freihändige Navigation, bei der
sich der Benutzer in verschiedene Richtungen lehnt, um zu beschleunigen,
zu verlangsamen oder nach links und rechts abzubiegen. Und für diejenigen,
die sich lieber festhalten wollen, gibt es optional einen anbaubaren
Lenker.
Das Level Board wird in zwei Varianten irgendwann im Jahr 2022 auf den Markt kommen. Neben dem 2 m langen Standardmodell Level Plane gibt es das 2,1 m lange Level Extend, das eine höhere Nutzlastkapazität von bis zu 120 kg und eine etwas längere Fahrzeit pro Ladung von zwei Stunden gegenüber anderthalb Stunden bietet. Der Akku hat in beiden Fällen eine Kapazität von 2,2 kWh. Ein endgültiger Preis für diese Boards wird nicht genannt, es wird aber erwartet, daß ungefähr 12.000 $ betragen wird.
Im Januar 2022 startet eine Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo, um ein motorisiertes Surfbrett und Hydrofoil-Board in Produktion zu nehmen, das gyrostabilisiert ist. Hinter dem neuen XFoil steht Paul Lowchareonkul, der 2003 in Fremont, Kalifornien, die PLX Devices Inc. gegründet hatte, ein Technologieunternehmen das zahlreiche Innovationen in den Bereichen Automobil, saubere Energie und Unterhaltungselektronik entwickelt, patentiert und eingeführt hat. XFoil als ein Produkt der PLX Devices hat seinen Standort wiederum in Kailua auf Hawaii.

Lowchareonkuls Liebe zur Technik und seine Leidenschaft für den Wassersport brachten ihn dazu, das modulare XFoil zu entwickeln, als das weltweit erstes elektrisches Wasserfahrzeug, das drei Funktionen erfüllen kann: unmotorisiertes Stand-up-Paddleboard, motorisiertes Surfbrett bzw, Hydrofoil-Board. Was aber einige Extras erfordert.
Bei der aktuellen Kampagne werden die Pakete Standard und Sport angeboten, die beide das Schaumkern-/Kohlefaser-Board selbst, einen 6 kW Motor, eine herausnehmbare Lithium-Batterie, eine wasserdichte, kabellose Fernbedienung und ein Hydrofoiling-Modul enthalten. Ein im Sport-Paket enthaltener Aufsatz ermöglicht es, den Motor direkt an der Unterseite des Boards zu befestigen. Zusammen mit einem Satz Surf-Finnen verwandelt diese Anordnung das XFoil in ein leichter zu fahrendes Elektro-Surfbrett ohne Hydrofoiling.
Mit dem normalen Hydrofoiling-Modul erreicht der Motor eine Höchstgeschwindigkeit von über 48 km/h, wobei eine Ladung des mitgelieferten Akkus für eine Laufzeit von 75 Minuten ausreicht, oder für 120 Minuten, wenn ein optionaler Akku mit höherer Kapazität erworben wird.
Die Kampagne, bei welcher das Standard-Paket für 3.799 $ und das Sport-Paket für 4.699 $ angeboten wird (die deutlich höheren geplanten Verkaufspreise liegen bei 10.000 bzw. 14.000 $), ist ausgesprochen erfolgreich: Das Ziel von 25.000 $ wird innerhalb von weniger als vier Stunden erreicht - und letztlich finanzieren 260 Unterstützer die Umsetzung mit insgesamt 1.301.612 $.

Im Mai 2024 folgt eine weitere Kampagne, bei der es um das ebenfalls kreiselstabilisierte XFoil 2 geht, das sich zudem durch bewegliche Steuerflächen wie bei einem Flugzeugflügel auszeichnet. Dies soll zu einem deutlich ruhigeren und stabileren Fahrverhalten führen als alles, was andere Boards zu bieten haben, deren Tragflächen völlig starr sind.
Das Omega genannte System besteht aus motorisierten Querrudern am vorderen Flügel und einem motorisierten Höhenruder am hinteren Flügel, die automatisch durch ein integriertes elektronisches 6-Achsen-Gyroskop betätigt werden, das Veränderungen der Roll-, Nick- oder Gierbewegung des Boards sofort erkennt und ausgleicht. Dennoch erkennt es auch gezielte Gewichtsverlagerungen des Fahrers, so daß dieser jederzeit die volle Kontrolle über die Lenkung behält.
Das XFoil 2 wird für 4.999 $ angeboten (geplanter Verkaufspreis 15.000 $), eine Nachrüstung für das ursprüngliche Modell kostet 2.999 $. Diesmal wird das Finanzierungsziel von 25.000 $ innerhalb von nur neu Minuten erreicht, und bis Ende der Kampagne kommen 1.354.961 $ zusammen.

Das im Jahr 2018 von Gerhard Pirker gegründete Wiener Start-Up eFoiler GmbH erscheint erstmals im Februar 2022 in den Blogs, als es unter dem Namen Peakfoil ein innovatives düsenbetriebenes E-Foil-Board vorstellt, das als sicher, supereffizient und leistungsstark bezeichnet wird. Die ersten Testfahrten des Prototyps hatten bereits im Sommer 2020 stattgefunden.
Die Idee für das eFoil kam dem Gründer schon 2012 während seinem Studium an der TU Wien, der erste Prototyp wurde 2017 fertig. Zu Beginn gibt die Innovationsförderung der Stadt Wien Starthilfe, anschließend folgen zwei Kapitalrunden mit ,Friends & Family’ sowie zwei professionellen Investoren, wodurch sechsstellige Beträge zusammenkommen.
Das Peakfoil aus Vollcarbon ist kein Einsteigermodell, sondern eher für ambitionierte Foiler gedacht, die hohe Geschwindigkeiten erreichen wollen, weshalb von Anfang statt einer einfachen Schiffsschraube ein 8 kW Jetantrieb genutzt wird. Hinzu kommt ein 1,6 kWh Akku.
Ab Dezember 2022 wird das Peakfoil in einer ersten Kleinserie von 15 Exemplaren produziert, der foil4ever Edition. Der Einführungspreis liegt bei knapp 13.500 €, später kostet das Peakfoil 15.990 € (andere Quellen: zwischen 11.597 € und 17.156 €). Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 62 km/h, die in einem Video vom Januar 2024 dokumentiert wird, hält das Peakfoil den aktuellen Rekord für das schnellste eFoil, das in Serie produziert wird, und ist mit 40 km auch bei der Reichweite führend.

Das nächste Modell, über das erstmals im März 2022 berichtet wird, stammt von dem schwedischen Hersteller elektrischer Extremsurfbretter Awake Boards und dessen Gründer Philip Werner. Der Elektroflyer namens Awake VINGA (o. Vinga S bzw. S22) besteht aus einem kurzen Kohlefaserboard und einem linearen eFoil-Düsensystem mit drei Leistungsmodi, die über eine Handfernbedienung gesteuert werden können. Die Antriebseinheit ist vollständig abgeschirmt.
Es sind zwei Flügeldesigns erhältlich, die beide für dynamisches Cruisen entwickelt wurden. Der Powder 1350 richtet sich an eFoiler, die bis zu 80 kg wiegen, während der Powder 1800 für schwerere Fahrer gedacht ist, aber auch für alle Nutzer einsteigerfreundlicher ist. Das Standard-Akkumodul reicht für bis zu einer Stunde und 20 Minuten pro Ladung, ein XR-Akkumodul kann optional für bis zu zwei Stunden auf dem Wasser eingesetzt werden. Leistungsdaten wie Beschleunigungszeiten und Höchstgeschwindigkeiten werden noch nicht bekannt gegeben.
Der Aufbau ist schnell und einfach: Dank eines kabellosen Montagemechanismus legt der Benutzer das kurze Board auf den eFoil-Mast und drückt einen Griff nach unten, um die beiden Teile zu verriegeln, und setzt dann eine die Batterieeinheit ein und verriegelt diese. Das Awake Vinga kostet ab 12.900 € und wird ab Juni an die Käufer ausgeliefert.

Im September unternimmt Awake Boards mit dem VINGA eine Überfahrt über den Öresund von dem Firmensitz in Schweden zur Hauptstadt Dänemarks. Bei der vermutlich ersten Öresundüberquerung mit einem elektrischen Wassermotorrad haben die beiden Boarder gutes Wetter und wenig Wind - auch wenn die 27,5 km lange Fahrt aufgrund der starken Strömungen, die von der Ostsee auf ihrem Weg durch die Meerenge in den Atlantik kommen, nicht ganz unproblematisch ist.
Das VINGA und die Kombination aus dem Flex XR-Akku mit verlängerter Reichweite und einem Flügel, der am besten für schwerere Fahrer geeignet ist, erweisen sich der Aufgabe als gewachsen, und die Fahrt von Malmö nach Kopenhagen wird in einer Stunde und zehn Minuten zurückgelegt.
Im Januar 2023 folgt ein neues Modell, das VINGA 3, das als das einfachste Hochleistungs-eFoil auf dem Markt angepriesen wird. Es besteht aus einem verstärkten Kohlefaser/Schaumstoff-Board mit einer Länge von 1,7 m, und an dem 70-cm-Mast ist ein abgeschirmtes, lineares Düsensystem montiert, das mit vier Flügeln erhältlich ist. Das Board hat eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.
Es sind zwei Flex-Akku-Optionen erhältlich: Der 1,9 kWh SR-Akku bietet bis zu 80 Minuten eFoiling und der 2,8 kWh XR-Akku reicht für 120 Minuten. Das Awake Vinga 3 ist kann zu einem Preis von 13.900 $ bestellt werden, die Auslieferung beginnt Anfang April.

