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Elektro- und Solarfluggeräte

2015 (J)


Drohnen-Rennen


Das Jahr 2015 gilt auch als der Beginn von FPV-Drohnen-Rennen (FPV = First Person View), obwohl Amateursport-Drohnen-Rennen schon Ende 2014 in Australien aufgekommen sind und sich mit Hilfe der sozialen Medien rasend schnell verbreitet haben, da die Piloten rasante Videos ihrer Flüge veröffentlichen. Bereits 2013 waren die ersten FPV-Drohnen gebaut worden, allerdings noch viel kleiner als jene, die inzwischen als Standard gelten.

Ein charakteristisches Modell dieser frühen Renn-Drohnen ist der von Curtis Youngblood und seinem Vater in den USA entwickelte und vertriebene Stingray 500, der sich dadurch auszeichnet, daß sich die Anstellwinkel der Rotorblätter von jedem der vier Rotoren verstellen lassen, womit sowohl extreme als auch sehr präzise Flugmanöver möglich werden. Es ist der erste kommerzielle Quadrokopter überhaupt, der mit dieser Technik ausgestattet ist.

MantaRay

MantaRay

Ein weiteres Sondermerkmal des ansonsten relativ simpel aufgebauten Geräts: Alle vier Rotoren werden über Riemen von einem einzigen 3 kW Motor angetrieben. Auf gleicher Grundlage beruht der Prototyp des stark vergrößerten Modells MantaRay (o. TDP-MR), das diagonal von Rotor zu Rotor 1.230 mm mißt und mit 325 mm Propellern ausgestattet ist. Dieser Quadrokopter wird erfolgreich mit verschiedenen Antriebsarten geflogen: elektrisch, mit Nitro- und 2-Takt-Motoren.

Youngblood, mehrfacher FAI World Champion bei Modellhubschraubern, bietet mit seiner Firma CJ Youngblood Ent. neben Hubschraubern verschiedener Größen inzwischen auch zwei größere Multikopter an, zu denen bislang aber noch keine Spezifikationen vorliegen (TDP-V6 und TDP-X8).

Eine Art Klon, der Mitte 2015 auftaucht, ist der OFM Swift TR260 V2 Tilt Rotor FPV Racing Quadcopter der Firma Only Flying Machines in Dubai.


Im September 2014 erscheinen in den Blogs Videos von Rennen in einem dichten Wald in den französischen Alpen. Bei dieser ersten derartigen Veranstaltung, die vom Drohnen-Club Airgonay in der Stadt Argonay durchgeführt wird, wetteifern 24 Konkurrenten auf dem 150 m Rundkurs miteinander. Mit ihren Quadro- und Multikoptern, die auf eine optimale Balance von Geschwindigkeit und Agilität geeicht sind, erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

Airgonay-Rennen

Airgonay-Rennen

Neben Hobby-Piloten, die an solchen Wettbewerben aus Spaß teilnehmen, entwickelt sich um die Drohnen sehr schnell auch ein Profi-Sport mit professionellen Teams. Viele der Profi-Piloten reisen mit extrem teuren Equipment und modifizierten Drohnen an. Bei den FPV-Rennen navigieren sie ihre ferngesteuerten, bis 35 cm großen Renn-Quadrokopter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h und in einer niedrigen Flughöhe von 1 – 3 m durch einen Kurs von beleuchteten Kontrollpunkten. Nicht selten gibt es unterwegs auch Hindernissen wie Tunnel, künstlicher Rauch u.ä.m.

Neben eigenen, perfekt auf sich abgestimmten Controllern, um die schier unmöglichsten Flugmanöver zu vollführen, gehören Video-3D-Brillen zur Standart-Ausrüstung, um die Egoperspektive einzunehmen, so als ob man selbst an Bord wäre. Um einen solchen Wettbewerb zu gewinnen, muß man eine hohe Konzentration und idealerweise viele Flugstunden mitbringen, denn schon ein einziger Fehler kann das Aus bedeuten.


Ebenfalls aus Frankreich stammt ein im November veröffentlichtes YouTube-Video, in welchem eine Starrflügel-Drohne Funjet Ultra MPX der deutschen Firma Multiplex Modellsport GmbH & Co. KG aus Bretten, die seit 1958 Funkfernsteuerungen für den Modellsport entwickelt und produziert, von dem Piloten Frédéric Dauch auf eine Geschwindigkeit von 290 km/h hochgetrieben wird, was einen Rekord als schnellstes FPV-Flugzeug darstellt.