Ein besonderes Gerät, das im Februar 2023 in den Blogs erscheint, ist eine eigenwillige Konstruktion namens HydroBlade, die ein wenig wie die Speeder-Bikes aus dem SF-Film Die Rückkehr der Jedi aussieht.
Das von dem Start-Up Pelagion mit Sitz in Florida, einer Tochtergesellschaft der Automatic Manufacturing Systems Inc. (AMS), entwickelte Wasserfahrzeug besitzt einen Lenker, zwei 8 kW Motoren an der hinteren Tragfläche und zwei externe 5,5 kWh Lithium-Batteriemodule. Diese 29 kg schweren Module sind nicht im Inneren des Fahrzeugs versteckt, sondern werden auf dem Deck eingeklinkt und lassen sich zum Aufladen leicht herausnehmen oder schnell gegen ein frisch aufgeladenes zweites Paar austauschen.

Damit soll das HydroBlade, dessen Gesamtgewicht 104 kg beträgt, auf eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h kommen, wobei eine Ladung der beiden Module für etwa vier Stunden Betriebszeit ausreicht. Der Rumpf besteht aus einem leichten Verbundwerkstoff, der mit einer splitter- und stoßfesten ABS-Haut überzogen ist. Das gesamte Fahrzeug ist 3,5 m lang, wobei die vordere Tragfläche für den Transport und die Lagerung eingezogen werden kann.
Eine Besonderheit besteht darin daß das HydroBlade über einen Lenker verfügt, der über die vordere Tragfläche wirkt und sich bei Nichtgebrauch flach gegen das Deck klappen läßt. Das Gerät befindet sich derzeit in der zweiten Prototypenphase. Sobald es die Produktion erreicht, sollen die Preise bei etwa 20.000 $ beginnen, bis dahin sind allerdings noch weitere Produktentwicklungen und Seetests erforderlich.
Nach dem Debüt des HydroBlade auf der CES im Januar 2025 folgen weitere Auftritte, wie auf der Miami Boat Show, der Palm Beach Boat Show u.a., wo das P3 genannte Demomodell gezeigt wird. In den Verkauf ist das Gerät aber noch nicht gegangen.
Auf der boot Düsseldorf im Januar 2024 werden bereits acht verschiedene eFoil-Scooter vorgestellt - wie die Tragflächenboards inzwischen genannt werden, die mit einem Lenker ausgestattet sind. Die mit Benzin betriebenen Modelle sollen hier aber nicht behandelt werden.

Erwähnenswert ist hingegen das Elektro-Jetski von Jetsurf, das durch die Batterie zwar ein wenig schwer ist, mit 38,3 kg aber trotzdem von nur einer Person getragen werden kann. Zudem paßt es in jeden Wagen mit umklappbarer Rückbank.
Die 3 kWh Batterie liefert Geschwindigkeiten von bis zu 55 km/h und die Reichweite liegt bei 30 - 45 Minuten, abhängig von Fahrergewicht und Fahrstil. Das maximale Fahrergewicht liegt bei 100 kg. Durch eine abnehmbare Lenkstange kann der 16.648 € teure Stand-Up-Jet-Ski innerhalb von Minuten zum Jetboard umgebaut werden. Und dank leicht austauschbarer Wechselbatterien läßt sich die Laufzeit beliebig verlängern.
Ein anderes Modell mit Jetantrieb ist der aufblasbare elektrische HyperFly Hydrofoil-Wasserscooter der o.e. Aerofoils GmbH aus Garching für 15.999 €. Weitere eJetskis folgen weiter unten.
Der französischer Hersteller PWR-Foil (o. PWRfoil)
meldet im Oktober 2024 mit seinem neuen Modell REVO eine
eFoil-Geschwindigkeit von 66,5 km/h auf der Seine und beansprucht damit
den Weltrekord.
Die von Chris Defrance gegründete Firma bietet aus Glasfaser gefertigte eFoil-Boards an, die in Marokko hergestellt werden. Das als „technologisches Wunderwerk“ bezeichnete REVO soll Anfang 2025 auf den Markt kommen.

Die im September 2025 gegründete Firma JetWave Europe B.V. (o. JetWave Premium eFoils) mit Sitz in Schiphol-Rijk in den Niederlanden, eine Tochter der chinesischen JetWave Technology Co. Ltd., stellt umgehend die JetWave eFoils vor, die in die steife Carbon Serie und die aufblasbare, robuste Air Serie unterteilt sind. Die nach europäischen Standards in China produzierten Boards sollen bereits im April erstmals ausgeliefert worden sein, noch vor der offiziellen Firmeneintragung in Europa.
Die ultraleichten Carbon-Boards mit einer Tragfähigkeit von bis zu 250 kg sind mit einen 2,4 kWh Lithium-Akku für bis zu zwei Stunden Fahrzeit sowie einem geschützten, nahezu geräuschlosen 6 kW Jetantrieb samt Impeller ausgestattet, der Spitzengeschwindigkeiten bis zu 45 km/h erlaubt. Im Angebot sind Modelle in verschiedenen Größen vom Air 150 Fusion Set für 6.969 € bis zum Carbon 100 Performance Set für 11.790 €.
Hinweis: Nicht mit der Firma WaveJet Technologies verwechseln, einem eigenständigen US-Unternehmen, das elektrische Antriebssysteme für Surfboards entwickelt hat.
Nun soll es mit den Tragflächenbooten- und schiffen weitergehen, die ab 2017 auf der Szene erscheinen - angefangen mit dem besonderen Hydrofoil-Konzept der 2008 gegründeten Firma Ryno Motors, die in der EV-Branche schon länger für ihre einrädriges Elektro-Motorrad Micro-Cycle bekannt ist. Das ähnlich aufgebaute Gerät fürs Wasser, über das im Juli 2017 in den Fachblogs berichtet wird, verfügt über ein V-förmiges Tragflügel-Design und einen neigbaren Sitz, der dem Fahrer ein äußerst wendiges, leises und dennoch aufregendes Freizeiterlebnis bietet.

Das neue vollelektrische Konzept RYNO HF-1, an dem der Firmengründer Chris Hoffmann seit den frühen 2020er Jahren arbeitet, kann einen 120 kg schweren Fahrer tragen und wiegt selbst einschließlich der Batterien 72,5 kg. Nachdem Ende 2016 eine endgültige Skizze vorlag, wandte sich Hoffmann im Folgejahr an Charles Bombardier von Imaginactive, damit dessen Designteam das Gerät in eine produktähnliche Richtung bringt.
Die Hauptinnovation des HF-1 ist aber nicht das schmale V-förmige Tragflächenprofil, sondern der Sitz, der mit einer Drehachse verbunden ist, die in einem Neigungswinkel eingestellt ist, damit der Fahrer sich seitlich schwingen kann. Auf diese Weise kann der Fahrer, der mit den Füßen auf dem Deck des Rumpfes steht, das Boot von einer Seite zur anderen rollen, um zu lenken, während der Schwerpunkt des Fahrers über dem Zentrum des Auftriebs bleibt.
Um das Tragflächenboot stabil zu halten, wird eine kleine Stabilisierungsflosse oder ein Kreiselstabilisierungssystem verwendet, das die Geschwindigkeit des Propellers im Verhältnis zum Steigungswinkel des Wasserfahrzeugs anpaßt. Der Fahrer lehnt sich einfach nach vorne, um zu beschleunigen, und lehnt sich zurück, um anzuhalten. Wenn der HF-1 ruhig im Wasser liegt, kann der Fahrer rückwärts fahren, sich drehen und in eine andere Richtung beschleunigen.
Ein 15 kW Elektromotor treibt einen Propeller an, der sich in der unteren Mitte des V-förmigen Tragflügels befindet, während Lithium-Ionen-Batterien die nötige Energie liefern, um das Boot mit 48 km/h über eine Reichweite von 32 km anzutreiben. Bislang läßt sich allerdings nichts über eine reale Umsetzung finden.
Erstmals im März 2018 wird der Foiler von ENATA Marine in der Öffentlichkeit gezeigt, eine Luxusyacht mit diesel-elektrischem Hybridantrieb und patentiertem, einziehbarem Tragflächensystem, die im Tragflächenmodus durch bis zu 1,5 m hohe Wellen kreuzen kann, ohne daß die Passagiere ihren Champagner verschütten. Die Yacht kombiniert zwei 320 PS (239 kW) starke BMW-Motoren, die zwei Generatoren antreiben, welche wiederum zwei elektrische Torpedomotoren von Enata Marine speisen. Es wird aber auch von einem hydrostatischen 740 PS Antriebssystem gesprochen.

Der Foiler erreicht im vollen Tragflächenflugmodus eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten (74 km/h), und die Tragflächen heben das Boot bei Geschwindigkeiten von mehr als 17 Knoten (31 km/h) 1,5 m weit über das Wasser. Das Schiff kann auch im reinen Elektromodus betrieben werden, wobei es mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Knoten (18,5 km/h) nahezu geräuschlos fährt.
Die für acht Passagiere zugelassene Yacht ist aus Kohlefaser gebaut, ist in verschiedenen Layouts erhältlich, bietet eine luxuriöse Ausstattung und beeindruckt mit ihren schwarzen, futuristischen Linien. Ein offizieller Preis für das Schiff wurde bislang nicht bekanntgegeben.
Das Mutterunternehmen ENATA Industries, das neben der ENATA Marine auch die Geschäftsbereiche ENATA Aerospace und ENATA Architecture umfaßt, hat Sitze in Singapur, Frankreich und der Schweiz, während sich die Werft in Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten befindet. Die Firma zeigt auf ihrer Homepage noch weitere Tragflächenboot-Designs, wie die GHOST, die als erste 28 m lange private Foiling-Yacht der Welt bezeichnet wird, und deren Dach fast vollständig mit hocheffizienten PV-Paneelen bestückt ist. Die Vatoz ist wiederum eine 10 m lange Foiling-Yacht, die auf dem Chassis des Foiler basiert, aber mit Turbodieselmotoren angetrieben wird.