Dem aktuellen Stand nach wird ein Exemplar des Multiplex BK FunJet ULTRA Jetmodells in seiner Grundkonfiguration für rund 105 € angeboten, das Modell BK+, mit dem ,aus der Box’ Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h möglich sind, kostet 440 €. Die Rennen, um die es in diesem Kapitelteil geht, werden allerdings fast ausnahmslos mit Multikoptern bestritten.

MultiGP Championships

MultiGP Championships


Die von Chris Thomas im Februar 2015 in Palm Bay, Florida, gegründete MultiGP, die sich selbst als die „die erste und größte FPV-ferngesteuerte Drohnen-Rennen-Liga in den USA“ bezeichnet und kommerziell ausgerichtet ist, beginnt umgehend, in Zentralflorida lokale Rennen zu unterstützen. Das erste große Event ist eine FPV-Veranstaltung in Leesburg Ende März.

MultiGP entwickelt eine webbasierte Anwendung, die bald die bisherige Tabellenkalkulation und die Frequenzkarten ersetzt. Die Software RaceSync weist Rennplätze und Videofrequenzen in Echtzeit zu und erlaubt es den Piloten, ihre Smartphones zum Einchecken zu nutzen, wenn sie für ein Rennen ankommen. Sie erhalten daraufhin einen Rennplatz und eine optimale Videofrequenz, die nicht mit den Frequenzen anderen Piloten im Rennen interferiert.

Außerdem führt MultiGP im Jahr 2015 den ersten Universal Time Trial Track (UTTT) ein. Das System erlaubt es FPV-Piloten auf der ganzen Welt, miteinander zu konkurrieren, indem es standardisierte lokale Kurse zusammen mit einer globalen Rangliste anbietet (Anfang 2017 gibt es bereits fünf verschiedene UTTTs). Daneben werden in Orlando, Florida, im Dezember auch die ersten MultiGp Championships organisiert, bei denen der Pilot Shaun ,Nytfury’ Taylor auf das Siegertreppchen steigt.

Im Jahr 2016 führte MultiGP offiziell das Rennformat der Regionalserien und des nationalen Wettbewerbs ein und definiert die drei Klassen Multirotors, Race Wings und Fixed Wings. Im September wird dann in der Academy of Model Aeronautics (AMA) in Muncie, Indiana, die ersten MultiGP National Championships durchgeführt. Hier kommen über 100 Piloten zusammen, die um ein Preisgeld von 15.000 $ kämpfen. Den ersten Platz belegt ein weiteres mal Taylor.

Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich die FPV-Liga nach eigenen Angaben schon an der Organisation und Verwaltung von weltweit über 2.500 Rennen beteiligt. Auch gibt keine andere andere Drohnen-Renn-Organisation, die eine größere Zahl an registrierten Piloten vorweisen kann (16.724, Stand: April 2017). Ein nicht unwesentlicher Teil der Aktivitäten scheint sich auf Mikro-Renndrohnen zu richten, wie die hier abgebildete Version.

Für 2017 sind im April die erstmalige Veranstaltung der Collegiate Drone Racing Championships geplant, die gemeinsam mit der Purdue University vorbereitet werden, und zu denen sich bereits Teams von 28 US-Universitäten angemeldet haben. Sie laufen genau zu dem Zeitpunkt, an dem ich an diesem Update arbeite. Im August werden dann die Rennen der MultiGP International Open folgen.


Im April 2015 gründet Justin Haggerty die International Drone Racing Association Inc. (IDRA) mit Sitz in Belleville, Michigan, als professionelle Rennsportorganisation. Im Sommer stößt Charles Zablan dazu, und zusammen werden mehrere Drohnen-Rennen initiiert – angefangen mit dem ersten nationalen Rennen in den USA, die 2015 Fat Shark US National Drone Racing Championships (o. California Cup), an deren Organisation auch Scot Refsland sowie RotorSports beteiligt ist (s.u.). Die 2-tägige Veranstaltung, die der Videobrillen-Hersteller Fat Shark finanziert, findet im Juli in einem Stadion auf dem Gelände der California State Fair in Sacramento statt und der Hauptpreis beträgt 25.000 $, was über 100 Teilnehmer anzieht.

Der Titel ,2015 Drone Racing National Champion’ geht an den Australier Chad Nowak, der alle drei Veranstaltungen des Wettbewerbs gewinnt – das individuelle Zeitfahren, das Team-Zeitfahren und den Freestyle-Stunt-Wettbewerb, bei dem Piloten Fassrollen und andere Manöver durchführen, um die Richter zu beeindrucken. Sicherlich hilft Nowak dabei, daß er schon seit 25 Jahren ferngesteuerte Flugzeuge und große Segelflugzeuge fliegt. Sein Sponsor ist die Firma Immersion RC.