Im April folgt mit dem Vector des Industriedesigners Jorge Ciprian aus Buenos Aires, Argentinien, der Entwurf eines kompakten Tragflügelboots, das mit einem Elektromotor in Kombination mit einer Wasserturbine angetrieben wird und mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser gleitet.
Es soll mit Batterien oder einem optionalen Zweitaktmotor betrieben werden, der mit Wasserstoffgas läuft. Leider gibt es keinerlei weiteren Details dazu, und über die ansprechenden Renderings scheint das interessante Konzept auch nie hinausgekommen zu sein.
Nemesis Yachts, eine in Volos beheimatete griechische
Charterfirma, die hauptsächlich Segelyachten und Motorboote vermietet,
stellt im August 2020 die visionäre Idee für einen
101 m langen und über 39 m breiten, superschnellen, autonomen Luxuskatamaran
vor, der sich mit Tragflügeln aus dem Wasser erheben kann. Der Firma
zufolge arbeitet Richard Ruthenberg seit 2014 an
dem Konzept.
Die geplante Nemesis One soll mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellensystem betrieben werden, das durch einen Batteriespeicher ergänzt wird, welcher durch Solarpaneele mit einer Fläche von 750 m2 und einer Leistung von bis zu 150 kW aufgeladen wird. Hinzu kommt ein 89 m hohes Starrsegel. Allein mit dem hydroelektrischen Antriebssystem erreicht das vollständig aus Kohlefaser gefertigte Schiff eine Geschwindigkeit von etwa 18 Knoten, und bei einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50 Knoten hebt es sich aus dem Wasser.

Die Bedienung des riesigen OceanWings-Flügelsegels ist automatisiert: Hydraulische und elektrische Systeme arbeiten mit den Computern der Yacht zusammen, um den Anstellwinkel, die Wölbung und die Verdrehung des Segels automatisch an die Windverhältnisse und die Fahrtrichtung anzupassen. Eine manuelle Einstellung des Segels ist dadurch nicht mehr erforderlich. Ebenso wird es automatisch aufgerichtet, gerefft und gesenkt, was durch sein Ziehharmonika-ähnliches Design möglich ist.
Das Segel wurde von der französischen Firma Ayro entwickelt, einem Spin-off der auf Hochleistungs-Tragflächenboote spezialisierten Firma VPLP Design (s.u.). Mehr darüber findet sich im Kapitel Windenergie unter Segelschiffe. Auch die Tragflächen werden automatisiert sein und sich ständig anpassen, um den Komfort der Passagiere an Deck zu gewährleisten.
Dem Unternehmen zufolge kann die Nemesis One bei Bedarf auch völlig autonom auf dem Wasser unterwegs sein wird, indem sie mit LiDAR Hindernisse erkennt und die Wellenhöhe, -form und -frequenz im Auge behält. Die Decks und Wohnräume sind mehr als großzügig gestaltet, mit der Möglichkeit, das Verdeck an den Seiten des Bootes zu öffnen, um bei schönem Wetter unter den Sternen zu schlafen. Zudem sind die beiden Wohnmodule der Yacht abnehmbar, so daß man sie an Land lassen kann, um die Nemesis One in den ,ultraleichten Rennmodus’ zu versetzen und gegen andere 100 m Rennyachten anzutreten.
Die Firma spricht bereits mit einigen interessierten Kunden und hofft, Ende 2021 mit der Produktion von Rumpf Nr. 1 beginnen zu können. Bislang ist es jedoch bei dem Design der auf 90 - 100 Mio. $ geschätzten Yacht geblieben - und inzwischen ist auch die Seite des Projekts eingefroren.
Was die o.e. Firma VPLP Design anbelangt, so hat diese seit ihrer Gründung im Jahr 1983 eine riesige Anzahl von Segelbooten und -schiffen entworfen und gebaut, ebenso wie das starre OceanWings-Flügelsegel, das 2019 auf der o.e. Rennkatamaran Energy Observer installiert wurde. Ab 2020 entwickelte das Unternehmen auch mehrere motorisierte Boote und Schiffe mit Tragflügeln, wie z.B. das Konzept Fast Foiling Ferry (F3) in einer 30 m langen und 9,8 m breiten Version, die das Ergebnis Partnerschaft mit Alwena Shipping und MerConcept ist. Da diese Fähre aber nicht elektrisch betrieben wird, soll sie hier nicht weiter behandelt werden.

Erwähnenswert ist hingegen das elektrische Halbrigid-Konzept F-RIB (Rigid Inflatable Boat) von 2021, ein halbstarres, 8,60 m langes und 2,50 m breites Schlauchboot mit einziehbaren Foils, bei dem ein starrer Katamaran-Rumpf mit aufblasbaren Kolben an den Seiten kombiniert wird. Zur gleichen Zeit wird auch der Entwurf eines 5 m langen und 1,8 m breiten elektrischen Rennboots mit Tragflügeln vorgestellt, das im Vorjahr in Zusammenarbeit mit der internationalen Regattaserie SailGP Circuit entwickelt wurde. Es soll bis zu 45 Knoten schnell fahren und mit einem vollautomatischen Flugkontrollsystem ausgestattet werden, das Hochgeschwindigkeitskurven ermöglicht.
Im Jahr 2022 folgt ein elektrisch betriebener Katamaran mit Tragflügeln, der auch tatsächlich gebaut wird. Das für MerConcept als Hauptauftragnehmer entwickelte Boot von 12,5 m Länge und einer Breite von 5 m wird von zwei Elektromotoren angetrieben und ist mit einem Hauptfoil und zwei Ruderblatt-Tragflächeneinheiten ausgestattet. Der Katamaran ist für eine achtköpfige Besatzung ausgelegt und hat eine Reichweite von 145 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 22 Knoten. Weitere technische Details sind nicht bekannt.
Im März 2021 berichten die Blogs über das neu gegründete maritime Unternehmen Navier, mit Hauptsitz in San Francisco, das emissionsfreie Schiffe baut, indem es Technologien aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie adaptiert. Das Ziel ist, selbststeuernde elektrische Tragflächenboote auf den Markt zu bringen. Auf der International Boat Show in Palm Beach stellt die Firma das Konzept ihres ersten Produkts vor.

Die 8,3 m lange Navier 27 (o. N27), die sich noch in der Entwicklungsphase befindet, wird von zwei 50 kW starken Elektromotoren angetrieben und soll rund 140 km zurücklegen und dabei auf ihren einziehbaren Tragflächen über bis zu 1,2 m hohe Wellen gleiten können. Der Tender, der sowohl als Festdach- als auch als Kabinenversion erhältlich sein wird, fährt mit 20 Knoten (37 km/h) und kann eine Höchstgeschwindigkeit von über 30 Knoten (56 km/h) erreichen.
Als Alleinstellungsmerkmal verspricht das von der indischstämmigen MIT-Ingenieurin Sampriti Bhattacharyya gegründete Unternehmen ein fortschrittliches Autopilotsystem, das sowohl die Geschwindigkeit als auch den Kurs kontrollieren kann und damit so etwas wie eine Version des adaptiven Tempomats für Autos mit Spurhaltung auf See ist. Die selbststeuernde Technologie soll später durch Software-Updates weiterentwickeln werden, bis hin zur vollständigen Autonomie des Schiffes.

Der erste Prototyp in kleinem Maßstab wird im Januar 2022 zu Wasser gelassen, und bereits einen Monat später beginnt bei Lyman-Morse in Maine der Bau eines maßstabsgetreuen Prototyps, der im Oktober in die Seerprobung geht. Für das erste Produktionsjahr sind 15 Exemplare der N27 geplant, die der Firma zufolge schon alle verkauft sind. Ebenfalls im Februar kündigt Navier eine Finanzierungsrunde an, um 7,2 Mio. $ Startkapital einzusammeln.
Im Dezember folgt in Miami die Weltpremiere der Navier 30 (o. N30), die mit 9,1 m etwas länger ist als ihr Vorgängermodell, jedoch die gleiche Reichweite und das gleiche Hightech-Design bietet - mit der Ausnahme, daß die hinteren Tragflächen mit einzelnen Flügeln statt eines gemeinsamen Flügels ausgestattet sind. Außerdem wird die N30 von zwei 90 kW Elektromotoren mit in die Tragflächen integrierten Propellern angetrieben, welche eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Knoten (65 km/h) erlauben.

Der N30 Prototyp ist mit einem 114 kWh Akkupack ausgestattet, kann aber auf Wunsch auch mit einem 85 kWh Akkupack konfiguriert werden. Das Schiff mit Platz für bis zu sechs (andere Quellen: zehn) Personen soll bereits im im dritten Quartal des nächsten Jahres an die Kunden ausgeliefert werden. Der Preis liegt bei 600.000 $ (andere Quellen: 850.000 $).
Navier plant, 2023 ein Schiff mit einer Reichweite von 185 km auf den Markt zu bringen und will seine Produktion bis 2024 auf über 400 Einheiten steigern. Erklärtes Ziel ist es, in überlasteten US-Küstenstädten wie San Francisco, New York, Miami und Seattle zukünftig Robo-Wassertaxis zu betreiben. Tatsächlich beginnt im Oktober 2023 die Serienproduktion der N30 Pioneer Edition, die ebenfalls schon komplett ausverkauft sein soll.
Im Januar 2024 wird angekündigt, daß die Mitarbeiter des Finanzdienstleisters Stripe ab März mit dem elektrischen Foiling-Boot N30 befördert werden sollen. Nun ist von einer Reichweite von rund 160 km bei Reisegeschwindigkeit die Rede. Die N30, die für den Pilotversuch verwendet wird, ist die 550.000 $ teure Cabin-Konfiguration, und zu dem einzelnen Boot sollen später noch 5 - 7 weitere hinzukommen. Darüber hinaus wird bereits an einem Modell für 30 Passagiere gearbeitet, das für Strecken mit höherem Verkehrsaufkommen bestimmt ist. Im September 2024 wird die erste N30 an den Kunden Rich Ross ausgeliefert.