Nach der Europapremiere, dem ersten Internationalen FPV Multirotor Racing Event auf dem Flugplatz Spitzerberg in Niederösterreich im Juni 2015 werden werden im Laufe des Jahres noch über 30 nationale Rennen in Europäischen Ländern wie z.B. in den Niederlanden, Frankreich, Italien, Deutschland und Italien ausgetragen.

Die nun gestartete Kooperation zielt darauf ab, den World Drone Prix zu gründen und zu veranstalten, der von Kronprinz Scheich Hamdan bin Mohammed bin Raschid Al Maktum unterstützt im März 2016 in Dubai stattfinden soll (s.u.). Der Höhe der dortigen Gebäuden entsprechen auch die Geldpreise von insgesamt 1 Mio. $ für die Sieger.

Charpu in New York

Charpu in New York


Obwohl die Drohnen-Renngemeinschaft  gerade erst im Entstehen begriffen ist, beginnt sie schon ihre Stars zu produzieren. Der kalifornische FPV-Pilot Carlos Puertolas (alias Charpu), der als Animationsdirektor bei Dreamworks arbeitet, hat beispielsweise bereits mehr als 34.000 Follower auf seinem YouTube-Kanal.

Und auch Live-Streaming-Pattformen wie Twitch leisten einen Beitrag zur rasanten Steigerung der Popularität des neuen Sports. Drohnen-Rennen weisen eine Reihe von Ähnlichkeiten mit dem E-Sport (o. eSports) auf, bei dem die Fans ihre Lieblings-Gamer online und in Stadien verfolgen, wo sich diese in Wettbewerbs-Videospielen miteinander messen.

Das Potential ist immens: Laut der Firma SuperData LLC, die den Spiele-Markt verfolgt, erwirtschaftete der E-Sport-Markt im Jahr 2015 schon etwa 750 Mio. $, vor allem aus Werbung und Sponsoring. Live-Streams von Spielern, die auf solchen Seiten wie Twitch spielen, sollen 2015 sogar rund 3,8 Mrd. $ umgesetzt haben.


Ein Konkurrenzverband der IDRA ist die US Drone Racing Association (USDRA) von Dave Shevett, die ihr (vermutlich) erstes Rennen im August 2015 in Berlin durchführt – aber nicht jenes in Deutschland, sondern einem kleinen Ort in Massachusetts, nur wenige Meilen außerhalb von Worcester, wo die Interstate 495 auf die Interstate 290 trifft.

Im Gegensatz zu den anderen, stark geförderten Rennsportorganisationen will sich die USDRA aber mehr auf die Logistik konzentrieren. So arbeitet die Gruppe beispielsweise mit Clubs zusammen, um die Rennverordnungen zu standardisieren.


Ebenfalls auf diesem Sektor aktiv ist die in New York City beheimatete Drone Racing League (DRL), ein profitorientiertes Sport- und Medien-Start-Up, das Weltklasse-Piloten, ikonische Standorte und fortschrittliche Technologie kombiniert, um Drohnen-Rennen mit Massenanklang zu schaffen, wie es in der Selbstdarstellung heißt. Die von Nick Horbaczewski gegründete Drohnen-Liga ist ein Spin-Off der seit 2008 bestehenden eSports World Championship, einem sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen (auch als elektronischer Sport bezeichnet, s.u.).

Ihren ersten Testlauf führt die DRL im Juli 2015 in Yonkers, New York, durch, bei dem die Drohnen-Piloten in ein verfallenes, altes Gebäude hinein und hinaus navigieren. Das erste öffentliche Vorab-Rennen wird dann im Dezember im Sun Life Stadium in Miami veranstaltet. Hier ist der Gewinner Zoomas aus Wading River, New York. Die Macher nutzen die Veranstaltung, um Videosequenzen aus verschiedenen Perspektiven zu einem rasanten Reklame-Clip zu verarbeiten. Mit Nachahmungen klassischer Star Wars-Kampfszenen soll die Aufmerksamkeit der Mainstream-Öffentlichkeit geweckt werden.

Im nächsten Jahr will DRL eine Rennserie aus sechs Veranstaltungen realisieren, die im Juli in einer Weltmeisterschaft gipfelt. Hierfür werden von Investoren 8 Mio. $ eingesammelt, darunter 1 Mio. $ alleine von der RSE Ventures von Stephen Ross, dem Besitzer der US-Football-Mannschaft Miami Dolphins. Weitere Investoren sind die CAA Ventures, eine große Agentur, die Film- und Sportstars repräsentiert, sowie Hearst Ventures, Lerer Hippeau Ventures, Lux Capital, Courtside Ventures, der Sänger der Gruppe Muse Matthew Bellamy, der Unternehmer Gary Vaynerchuk und andere.

L.A.POCALYPSE

L.A.POCALYPSE

Neben dem Live-Publikum sollen Drohnen-Fans das Renngeschehen vor allem über Livestreams verfolgen, indem parallele Video-Feeds aus Perspektive der jeweiligen Drohne und ihres Piloten angeboten werden. Die Teilnehmer steuern identische Drohnen, die DRL Racer 2 genannt werden, nur wenige Hundert Dollar kosten und Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h erreichen (s.u.). Um sie besser voneinander unterscheiden zu können, leuchten die LED-bestückten Drohnen während der Rennen in unterschiedlichen Farben.

Das zweite Rennen der DRL findet dann im März 2016 in einer post-apokalyptischen, verlassenen Mall in Los Angeles statt und trägt daher den Titel L.A.POCALYPSE. Zwanzig Top-Drohnen-Piloten lassen ihre Drohnen mit bis zu 130 km/h durch Artefakte einer vergangenen Ära rasen. Gewinner dieser Runde ist M0ke aus dem kalifornischen Santa Rosa.


Anfang September 2015 findet auch das erste offizielle Drohnen-Rennen in Berlin statt, das seit Juli von einer Gruppe um Frank Wernecke und Ahmed Emre Acar vorbereitet wurde. Zu den DroneMasters melden sich 40 Teams an, weit mehr als erwartet. Leider erfahre ich im Vorfeld nicht darüber, was sehr schade ist – denn die Veranstaltung findet auf der Trabrennbahn Karlshorst statt, genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite meines Wohnorts.

Im Rahmen der CeBIT im März 2016 führt die zwischenzeitlich gegründete gemeinschaftliche Organisation DroneMasters GmbH einen DRONEMASTERS Summit durch, und im September folgt die #DRONEMASTERS Convention 2016, auf denen u.a. der weltweit erste Drohnenmarathon stattfindet, der in 30 Runden über eine Marathondistanz von 42,195 km führt. Gewinner ist das deutsche Team MAVinci (das unter Kunst und Design 2016 präsentiert wird, s.d.) mit einem Starrflügler (28 Minuten), während sich die tschechische Robodrone als schnellster Multikopter erweist (40 Minuten).

MAVinci erhält den renommierten Luftfahrtpreis der Otto-Lilienthal-Stiftung i.G. für innovative und mutige Ideen rund um die Luft- und Raumfahrt, der mit einem Preisgeld von 1.000 € verbunden ist. Hinter der Stiftung steht übrigens der Verein Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V.

Diesmal bin ich währenddessen gerade in Damaskus, aber die #DRONEMASTERS Convention 2017 werde ich dann hoffentlich persönlich besuchen können. Auch um den Machern zu sagen, was ich davon halte, daß ihre Homepage nur in englischer Sprache verfaßt ist.


Und auch woanders starten in diesem Jahr diverse Renn-Initiativen, -Verbände und mehr. Die von Nigel Tomlinson gegründete britische FPV Racing Association ist eine Non-Profit-Organisation, die von FPV-Piloten geführt wird und sich für deren Interessen einsetzt. Sie gilt durch ihr Eintragung im September 2015 als die weltweit älteste Drohnen-Rennsport-Organisation.

Tomlinson gehört später auch zu den Gründen der European Rotor Sports Association (ERSA), die als europaweiter FPV-Drohnen-Veranstalter ebenfalls auf Non-Profit-Grundlage tätig ist und neben diversen nationalen Events auch den ERSA Euro Cup veranstaltet. In Deutschland ist die ERSA bislang nicht präsent.


Ein sehr ähnliches Kürzel trägt die Swiss Rotor Sports Association (SRSA), deren Gründungsdatum ich noch nicht herausfinden konnte. Eigentlich will der Verband im September 2017 an der EPFL Lausanne den SRSA Cup 2017 organisieren, als offizielle Schweizer FPV-Rennmeisterschaft und Qualifikationsveranstaltung für den ERSA Euro Cup, doch beim aktuellen Update im April diesen Jahres sind sämtliche Facebook-Seiten, die mit dem Verband assoziiert sind, entfernt.