Das nächste Konzept, das im Oktober 2021 erstmals in den Blogs gezeigt wird, stammt von dem ebenfalls in San Francisco ansässigen und 2018 von Jeremy Osborne und Edward Kearney gegründeten Start-Up Boundary Layer Technologies (BLT).
Die vollelektrische Passagierfähre ELECTRA mit Platz für 150 Passagiere verfügt über ein hocheffizientes Tragflügel-Design und eine 9 MWh Batterie, hat eine Reichweite von bis zu 185 km sowie eine Reisegeschwindigkeit von 40 Knoten. Daneben soll es auch eine Cargo-Version namens ARGO geben, die Platz für zehn Standard-Container bietet.
Die Firma plant, die ersten Schiffe bis zum ersten Quartal 2024 in Regionen wie den Vereinigten Staaten, Skandinavien und dem Mittelmeer in Betrieb zu nehmen. Der Entwurf von Erik Ulbricht und dem Studio Bela Design wird bei den European Product Design Awards zwar als Produktdesign des Jahres 2022 ausgezeichnet - doch danach wird es wieder still um das Projekt. l

Statt dessen zeigen die Blogs im November mit dem Valo Hyperfoil eine neue Klasse von ,Ultra-Performance’-Elektrowasserfahrzeugen, die als Mischung aus Wassermotorrad und Foilboard beschrieben wird und nach Angaben des Entwicklers das „schnellste Serien-Elektroboot der Welt“ und das „schnellste Serien-Tragflächenboot der Welt“ ist - was allerdings nicht ganz stimmt.
Der zweisitzige Jetski läuft mit einem 80 kW (108 PS) Elektromotor und erreicht im widerstandsarmen Tragflächenmodus, der von einem fünfblättrigen Propeller am hinteren Tragflächenflügel angetrieben wird, eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Knoten (93 km/h). Dabei heben die ausfahrbaren Karbontragflächen das Boot bei etwa 24 km/h rund 1 m weit über die Oberfläche, wobei es durch eine Skyride genannte Flugsteuerungssoftware stabilisiert wird. Bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 64 km/h kommt man mit einer vollen Batterie gut anderthalb Stunden oder etwa 107 km weit.

Zu einem voraussichtlichen Preis von 59.000 $ soll der erste Prototyp schon bald für Testfahrten zur Verfügung stehen. Die ersten ,Founders Edition’-Bestellungen sollen dann ab Mitte 2023 ausgeliefert werden, die Serienmaschinen 2024 fertig sein.
Tatsächlich wird der funktionierende Alpha-Prototyp erst erst im Mai 2023 öffentlich vorgestellt, wobei die Höchstgeschwindigkeit nun auf nur 36,5 Knoten (68 km/h) gesunken ist. Auch die Reisegeschwindigkeit sinkt von rund 64 km/h auf 48 km/h, was aber durch fast zweieinhalb Stunden Betriebszeit aufgewogen wird. Nach Angaben der Firma sind zu diesem Zeitpunkt bereits 45 Hyperfoil-Boote im Wert von 2,7 Mio. $ verkauft worden.
Es läßt sich danach aber nichts über ein Serienproduktion finden - und auch das Start-Up selbst ist später nicht mehr auffindbar.
Im Juni 2022 kündigt
die Artemis Technologies
Ltd. (ATL) aus Belfast in Nordirland die Markteinführung
eines kommerziell nutzbaren, vollelektrischen Arbeitsboots mit Tragflügeln
an, das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 34 Knoten (63 km/h)
über das Wasser gleitet und pro Ladung eine Reichweite von bis zu
110 km bei einer Geschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h) bietet.

Die Firma ist eine Ausgründung aus dem Artemis Racing Team, die Anfang 2017 vom Segel-Olympiasieger und America’s-Cup-Veteranen Iain Bryden Percy gegründet wurde. Im Juni 2020 hatte dann das Belfast Maritime Consortium unter der Leitung von Artemis Technologies einen Innovationszuschuß der britischen Regierung in Höhe von 33 Mio. £ erhalten, um emissionsfreie Fähren zu entwickeln, die die bis zu 350 Passagiere befördern können. Mit weiteren Investitionen der 13 Konsortialpartner einschließlich Belfast Harbour und Bombardier werden die Gesamtinvestitionen für das Projekt in den nächsten vier Jahren fast 60 Mio. £ erreichen.
Im November gewinnt Artemis Technologies den Maritime 2050 Award als ersten einer ganzen Reihe an Auszeichnungen, und im Dezember investiert die Gunvor Group, einer der weltweit größten Händler von Energierohstoffen, einen ungenannten Betrag in die Firma.
Die eingangs erwähnte Ankündigung folgt auf die Erprobung eines 11,5 m langen Prototyps des Arbeitsboots namens Pioneer of Belfast, die im April 2022 begonnen hatte. Die Mehrzweck-Serienversion ist mit einem eigens entwickelten eFoiler-Antriebssystem mit zwei T-Foils ausgestattet, und Bug- und Heckstrahlruder ermöglichen die Manövrierfähigkeit auch bei niedriger Geschwindigkeit. Das 11,5 m lange und 4 m breite Foiling Workboat ist aus leichten Glas- und Kohlefaserverbundwerkstoffen gebaut und bietet Platz für zwei Besatzungsmitglieder und sechs Passagiere.
Die Palette der Arbeitsboote von Artemis Technologies umfaßt derzeit zwei Modelle: das oben beschriebene Mehrzweck-Arbeitsboot sowie ein 12 m langes Crew-Transferboot, das zwölf Passagiere befördern kann und eine Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten (59 km/h) und eine Reichweite von etwa 93 km bei 25 Knoten hat. Darüber hinaus ist ein 24 m langes Schiff für den Transfer von Besatzungen in Arbeit. Preise werden noch nicht genannt, die ersten Auslieferungen sollen 2023 erfolgen.

Im September 2022 enthüllt Artemis Technologies das Design der „weltweit modernsten, zu 100 % elektrisch betriebenen Passagier-Tragflügelbootfähre“, die den Namen EF-24 (o. EF-24 Passenger) trägt. Angetrieben durch das patentierte elektrische System Artemis eFoiler schwebt das 24 m lange Schiffe mit bis zu 150 Passagieren an Bord über dem Wasser und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 38 Knoten und eine Reichweite von 212 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten.
Die EF-24 Fähren werden mit einem Hochgeschwindigkeits-Kollisionsvermeidungssystem ausgestattet sein, das an der Queen’s University Belfast entwickelt wurde und das Schiff sicher von Meereslebewesen, Müll und anderen Hindernissen im Wasser wegsteuert. Zudem werden die Schiffe vollständig barrierefrei sein und über eine Vielzahl von Annehmlichkeiten an Bord verfügen, darunter Fahrradständer, Kabinentaschen und Stauraum über Kopf.
Ebenfalls im September erhalten Projekte unter der Leitung von Artemis Technologies, die darauf abzielen, den emissionsfreien Seeverkehr Wirklichkeit werden zu lassen, in der jüngsten Runde der britischen Clean Maritime Demonstration Competition (CMDC) fast 3,4 Mio. £. Zu diesen Forschungs- und Entwicklungsprojekten gehört auch die gemeinsame Arbeit mit Tidal Transit an dem 24 m langen, elektrisch betriebenen Crew Transfer Vessel (CTV).

Am wichtigsten ist vielleicht, daß das Unternehmen bereits einen Kunden hat: Im Jahr 2024 soll die erste EF-24-Passagierfähre im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts mit Condor Ferries zwischen Belfast und Bangor in Nordirland verkehren.
Im April 2023 wird der Entwurf eines luxuriösen Tragflügel-Wassertaxis namens Artemis EF-12 Escape vorgestellt, das eine zweiköpfige Besatzung und zwölf Passagiere befördert. Die Kabine ist geschlossen, um diese trocken und komfortabel zu halten. Das Schiff mit einer Länge von 12 m fährt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten (55 km/h) und hat auf seinem Foiler eine Reichweite von 96 km. Für seinen zukünftigen Einsatz wird im August eine Partnerschaft mit der International Luxury Hotel Association (ILHA) geschlossen.
Ebenfalls im August wird ein verbessertes Modell EF-12 CTV vorgestellt, gefolgt im September von den Versionen EF-24 CTV, EF-12 Pilot und EF-12 Patrol. In diesem Monat starten die Orkney Inseln - nachdem sie von der britischen Regierung 15,5 Mio. £ an Fördermitteln erhalten haben - ein Pilotprojekt für Elektrofähren, bei dem das Wassertaxi EF-12 Escape ab dem März 2024 ganzjährig Fahrgäste zwischen Kirkwall, dem Hauptort der Orkneys auf dem Festland, und den inneren Nordinseln Shapinsay, Rousay, Egilsay und Wyre befördern wird.
Im Dezember 2023 erhält Artemis Technologies von der HSBC UK, einem großen Bank- und Finanzdienstleistungsinstitut, eine Unterstützung in Höhe von 2 Mio. £, um die elektrischen Foiling-Boote auf den internationalen Markt zu bringen. Und im Juli 2024 wird eine Partnerschaft mit dem britischen Fährbetreiber Red Funnel bekanntgegeben, die Ende 2025 die Einführung des Artemis EF-24 Passenger auf der Strecke Southampton - West Cowes auf der Isle of Wight vorsieht.

Im September 2022 folgt mit dem Hydrofoil eJetski Flyway das wohl erste kommerzielle Tragflächen-PWC, das interessanterweise ein neues Projekt von David Vukovič ist, der uns oben bereits mit seinem Hydrofoil-Board Flying Rodeo begegnet ist. Bei der Recherche zeigt sich, daß das erste Video mit dem neuen PWC bereits im Dezember 2021 veröffentlicht worden war. Zum Vergleich sei auf den WaveFlyer von 2015 verwiesen (s.o.).
Das neue Stand-Up Wassermotorrad mit Elektromotor benutzt einen Propellerantrieb und keinen Jetantrieb, weshalb der slowenische Hersteller HighFly WaterSports es auch Wasser-Scooter nennt. Gesteuert wird es mit einem Lenker, der ein Ruder betätigt, und ein Display am Lenker zeigt die Geschwindigkeit und den Batterieverbrauch an.
Der Preis wird mit 14.500 € angegeben, wobei der Flyway bereits zwei Tage nach seiner Bekanntgabe ausverkauft war, wie die Firma meldet. Was etwas verblüfft, da bislang noch gar keine genauen technischen Daten genannt worden sind. Das Gerät soll als Modelle Classic und Premium auf den Markt kommen, allerdings ist noch nichts darüber veröffentlicht worden, wo genau die Unterschiede liegen.
Die neue Innovation erhält umgehend den slowenischen Innovationspreis in Gold. Es läßt sich aber nichts darüber finden, daß das Wassermotorrad bislang tatsächlich in Produktion gegangen ist - und auch auf der Homepage des Unternehmens ist es nicht im Angebot (Stand 2025).

Im gleichen Monat zeigen die Blogs eine weiteres PWC mit Tragflächen, das allerdings wesentlich weniger schnittig aussieht. Das Produkt der französischen Firma Neocean SAS, die 2019 von Vincent Dufour als Spin-off der Universität Montpellier gegründet worden war, wird erstmals im Rahmen des Yachting Festival 2022 in Cannes öffentlich vorgestellt.
Das in Zusammenarbeit mit dem technologischen Institut IUT Nîmes entwickelte Sitzboot Overboat beginnt seine Fahrt als stabiler Katamaran, bevor es einen oder zwei Passagiere über das Wasser hebt, um Geschwindigkeiten von bis zu 20 Knoten (37 km/h) zu erreichen oder bis zu zwei Stunden auf dem Wasser zu fahren. Springen und rasante Manöver sind mit dem Wasserfahrzeug aber nicht möglich.
Die Overboat-Serie umfaßt das Modell 100F für eine Person an, das eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten (28 km/h) erreicht und eine Laufzeit von zwei Stunden hat. Der 4,5 kW E-Antrieb wird von einem 5,7 kWh Akkupack angetrieben. Daneben gibt es das 150F für zwei Personen, das mit seinem 10 kW Propellerantrieb eine Spitzengeschwindigkeit von 20 Knoten erreicht.

Alle Overboat-Modelle sind 3,6 m lang und verfügen über ein Katamaran-Layout mit zwei Poly-Fiberglas-Rümpfen, die durch einen erhöhten zentralen Sitzbereich verbunden sind. Die Oberseite des Rumpfes ist wie ein Mini-Deck gestaltet und dient er als stabile Stufe zum Sitz, als Fußstütze während der Fahrt und sogar als Badeplattform.
Wie man auf der Unterwasseraufnahme sieht, befindet sich der elektrische Propellerantrieb in der Nähe der Basis der einziehbaren Hecktragfläche. Zu diesem hinteren Foil gesellen sich zwei einfahrbare Frontfoils, die alle ein umgekehrtes T-Design aufweisen. Die drei Foils entfalten sich automatisch, sobald der Fahrer auf 10 Knoten (19 km/h) beschleunigt, und heben das Boot aus dem Wasser. Das Sportgerät verfügt über ein intelligentes Steuerungssystem, das den Anstellwinkel der Tragflächen 100 Mal pro Sekunde anpaßt, um eine ruhige, stabile Fahrt zu gewährleisten.
Darüber hinaus gibt es die ein- und zweisitzige Overboat C-Baureihe, die auf die Tragflächen verzichtet und als elektrische Mini-Cats mit einer Geschwindigkeit von 12 Knoten (22 km/h) zwischen zwei und drei Stunden lang fährt. Die Preise liegen zwischen 14.158 € für den 100C-Katamaran (ohne Foil) und 34.992 € für den 150F-Katamaran mit Foil für zwei Personen.
Im März 2024 wird die Neocean vom Handelsgericht Montpellier unter gerichtliche Liquidation gestellt, da es nicht gelungen war, die erforderlichen Finanzmittel von mehreren Millionen Euro für die Weiterarbeit zu beschaffen, doch die Patente der Technologie finden einen bislang ungenannten Käufer, was auf eine potentielle Wiedergeburt hoffen läßt.

Auch die 2008 von Antoine Brugidou gegründete bretonische Schiffsbaufirma Iguana Yachts, bekannt für ihre bislang nur Brennstoff-betriebenen Beiboote, Tender und Sprinter, die alle auf einziehbaren Raupenketten selbständig zum Wasser rollen, präsentiert in Cannes im September 2022 ein 10 m langes und 3,1 m breites, elektrisches Kohlefaser-Tragflächenboot, den Iguana Foiler, an dem seit 2016 gearbeitet wird.
Das als Reaktion auf die Kundennachfrage entwickelte luxuriöse „weltweit erste amphibische elektrische Foilingboot“ für acht Personen ist mit einem 300 PS (~ 220 kW) starken Außenbordmotor des norwegischen Unternehmens Evoy Motor ausgestattet, mit dem es eine Geschwindigkeit bis zu 30 Knoten erreicht. Das 120 kWh Li-Ionen-Batteriepakete soll eine Reichweite von über 80 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 22 Knoten erlauben.
Zum Manövrieren in Häfen oder bei ruhiger Fahrt lassen sich die L-förmigen Tragflächen hochklappen. Ebenso werden die Raupenketten in den Rumpf eingezogen, wenn das Boot auf dem Wasser ist, um die Leistung so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Das Fahrwerk kann aber in nur acht Sekunden ausgefahren werden, um den Foiler mit bis zu 6,5 km/h an den Strand zu fahren, wobei auch der Außenbordmotor hochgeklappt wird.
Es scheint zudem ein Modell mit einem Diesel-Elektro-Hybridsystem mit 740 PS zu geben, das 40 Knoten erreicht. Die Preise beginnen bei etwa 850.000 $.
Ein weiterer Limousinen-Tender mit vollelektrischem Antrieb, einziehbaren Tragflächen und einem schlanken Rumpf wird von dem britischen Superyacht-Tender-Spezialisten Cockwells auf der Monaco Yacht Show 2022 im Oktober vorgestellt - bislang allerdings nur als Designstudie. Die Alte Volare (o. Alte Volare – 12M Hydrofoil Tender) gilt trotzdem als eines der elegantesten Boote des Jahres.

Zusammen mit ihren zwei Besatzungsmitgliedern bietet das 11,8 m lange und 3,3 m breite Schiff Platz für bis zu zehn Gäste, die über ausklappbare Stufen mittschiffs an Bord gehen. Backbord- und Steuerbordsofas bieten Platz für bis zu acht Personen, während zwei Gäste in Einzelsesseln mit Blick auf das raumhohe Panoramafenster am Heck Platz nehmen können. Das umlaufende Design des Cockpits trennt es geschickt vom Rest des Decks, während der offene Salon hinter dem Cockpit durch ein Panorama-Glashaus vor Meer und Himmel geschützt wird.
Der E-Antrieb besteht aus einem einzigen Elektromotor, der in das vordere Foil integriert ist, während die hinteren Foils die Steuerflächen enthalten. Das Schiff kann Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten (74 km/h) erreichen. Da ein Elektrotender in der Regel in der Nähe des Mutterschiffs bleibt, kann er regelmäßig und bequem an Bord aufgeladen werden. Weitere technische Details gibt es bislang nicht, denn der erste Ausflug von Cockwells in die Welt der Tragflächenboote ist vorerst nur eine technische Studie.
Bei den 76. Filmfestspielen Cannes im Mai 2023 präsentieren das BMW-Tochterunternehmen Designworks mit Sitz in Südkalifornien und der 2021 von Christoph Ballin gegründete deutsche Luxusyacht-Elektroyachtbauer Tyde GmbH aus Starnberg ein neues, 13,15 m langes vollelektrisches Hydrofoil-Bootskonzept namens The Icon als vollständig ausgereiftes Serienprodukt, das sowohl für die private als auch für die kommerzielle Nutzung geeignet ist.
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Der Korpus besteht aus einem flachen Rumpf und einem zentralen Träger für die transparente Architektur, wobei der prismenförmige Grundriß zum Heck eine Breite von 4,5 m ermöglicht. Da das Boot wegen seiner Unterwassertragflächen nahezu ohne Vibrationen, Stöße oder Wellenschlag dahingleitet, nutzen die Designer die Möglichkeit, die konventionelle Bordwand durch große Glasflächen zu ersetzen. Dadurch entsteht ein besonders großzügiges Entrée in den luxuriösen Lounge-Bereich mit schrägen Glastüren und um 360° drehbaren Sitzen, wobei der aus Metall konstruierte Rumpf das Sonnenlicht auf dem Boden reflektiert wie Wellen auf dem Meer.
Die zwei 100 kW leistenden Elektromotoren setzen den Energiegehalt von 240 kWh, der von sechs Batteriepaketen aus dem BMW i3 bereitgestellt wird, in eine Reichweite von rund 93 km um. Die Betriebsgeschwindigkeit beträgt 24 Knoten (44 km/h), das maximale Tempo 30 Knoten (56 km/h). Den Preis für das Boot gaben die beiden Unternehmen bislang nicht bekannt.