Auf der südlichen Halbkugel existiert seit 2015 die in Sydney beheimatete Australian FPV Racing Association Inc. (AFPVRA), die sich als profitorientierte, nationale Interessenvertretung versteht und ebenfalls regelmäßige FPV-Drohnen-Rennen veranstaltet.

Gemini FPV-Drohne

Gemini FPV-Drohne


Als sehr effektiver Multiplikator erweist sich das sechste jährliche World Maker Faire 2015 DIY Festival im September in Queens, New York, das passenderweise von dem chinesischen Drohnenhersteller DJI gesponsert und von Zehntausenden technisch interessierten Besuchern besucht wird. Hier fliegen unter dem Banner der neuen Aerial Sports League (ASL), die sich als weltweit führenden Anbieter von Sport, Unterhaltung, Bildung und Medien in Verbindung mit Drohnen bezeichnet, Dutzende Drohnenpiloten ihre Rennen. Hier gewinnt der Produktdesign-Ingenieur Kenneth Loo mit seinem selbst gebauten Green Meanie.

Die Gründer der ASL, Marque Cornblatt, Douglas Burnet und Anthony Ngo glauben, daß Drohnenwettbewerbe – von FPV-Rennen bis hin zu Kampf-Flügen – die nächste große Sport-Sensation sein werden, die Stadien füllt, Sponsoren anlockt und Millionen von Online-Zuschauern versammelt.


Im Oktober 2015 beginnt die bereits mehrfach erwähnte IDRA eine Zusammenzuarbeit mit dem Aerial Grand Prix (Aerial GP) sowie der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (s.u.). Das Aerial GP Rennformat und die damit verbundene Rennserie war im Sommer 2014 von den drei Gründungsmitgliedern Rio Rex (USA), Sven Tusak (USA) und Andreas Neubauer (Österreich) in Los Angeles ins Leben gerufen worden. Im Oktober veröffentlicht man zudem das erste Video mit Testflügen einer übergroßen X-Class Hexakopter-Renndrohne mit 1 m Spannweite namens Sky Hero Spyder 6 von DJI. Mehr zu den Giganten unter den Drohnen findet sich weiter unten.

Aerial GP veranstaltet im Jahr 2016 beispielsweise im Juni in Shenzhen, China, den D1 ASIA CUP; im Juli in Encino, Kalifornien, den Aerial Grand Prix 5000, bei dem sich die ersten fünf Teilnehmer für die US Drone Nationals der IDRA qualifizieren können, während die Top 3 zu den Trona World Championships zugelassen werden; im August und September in Kalifornien die Wettbewerbe VELODROME 5000 bzw. AERIAL CUP of the AMERICAS; sowie im Herbst, ebenfalls in Kalifornien, die erwähnten Aerial Trona World Championships.


Um im Kontext zu bleiben, schließen sich hier auch die Entwicklungen des Folgejahres 2016 an.


Ab dem Februar 2016 tritt der DRL-Rennzirkus in verschiedenen Stadien auf. Den Anfang macht Miami, wo ein Dutzend Piloten aus allen Ecken der USA und anderen Ländern, darunter Brasilien und Australien, teilnehmen. Mitte März folgt ein Rennen in der verlassenen Hawthorne Mall in Los Angeles. Mögliche weitere Veranstaltungsorte liegen auch im Ausland, etwa in Mexiko City oder in Auckland in Neuseeland. Bislang steht die Finanzierung für die nächsten vier Termine aber noch nicht.

Für die aktuelle Saison wird der DRL Racer2 verwendet, der 255 mm mißt und für professionelle Rennen maßgeschneidert wurde. Ein Kohlefaser-Rahmen schützt die elektronischen Komponenten und beinhaltet eine integrierte HD-Kamera-Halterung. Für die Sichtbarkeit und Pilotenidentifikation umgeben die Drohne ultrahelle LEDs.

World Drone Prix

World Drone Prix


Das wohl größte Event dieses Jahres findet im März 2016 in Dubai statt. Bei dem World Drone Prix (WDP) kämpfen 150 Teams aus aller Welt um Geldpreise von insgesamt 1 Mio. $. Die Veranstalter lassen dafür eigens zwei Rennstrecken konzipieren, welche die Piloten vor einige Herausforderungen stellen. Die Qualifikation findet in einer Halle statt, das Finale dann unter freiem Himmel – auf einem beleuchteten und zum Teil sogar beweglichen Parcours von knapp 600 m Länge.

Um sich für das Rennen zu qualifizieren, mußten die aus mindestens fünf Personen bestehenden Teams lediglich ein Video einschicken, in dem zuvor definierte Flugfähigkeiten nachgewiesen werden.

Nachdem es im Vorfeld rund um die Welt zahlreiche Qualifikationsrennen gegeben hatte, kämpfen die 150 Piloten am ersten Tag in der Qualifikation um zuerst 32 und dann 16 Finalplätze, während am zweiten Tag unter diesen die 8 besten Teams für das Halbfinale – und anschließend die 4 Teams der Endrunde ausgewählt werden, welche dann im sogenannten Main Race um den Sieg fliegen.

Grundsätzlich treten die Teams in zwei verschiedenen Flug-Modi gegeneinander an: dem Track Race, bei dem die Teilnehmer einen Rundkurs auf Zeit abfliegen müssen, sowie dem sogenannten Freestyle-Teil, wofür es jeweils gestaffelte Preise gibt.

Luke Bannister beim World Drone Prix

Luke Bannister
beim World Drone Prix

Für die Zuschauer kommt ebenfalls modernste Technik zum Einsatz. So sind die Drohnen mit Kameras ausgestattet, deren Bilder dann auf Virtual-Reality-Brillen übertragen werden. Während des Rennens können die Zuschauer zudem über ihren Favoriten abstimmen, der dann nicht nur den Publikums-Award, sondern auch ein Preisgeld von bis zu 100.000 $ erhält.

Gewonnen wird das Rennen letztlich von dem 15-jährigen Briten Luke Bannister, der sich mitsamt seinem Team Tornado X-Blades Banni UK über ein Preisgeld von 250.000 $ freuen darf, gefolgt von dem Team Dubai Drone Tek auf dem zweiten (125.000 $), VS Meshcheriakov auf dem dritten (50.000 $), und dem Dutch Drone Race Team SQG auf dem vierten Platz (25.000 $).

Nach Angaben der Veranstalter ist der World Drone Prix das weltweit größte Drohnenrennen mit den meisten Teilnehmern. Zahlreiche Städte hätten sich bereits um die Ausrichtung im nächsten Jahr beworben. Das Emirat nutzt die aktuelle Veranstaltung, um für den Dezember 2017 die World Future Sports Games in Dubai anzukündigen, die fahrerlose Autorennen, Roboterfußball, Roboter-Renn- und -schwimmwettkämpfe – und natürlich Flugdrohnen-Rennen beinhalten werden.


Im April 2016 meldet die IDRA ihre Fusion mit der bereits Anfang 2014 gegründeten RotorSports, die als weltweit älteste Drohnen-Rennen und -Sport-Organisation gilt und für einige Schlüsselereignisse verantwortlich ist, darunter die o.e., im Vorjahr veranstaltete National Drone Racing Championships (in anderen Quellen wird allerdings eine Flying Grounds Inc. genannt). Zudem produziert RotorSports eine FPV-Show namens FPV Paradise, die schnell zum Publikumsfavorit gworden ist.

Unter der Marke IDRA werden die Unternehmen ihre Veranstaltungen zukünftig gemeinsam durchführen, während RotorSports die Bereiche Broadcasting, Video und andere Medien bedient. Hierfür wird mit ESPN, einem US-Fernsehsender, der rund um die Uhr ausschließlich Sportprogramme sendet, ein mehrjähriger, internationaler Medienvertriebsvertrag geschlossen. Über ESPN3, den Onlineableger des Sendernetzwerks, soll das Ereignis live gestreamt werden; im konventionellen Fernsehen werden danach einstündige Zusammenfassungen geboten.

Piloten und Fans begrüßen jedenfalls, daß die sehr zersplitterte Landschaft der Drohnen-Rennen nun etwas weniger zersplittert ist.

Beständig scheint die Angelegenheit aber nicht zu sein, denn schon im Juli ist zu erfahren, daß sich die IDRA wieder von RotorSports getrennt hat, um das Unternehmen vor finanziellen Risiken im Zusammenhang mit dem ESPN-Vertrag zu schützen. RotorSports nennt sich daraufhin in Drone Sport Association (DSA) um, nimmt den ESPN-Vertrag mit und will den Fokus zukünftig mehr auf ,Drohnen’ und ,Sport’ richten, und weniger auf ,Rotor’ und ,Rennen’, wobei allerdings betont wird, daß die DSA auch weiterhin die Drone Nationals und die Drone Worlds besitzt und betreibt. Beim aktuellen Update Anfang 2017 ist die DSA aber nicht mehr auffindbar.