Schon im Dezember folgt mit der Hydrofoil-Luxusyacht The Open das zweite Elektroboot, das aus der Zusammenarbeit zwischen dem Auto- und dem Bootshersteller entstanden ist. Sie bietet Platz für acht Passagiere, wobei es eine Einzelkabine mit Großbildfernseher und Schreibtisch sowie einen geräumigen Schlafbereich für zwei Personen und ein voll ausgestattetes Bad geben wird.
Die neue Yacht mit einem zweisitzigen Steuerstand ist 14,8 m lang und 4,5 m breit und nutzt ebenfalls E-Auto-Komponenten von BMW. Für den Antrieb sorgen zwei jeweils 100 kW starke Elektromotoren und als Energiespeicher ist ein Akku mit rund 400 kWh Kapazität an Bord. Das Dach ist außerdem mit PV-Paneelen bestückt, um die Reichweite zu erhöhen.
Die Reichweite bei einem Tempo von 25 Knoten (46 km/h) gibt Tyde mit rund 93 km an. Die Auslieferung von The Open soll im Herbst 2024 beginnen, ein fester Preis wurde bislang nicht angegeben.
Im Mai 2023 erscheint das SpiritBARTech 35EF in den Blogs, das aus einer Zusammenarbeit von Spirit Yachts, einem Experten für Design und Bau moderner klassischer Yachten, und dem Schiffstechnik-Unternehmen BAR Technologies entstanden ist und daher auch den etwas seltsamen Namen trägt.

Das speziell für den America’s Cup entwickelte 10,5 m lange und nur 2,3 m breite Elektro-Tragflächenboot in limitierter Auflage basiert auf dem Simulations- und Design-Know-how von BAR Technologies und verfügt über drei einziehbare Foils.
Das ursprünglich für 2022 angekündigte Boot besteht aus einer Mischung aus Titan und kaltgeformtem Holz mit einen kohlefaserverstärkten Rumpf und wiegt nur eine Tonne. Es wird von einem einzelnen Motor angetrieben, der von der britischen Firma Equipmake, die einige der leistungsstärksten und innovativsten Elektromotoren der Welt herstellt, speziell für diesen Zweck entwickelt wurde. Der HPM-400 genannte Motor leistet zwar nur 80 kW (107 PS), was aber ausreicht, um das Boot auf seinen Tragflächen mit einer Spitzengeschwindigkeit von 28 Knoten (52 km/h) über die Wellen fliegen zu lassen. Die Foils werden aus massivem Titan gefertigt und bestehen aus einem T-Ruder am Heck zur Kontrolle der Krängung und L-Foils am Bug mit Flaps zur Kontrolle der Rollbewegung.
Mit seinem speziell angefertigten 120 kWh Akkupack erzielt das E-Boot eine rekordverdächtige Reichweite von 185 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 22 Knoten (41 km/h). Einmal an Bord, können die Nutzer die sechs Sitze im offenen Cockpit schnell in eine 2-sitzige Spider-Konfiguration umwandeln, wenn sie auf Nervenkitzel und Geschwindigkeit aus sind. Nach dem Erfolg des Projekts prüfen Equipmake und BAR Technologies nun weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf dem Elektroboote-Markt.
Ebenfalls im Mai 2023 testet die in Collonges, Schweiz, ansässige und 2020 gegründete Werft MobyFly SA auf dem Genfersee ihr erstes elektrisches Tragflügelboot. Unter den Gründerinnen und Gründern des Start-Ups, das im Juli 2021 seine erste Finanzierungsrunde mit professionellen Investoren durchgeführt hatte, ist übrigens auch der Schwede Anders Bringdal, der 2016 die o.e. Firma SeaBubbles mitbegründet hatte.

Das für zwölf Passagiere ausgelegte MBFY10 (o. MobyFly 10), dessen Prototyp im Dezember 2022 zu Wasser gelassen wurde, verbraucht bei den Testfahrten rund 20 % weniger Energie, als vorausberechnet, wobei die erreichte Höchstgeschwindigkeit bei mehr als 74 km/h liegt. Damit wird eine Reichweite von rund 140 km möglich. Die vollständig einziehbaren bzw. hochklappbaren Tragflächen des Prototyps sind in Zusammenarbeit mit Caponnetto Hueber und STYachts entwickelt worden und erlauben es dem Boot auch in Gewässern mit einer Tiefe von nur 50 cm zu operieren.
Der Firma zufolge wird es drei Modelle geben: das soeben getestete MBFY10, eine mittlere Variante namens MobyFly 18, die für 60 Passagiere ausgelegt ist, sowie das größte Tragflügelboot MobyFly 30, das künftig 300 Passagiere transportieren soll. Später werden die drei Bootsgrößen als MBFY-S, MBFY-M und MBFY-L bezeichnet.
Während das MBFY-S für zwölf Passagiere plus 1 - 2 Besatzungsmitglieder gedacht ist, eine Reisegeschwindigkeit von 50 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h und eine Reichweite von 140 km besitzt, soll das MBFY-M 60 - 120 Passagiere mit 50 km/h bzw. 60 km/h über eine Strecke von 160 km befördern. Das für bis zu 300 Passagiere geplante MBFY-L soll bei einer Reisegeschwindigkeit von 60 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h sogar 160 - 400 km weit fahren, wobei hier Batterien und/oder Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Die schnittigen MobyFly-Boote aus leichten Verbundwerkstoffen werden von einem Zweimotoren-System (einer auf jeder Seite) angetrieben, das mit einem computergesteuerten Flug- und Managementsystem kombiniert ist. Die Software verwaltet kritische Systeme und Steuerungen, einschließlich Neigung, Rollen, Fahrhöhe, Hindernisvermeidung, automatisches Ausfahren und präzise Andockmanöver.
Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge bereits mit Partnern in Lugano, Paris, San Francisco und New York in Gesprächen über den Einsatz der stromgetriebenen Tragflügelboote. Im September 2024 wird gemeldet, daß die ersten MobyFly-Boote im Herbst 2025 vom Stapel laufen werden. Der Preis liegt je nach Größe zwischen 1,6 Mio. SFr und über 15 Mio. SFr. Um zur Industrialisierung und Vermarktung der Produkte überzugehen, befindet sich die Firma derzeit in der Phase der Kapitalbeschaffung von 10 Mio. SFr.
Im Dezember 2024 erhält das Start-Up Vessev aus Auckland, Neuseeland, die kommerzielle Zulassung der Maritime New Zealand für eine elektrische Foiling-Katamaranfähre. Die Erprobung der als ,Rivian des Meeres’ bezeichneten VS-9 begann nach dem Stapellauf im Mai bei Oram’s Boat Yard in Westhaven Marina. Das Unternehmen war im Jahr 2018 (damals unter dem Namen SeaChange) von Max Olson und Eric Laakmann gegründet worden. Nun wird erwartet, daß die Tragflächenfähre in Kürze in den kommerziellen Dienst gestellt wird.

Der Premium-Passagiertransporter, der eine vom America’s Cup übernommene Ultrahochleistungs-Tragflügeltechnologie verwendet, verfügt über ein 55 kW (70 PS) starkes Antriebssystem für eine Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten (46 km/h), während die 110 kWh Batterie für eine Reichweite von bis zu 93 km ausgelegt ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 30 Knoten (55 km/h).
Das Schiff ist 8,95 m lang, 3,1 m breit und kann neben einem Besatzungsmitglied bis zu zehn Passagiere befördern. Unterhalb des Rumpfes befinden sich Tragflächen, die beim Start waagerecht ausgerichtet sind. Bei einer bestimmten Geschwindigkeit werden sie geneigt, so daß das Boot emporsteigt. Wenn es den höchsten Punkt erreicht hat, kehren die Tragflächen in ihre waagerechte Stellung zurück, wodurch der Rumpf das Wasser nicht mehr berührt. Anderen Quellen zufolge verfügt das Boot über ein Hydrofoil-System, dessen Tragflächen ihre Form mit Hilfe von Präzisionsklappen anpassen können.

Im Zuge einer Partnerschaft mit der größten neuseeländischen Fährgesellschaft Fullers360 und deren Team für grüne Technologie, NetZero Maritime, wird die VS-9 den Passagieren zwei Optionen für das E-Foiling-Erlebnis anbieten: eine 40-minütige Kreuzfahrt durch den Hauraki Gulf für umgerechnet 112 $ pro Person, oder ein Charter für bis zu acht Personen, was 1.150 $ kostet. Der Dienst wird Ende Januar 2025 von Mittwoch bis Sonntag von der Viaduct Harbour Marina in Auckland aus starten. Zudem sollen laut Vessev bereits einige Exemplare zu einem Startpreis von 620.000 $ verkauft worden sein. Die Firma entwickelt nun eine offene Version VS–9 Skye sowie ein VS-18 mit einer Kapazität von 100 Passagieren.
Im Mai 2025 gewinnt Vessev einen Red Dot Award für die funktionale Einfachheit und klare visuelle Identität der VS-9, deren Außendesign klare Linien und eine Panoramaverglasung vereint, während die Kabine im Inneren offen und lichtdurchflutet gestaltet ist. Im September wird der erste europäische Kunde gewonnen: Das Ökotourismus-Resort Finn Lough in Nordirland wird demnach im nächsten Jahr die VS-9 einsetzen, um abgelegene Stellen des Sees zu erreichen und die Gäste zu ihren Unterkünften zu bringen.
Im August 2024 präsentiert das in Waterloo, Ontario,
beheimatete und 2021 gegründete kanadische Unternehmen ENVGO ein
vollelektrisches Tragflächenboot namens NV1 (o. ENVGO
NV1), das ab sofort vorbestellt werden kann. Das 7,5 m lange Luxusboot
mit einem Rumpf aus Kohlefaser bietet Platz für sechs Passagiere und
verfügt über eine hochmoderne Tragflächentechnologie, eine selbststabilisierende
Avionik während des Foilings und eine Autonomiefunktion.

Die ENVGO hatte sich erfolgreich Mittel von einer Gruppe von Investoren wie Mike Peasgood gesichert und anschließend mit dem Superyacht-Designer J. David Weiss von Designova Creative zusammengetan, um den Anforderungen des Luxusmarktes gerecht zu werden - was sich in der eleganten, fast futuristischen Gestaltung widerspiegelt.
Das Schiff ist mit einem Elektromotor ausgestattet, mit dem es bis zu 22 Knoten (40 km/h) schnell fahren und eine Höchstgeschwindigkeit von 43 Knoten (80 km/h) erreichen kann. Der Motor wird von einem 80 kWh Akkupack versorgt, das eine Reichweite von bis zu 130 km ermöglicht. Der Startpreis für das Boot beträgt 400.000 $ und die Firma plant, die Produktion der ersten Bestellungen in der zweiten Hälfte des Folgejahres aufzunehmen.
Im Juni 2025 gibt ENVGO den Abschluß seiner Seed-Runde im Umfang von 2 Mio. $ bekannt, die von der in Toronto ansässigen Early-Stage VC-Firma Two Small Fish Ventures geleitet wurde.
Nach diesem umfangreichen Schwerpunkt der Tragflächenboote und -boards soll es nun mit der allgemeinen Jahreschronologie 2017 weitergehen.

Im Juli wird erstmals der Solar Dream Katamaran der in der Türkei ansässigen Ned Ship Group in der Fachpresse vorgestellt. Der 42 m lange und 12,5 m breite Katamaran des schwedischen Designers Dennis Ingemansson wurde speziell dafür entwickelt, effizient, ökologisch, funktional und geräumig zu sein und gleichzeitig die Betriebskosten niedrig zu halten.
Das Schiff mit einem Komposit/Kohlefaser-Rumpf ist mit einer 360 m2 großen Solarzellenfläche ausgestattet und verfügt über einen Hybridantrieb und E-Motoren für langsame Fahrten. Die Standardantriebe sind zwei MTU-Maschinen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 22 Knoten.
Neben den vier Besatzungsmitgliedern und dem Kapitän haben acht Gäste in zwei Gästezimmern Platz, zusätzlich zu den doppelten Eignersuiten. Der geräumige 580 m2 große Innenraum bietet den Passagieren ein luxuriöses Erlebnis. Bislang läßt sich jedoch nichts über eine Umsetzung des Designs finden.
Im gleichen Monat zeigt auch die niederländische Traditionswerft Heesen Yachts ein 50 m langes Hybrid-Schiff, das als luxuriöser „Rückzugsort für den kraftstoffbewußten Milliardär“ konzipiert ist und vor kurzem seine ersten Seetests absolviert hat. Im September wird es auf der Monaco Yacht Show zu sehen sein.

Das glatte Profil mit dem vertikalen Bug und vom Boden bis zur Decke reichenden Glasfenstern ist das Werk von Frank Laupman von Omega Architects, während der Designer Cristiano Gatto für das luxuriöse Innere gesorgt hat. Die sechs Kabinen bieten Platz für zwölf Passagiere, die auf vier separaten Decks, einschließlich des obersten Sonnendecks, untergebracht sind. Letzteres beherbergt eine Bar, und es gibt auch einen Bereich für Essen und Unterhaltung sowie ein Spa an Bord.
Die Superyacht YN17850 Home wird von zwei 805 PS Motoren angetrieben, die kleiner sind, als man es von einer Yacht dieser Größe erwarten würde, was zum Teil durch das effiziente ,Fast Displacement Hull’-Design von Van Oossanen Naval Architects ermöglicht wird, bei dem der Rumpf so geformt ist, daß der Widerstand über den gesamten Geschwindigkeitsbereich niedrig bleibt. Daneben verfügt die Yacht über zwei wassergekühlte Elektromotoren, die zusammen eine Leistung von 254 kW erbringen. Die genaue Batteriekapazität wird nicht angegeben.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt mehr als 16,3 Knoten (30 km/h) im reinen Dieselbetrieb und 9,3 Knoten (16,6 km/h) im ,Silent Cruising Mode’ genannten Elektrobetrieb, während als maximale Reichweite 6.840 km genannt werden.
Im August 2017 wird nach erfolgreichen Testfahrten
das von der Formstaal GmbH & Co. KG neu gebaute
Solar-Hybrid-Seminarschiff Orca ten Broke an
die Berliner Seminarschiff Fluxservice GmbH ausgeliefert,
die es als schwimmende Tagungslounge für bis zu 200 Gäste in Betrieb
nehmen wird. Das 35,55 m lange und 8,25 m breite klimaneutrale Veranstaltungsschiff
vereint hohen Komfort und moderne Funktionalität mit dem Anspruch,
die Umwelt und Natur zu schonen.

Der Energiebedarf des Schiffes wird ausschließlich mit erneuerbaren Ressourcen abgedeckt. Neben der 31 kW PV-Anlage auf dem absenkbaren Sonnendach und den 250 kWh Batterien gibt es noch einen Generator, der mit aus gebrauchtem Pflanzenöl und -fett gewonnenen HVO-Diesel (Hydro-genated Vegetable Oil) betrieben wird. Die Abwärme des Motors dient in kühleren Jahreszeiten als Wärmequelle für die Fußbodenheizung.
Zu den schiffbaulichen Besonderheiten der Orca ten Broke gehören eine Raumhöhe von 2,40 m sowie zwei im Schiff integrierte Ankerpfähle. Die teleskopartigen Stelzen ermöglichen es, das Veranstaltungsschiff bei einer Wassertiefe von bis zu 4,50 m fest am Grund zu arretieren.
Seit dem Vorjahr betreibt das Unternehmen zudem das 28 m lange Seminarschiff John Franklin, ein flexibel nutzbares Kabinenboot für bis zu 40 Personen. Das konventionell betriebene Schiff verfügt zwar über eine 4 kW PV-Anlage, die aber nur dem bordeigenen Strombedarf dient.
Ebenfalls im August 2017 erscheint in den Blogs das Konzept einer 63 m langen, 13,5 m breiten und 18 m hohen Elektro-Luxusyacht, die als „überzeugende Vision der Zukunft“ und „ultramodernes Meisterwerk“ angepriesen wird - was wohl Geschmackssache ist.

Die EAU genannte Yacht des Amsterdamer Designstudios Tjep verwendet zwar vertraute Elemente des traditionellen Yachtbaus wie Holzplanken, geschichtete Linien und die Rumpfform von Holzschiffen, besitzt aber einen sehr schlanken Rahmen aus Aluminium und einen Kommandoturm in Form eines Wassertropfens, der weit über dem Deck zu schweben scheint.
An Bord ist Platz für zwölf Kabinen, Schwimmbad und Hubschrauberlandeplatz - und der Antrieb, der eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten erlaubt, ist zu 100 % elektrisch. Es werden allerdings keinerlei technische Details genannt - und später ist die EAO völlig von der Tjep-Homepage verschwunden. Auch Mediapps Innovation kündigt keine weiteren Sanierungsaktivitäten an.
Kurz zuvor waren auf der Firmenhomepage noch zwei 5-Sitzer-Versionen angeboten worden: ein geschlossenes Modell für das Fahren bei jedem Wetter sowie ein ,Open-Air’-Cabrio für den unverdeckten Panoramablick. Als Preis werden 290.000 € genannt, während die größeren Smart Bubbles für 6 - 10 Personen ab 650.000 € kosten.
Der finnische Kraftwerks- und Schiffsmotorenhersteller Wärtsilä wiederum gibt im August 2017 bekannt, daß er im vierten Quartal des Vorjahres von der norwegischen Hav Line AS den Auftrag für das weltweit erste Verarbeitungs- und Transportschiff für die Fischzuchtindustrie erhalten hat, das mit einem Hybridantrieb ausgestattet wird. Dieser besteht aus einem batteriebetriebenen PTI/PTO-Antrieb (Power-Take-In/Power-Take-Off), der mit dem kraftstoffsparenden 10-Zylinder Wärtsilä-31 Hauptmotor kombiniert ist. Das Schiff soll im Sommer 2018 ausgeliefert werden.

Bereits im September führt Wärtsilä mit der HYTug-Serie ein neues Portfolio von Hybrid-Schleppern ein, die ebenfalls die neue Hybridantriebstechnologie des Unternehmens nutzen. Meldungen vom Dezember zufolge sollen die Schlepper speziell auf den potentiell äußerst lukrativen chinesischen Markt gebracht werden. Die wichtigsten Verkaufsargumente sind die Möglichkeit, in Gebieten, in denen immer strengere Emissionsvorschriften gelten, vollständig mit Elektro-/Batteriebetrieb zu arbeiten, eine insgesamt verbesserte Betriebseffizienz sowie ein geringerer Gesamtkraftstoff- bzw. Energieverbrauch. Auch wird der Lärmpegel deutlich reduziert.
Der Wärtsilä HYTug ist in drei verschiedenen Rumpfformen erhältlich: als 28 m Hafenschlepper mit einem Pfahlzug von 50 t, als 29,5 m Version mit einem Pfahlzug von 75 t und als 35 m Eskortschlepper mit einem Pfahlzug von 75 t. Mit zusätzlichen Ausrüstungsmodulen ist ein Pfahlzugbereich von bis zu 90 t möglich. Die Käufer haben außerdem die Wahl zwischen einem dieselelektrischen und einem dieselmechanischen Hybridantriebssystem.
Im Dezember erhält Wärtsilä den ersten Auftrag in Europa für den Einsatz der HY 2-Hybrid-Energiemodule, die den Hybrid-Elektrobetrieb von Schleppern ermöglichen. Der Vertrag sieht den Einsatz von zwei Hybridantriebsmodulen auf einem neuen Eskortschlepper mit einem Pfahlzug von bis zu 100 Tonnen vor, der für den Hafen von Luleå in Schweden am Bottnischen Meerbusen in der nördlichen Ostsee gebaut wird und Anfang 2019 bei GONDAN Shipbuilders in Asturien, Spanien, vom Stapel laufen soll.