Unabhängig von den augenscheinlichen Differenzen finden die 2016 U.S. National Drone Racing Championships (o. North America Cup) im August auf Governors Island vor New York City statt, präsentiert von GoPro. 145 Piloten konkurrierten bei der Veranstaltung um ein Gesamtpreisgeld von 57.000 $. Im gleichen Monat veranstaltete IDRA zusammen mit der koreanischen Drone Racing Association (KDRA) die 2016 GiGA World Masters in Busan, Südkorea. Die von Korea Telecom gesponserte Veranstaltung wird im nationalen Fernsehen ausgestrahlt und in den zwei Tagen von 50.000 Zuschauern besucht.

Außerdem gibt die IDRA im September die Gründung der UAS STEM Alliance bekannt, einer Non-Profit-Organisation zur Förderung von STEM-Inhalten (Science, Technology, Engineering, and Mathematics) im Bereich der Drohnen-Technologie und bei Drohnen-Rennen.

Dem folgen im Oktober die 2016 World Drone Racing Championships (o. Drone Worlds) auf der Kualoa Ranch auf der Insel Oahu, Hawaii, bei denen Preisgelder von insgesamt 200.000 $ ausgeschrieben sind. Der Wettkampf bietet Platz für 300 internationale Piloten und läuft über 10 Tage. Auch dieses Event wird von ESPN ausgestrahlt. Im November veranstaltet und sponsert die IDRA den ersten jährlichen Drohnen-Gipfel im Spaceport America, dem ersten privat finanzierten Weltraumhafen in New Mexico. Neben einem Vortrags-Workshop und einem Drohnen-Kinematographie-Wettbewerb wird dabei auch eine Drohnen-Rennveranstaltung durchgeführt.

Ende Januar 2017 kündigt die IDRA ihre diesjährige Profi-Serie an, die, aus sechs internationalen Rennen bestehend, in China starten und mit einem Finale in den Niederlanden enden wird. Darüber hinaus tut sich die IDRA mit Avion Insurance, einem Versicherungsmakler in Florida, zusammen und startet in diesem Monat die erste Haftpflichtversicherung für Drohnenpiloten mit einer 1 Mio. $ Police. Für genehmigte Rennveranstalter auf der ganzen Welt zudem eine Event-Haftpflichtversicherung angeboten (2 Mio. $).

Im Februar wird eine dreijährige Vereinbarung geschlossen, um die Drone Racing Series und den Challengers Cup auf Amazon Prime Instant Video zu zeigen, gefolgt von einem ähnlichen Vertrag im März mit dem französischen Videoportal Dailymotion.

Brain Drone Race

Brain Drone Race


In der allgemeinen Übersicht habe ich bereits im Juni 2013 über die Arbeiten des Biomedizintechnikers Bin He an der University of Minnesota berichtet, Drohnen nur mittels Gedanken durch die Luft zu manövrieren (s.d.). Im April 2016 melden die Blogs, daß nun auch Forscher des Human-Experience Research Lab der University of Florida unter der Leitung von Juan Gilbert an einer entsprechenden Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-computer interface, BCI) arbeiten.

Große Popularität erlangt die Entwicklung durch das nun veranstaltete, weltweit erste Brain Drone Race am Florida Gymnasium (FLG), bei dem die Teilnehmer auf einen PC-Bildschirm blicken und ein dort abgebildetes Objekt durch ihre Gedankenbefehle nach vorn bewegen. Ist ihre Konzentration ,sauber’, bewegt sich auch die entsprechend gekoppelte Drohne in der gewünschten Richtung. Bei dem gedankengesteuerten Drohnen-Rennen gewinnt daher diejenige Person, die sich am besten konzentrieren kann. Motiviert werden die teilnehmenden Studenten durch passende Sachpreise, wie einen Funkkopfhörer, eine GoPro-Kamera und ein Apple-Sportuhr.

Zum Einsatz kommt ein spezielles BCI-Headset der Firma Emotiv, das knapp 500 $ kostet. In Kombination mit der entsprechenden Software kann im Prinzip jeder eine Drohne per Gedanken steuern. Gilbert rechnet damit, daß diese Art Headsets eines Tages als Armbänder getragen werden, um nicht nur Drohnen mit den Gedanken steuern zu können.