Da der Bottnische Meerbusen im Winter oft zugefroren ist, wird der 36 m lange Begleitschlepper für Eisbrecherarbeiten ausgerüstet - mit Spezifikationen, die das Brechen von 1 m dickem Eis bei einer Geschwindigkeit von bis zu 3 Knoten ermöglichen. Das Boot bekommt den Namen Vilja und geht im Juli in Betrieb.
Ebenfalls im Dezember unterzeichnet Wärtsilä mit der internationalen Reederei Hagland Shipping AS die Vereinbarung über eine Hybrid-Nachrüstung der Hagland Captain, die als das erste Projekt dieser Art im Kurzstreckenseeverkehr bezeichnet wird. Die Batterie-Hybrid-Antriebslösung umfaßt auch einen Landstromanschluß. Die Batteriekapazität wird ausreichen, um etwa 30 Minuten lang mit elektrischem Strom in den Hafen ein- und auszufahren, was die Lärm- und Schadstoffbelastung wirksam reduziert.
Im September 2021 berichtet die Presse, daß Wärtsilä ein mobiles Batteriewechselsystem entwickelt hat, mit dem elektrische Wasserfahrzeuge mit Strom versorgt werden können. Eine erste Bestellung über zunächst drei Einheiten sei bereits im Juni in den Niederlanden aufgegeben worden. Herzstück sind 6 m lange Standard-Schiffscontainer, die als Energiepakete mit jeweils 45 Lithium-Ionen-Batteriemodulen mit einer Gesamtleistung von 2 MWh ausgestattet sind.
Alle drei Einheiten werden von dem 90 m langen und 10,5 m breiten Binnenschiff Alphenaar genutzt, das nun in Betrieb genommen wird, um im Korridor Zoeterwoude-Alpherium-Moerdijk zehn Jahre lang für die Brauerei Heineken Bier zu transportieren. Der Antrieb des in Rumänien gebauten Schiffes ist vollelektrisch und leistet mit zwei Motoren zusammen 800 kW. Es gehört der Combined Cargo Terminals (CCT), die für Heineken die Transporte abwickelt. Letztere hatte sich bereits an den Entwicklungskosten für das Elektroschiff beteiligt, das in 52 vollen Biercontainern 2,5 Millionen Flaschen Bier transportieren kann.
Das Konzept des Batteriewechselsystems, das vom niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft unterstützt wird, basiert auf einem über die Niederlande verteilten Netz von 20 frei zugänglichen Ladestationen, wo verbrauchte Batteriecontainer gegen voll aufgeladene ausgetauscht werden können. Das Unternehmen, das die ersten Anlagen gekauft hat, trägt den Namen Zero Emission Services (ZES) und war erst im Juni letzten Jahres von der ING Bank, Engie, dem Hafen von Rotterdam und Wärtsilä gegründet worden.

Die an eine Fernüberwachung angeschlossenen Wärtsilä-Wechselakkus, die in klassischen Seecontainer stecken, sind mit verschiedenen Sicherheitssystemen ausgestattet, darunter einem bordeigenes Feuerschutzsystem. Wenn das Schiff am nächsten Terminal ankommt, werden die verbrauchten Batterien herausgenommen und in nur 15 Minuten durch frische Batterien ersetzt. Die Ladestation an Land kann zwei ZESpacks (o. ZES–Packs) gleichzeitig in 2,5 Stunden aufladen. Mit diesen an Bord kann das Schiff eine Strecke von 60 - 120 km zurücklegen.
Damit die Betriebskosten wettbewerbsfähig bleiben, wird bei dem Pilotprojekt ein ,Pay-per-Use’-Modell eingeführt, bei dem die ZES nur die Kosten für die verbrauchte erneuerbare Energie der ZESpacks in Rechnung stellt. Allerdings müssen die Schiffer die Umrüstung des Antriebsstranges der Boote finanzieren. Die ZES rechnet dabei mit Investitionskosten von 20 Mio. €, welche die beteiligten Firmen und der Staat gemeinsam tragen sollen.
Die ZES plant in naher Zukunft die Ausweitung des Betriebs auf acht Schiffe, 14 ZESpacks und acht Ladestationen. Zudem könnten die Packs eines Tages auch mit anderen Energiequellen wie Wasserstoff oder Ammoniak funktionieren. Bis zum Jahr 2030 will das Unternehmen 30 Schiffahrtsrouten bedienen, bis zum Jahr 2050 sogar 40. Bis dahin soll eine Flotte von 400 Schiffen im Einsatz sein, die bis zu 650 ZESpacks an 20 über das ganze Land verteilten Andockstationen austauschen.
Die CCT hatte übrigens schon im Juni 2019 bekanntgegeben, daß das im Pendelverkehr eingesetzte Containerschiff For Ever nunmehr mit Bio-Kraftstoff unterwegs sei. Zunächst werde in einem Zeitraum von zwei Monaten ein entsprechender Kraftstoff des Herstellers GoodFuels getestet. Der aus Holzresten und Altöl gewonnene synthetische Kraftstoff kann als 50 %-ige Beimischung oder auch pur mit einem Anteil von 100 % eingesetzt werden. Der Hersteller will mit der For Ever beweisen, daß Schiffsmotoren ohne Umbauten und Anpassungen mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden können. Darüber mehr in dem entsprechenden Kapitel (in Arbeit).
Im September 2022 kann Wärtsilä einen Erfolg in China verbuchen, als der Technologiekonzern ausgewählt wird, seine speziell für den elektrischen Antrieb entwickelte Strahlruderlösung für einen neuen Hybridschlepper zu liefern, der derzeit in der Werft Fujian Mawei Shipbuilding für den Einsatz im Hafen von Xiamen in China gebaut wird. Den Auftrag für den 38,3 m langen 5.000 PS Schlepper erteilte die Shanghai CSIC Marine Propulsion Equipment, der Integrator für das Neubauprojekt. Wärtsilä wird die Ausrüstung im ersten Quartal 2023 liefern.

Im Dezember 2017 wird berichtet, daß die Werft Guangzhou Shipyard International in China das weltweit erste vollelektrische Frachtschiff gebaut habe. Es ist 70,5 m lang, 13,9 m breit und mit einer Batterie aus 1.000 einzelnen Lithium-Ionen-Akkus mit einer Gesamtkapazität von 2,4 MWh ausgestattet, die genug Energie liefert, um mit einer einzigen Ladung 2.200 Tonnen Fracht bei einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 13 km/h über eine Entfernung von 80 km zu transportieren.
Anderen Quellen zufolge besteht der Antrieb aus zwei 160 kW starken elektrischen Propellern und einer Mischung aus Superkondensatoren und Lithiumbatterien mit der genannten Gesamtenergiekapazität. Die Zeit zum Aufladen der Batterie wird mit zwei Stunden angegeben, was ungefähr der Zeit entspricht, die zum Be- und Entladen des Schiffes benötigt wird.
Entworfen hat das elektrische Frachtschiff, das im Monat zuvor seine erfolgreiche Jungfernfahrt absolviert hat, die Hangzhou Modern Ship Design & Research Co., während die Werft eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der CSSC Offshore & Marine Engineering Co. ist - und CSSC für China State Shipbuilding Corp. steht. Die schlechte Nachricht ist jedoch, daß das Schiff hauptsächlich für den Transport von Kohle zu Kraftwerken entlang des Perlflusses in der Provinz Guangdong eingesetzt werden soll.
Ebenfalls im Dezember 2017 erteilt die französische Kreuzfahrtgesellschaft Compagnie du Ponant S.A. (CDP) den Auftrag an die norwegische Werft VARD AS, Tochter der italienischen Mutterfirma Fincantieri, für den ersten elektro-hybriden Kreuzfahrteisbrecher mit Flüssiggas-Antrieb und Elektrobatterien. Der Vertragswert beträgt ca. 2,7 Mrd. NOK, die Indienststellung soll 2021 erfolgen. Als weltweit erster Luxus-Eisbrecher, ausgestattet mit Hybridantrieb (Flüssigerdgas und Elektrobatterien), soll die Le Commandant Charcot die tiefsten Orte im Herzen der Polarregionen erkunden, ob im hohen Norden oder in der Antarktis.

Das 150 m lange Schiff, das Eis bis zu einer Stärke von 2,5 m brechen kann und als der stärkste nicht atomar betriebene Eisbrecher der Welt gilt, wird im August 2021 ausgeliefert. Es hat eine Crew von 187 Mitgliedern und kann 270 Passagiere aufnehmen. Als erstes Schiff der Welt erreicht es September 2024 den Nordpol der Unzugänglichkeit und nur einen Tag auch später den magnetischen Nordpol. Neben Passagieren sind auch 20 Wissenschaftler an Bord, die in der Arktis Daten für die Meeres- und Umweltforschung sammeln.
Darüber hinaus soll im Jahr 2030 ein Luxus-Expeditionskreuzfahrtschiff in Dienst gestellt werden, dessen Projektname Swap2Zero lautet. Es soll nahezu null Kohlenstoffemissionen verursachen - durch die Nutzung eines Festoxidbrennstoffzellensystems (SOFC), Flüssigerdgas und einem windunterstützten Antrieb. Das Projekt wird vom Innovationsfonds der Europäischen Union und der französischen Initiative France 2030 gefördert.
Weiter mit den Elektro- und Solarschiffen...