Mit dem Brain Drone Race verbinden die Wissenschaftler die Hoffnung, BCIs bekannter zu machen und im Zuge der häufigeren Verwendung der Geräte zudem auch mehr über die Funktionsweise des menschlichen Gehirns herauszufinden. Die Idee der universitären Gehirn-Drohnen-Rennen erfreut übrigens auch Bin He. Gewinnerin ist Amber Hawthorne aus Singapur, vor den beiden US-Amerikanern Brett Simons und Christopher Oster. Das nächste Rennen ist für Mitte April 2017 geplant.


In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß das US-Verteidigungsministerium, das die Neigung hat, Drohnen zu benutzen, um im Nahen und Mittleren Osten Menschen aus weiten Entfernungen zu töten, schon länger nach militärisch nutzbaren Gehirnkontrollanwendungen sucht. Das Unmanned Systems Laboratory an der University of Texas, San Antonio (UTSA), erhält im Jahr 2014 einen Zuschuß, da hier ein System entwickelt wird, das es einem Einzelnen ermöglicht, ohne vorheriges Training gleichzeitig mehrere Drohnen durch Gedankenkontrolle zu fliegen.

Anstatt daß der Pilot bestimmte Gedanken denken muß,  um die Drohnen zu bewegen, schaut er bei dem UTSA-System, das von Wissenschaftlern um Yufei Huang entwickelt wird, auf einen Bildschirm mit flackernden Signalen, welche eine Hirnaktivität auslösen, die wiederum in bestimmte Bewegungen übersetzt wird. Damit sollen sich viel mehr Befehle unterbringen lassen, als es die imaginäre Bewegung kann.


Im Februar 2015 berichten die Fachblogs, daß auch das Projekt Brainflight erfolgreich einen Drohnenflug demonstrieren konnte, der durch menschliches Denken gesteuert wurde. Das EU-geförderte Projekt wird von Ricardo Mendes und seinem portugiesischen Technologieunternehmen Tekever geleitet und umfaßt als teilnehmende Organisationen die Champalimaud Foundation (Portugal), die Firma Eaglescience Software (Niederlande) und die Technische Universität München (Deutschland).

Auch hier wird eine EEG-Kappe verwendet, deren Elektroden die Gehirnwellen auslesen. Spezielle Algorithmen übersetzen diese Gehirnwellen dann in Kontrollbefehle für die Drohne. Nach einer Periode des Gehirntrainings werden die Piloten angewiesen, sich darauf zu konzentrieren, einen kleinen Kreis auf einem Bildschirm auf und ab zu bewegen, der die Drohne anweist, sich nach links und rechts zu bewegen. Das Team testet das System zuerst in Verbindung mit Flugsimulatoren sowohl für bemannte, als auch unbemannte Luftfahrzeuge, anschließend werden Live-Flugtests mit einem UAV durchgeführt.

Aus der TU München hatten die beteiligten Wissenschaftler um Prof. Florian Holzapfel und den Luft- und Raumfahrtingenieur Tim Fricke schon im Mai 2014 berichtet, daß hirngesteuertes Fliegen sogar mit überraschender Präzision möglich sei.

Dort hatten sieben Versuchspersonen an den Tests am Flugsimulator des Lehrstuhls für Flugsystemdynamik teilgenommen, die über unterschiedliche Vorkenntnisse verfügten, ein Teilnehmer hatte zuvor noch gar keine praktische Erfahrung im Cockpit gemacht. Trotzdem hätte die Genauigkeit, mit der die Versuchspersonen allein durch gedachte Kommandos den Kurs halten konnten, teilweise auch den Anforderungen einer Flugschein-Prüfung genügt.

Zur Erkennung der Steuersignale, die im Gehirn der Piloten erzeugt werden, wird mit der TU Berlin zusammengearbeitet, wo ein Algorithmus entwickelt wurde, die die EEG-Signale entschlüsseln und in Steuerungsbefehle umzuwandeln kann. Die Forscher suchen nun nach Wegen, dem Piloten eine Rückmeldung zu geben, wenn er zum Beispiel das Flugzeug zu stark beansprucht. Normalerweise spürt er Widerstände bei der Steuerung und muß manchmal große Kraft aufwenden. Dieses Feedback fällt beim hirngesteuerten Fliegen weg.

Das Team ist durch den Erfolg der Technik jedenfalls so begeistert, daß es hofft, sie eines Tages sogar nutzen zu können, um reguläre Flugzeuge zu kontrollieren. Weitere mögliche Anwendungen beinhalten neue Möglichkeiten für behinderte Menschen, mit ihren Umgebungen zu interagieren und Fahrzeuge wie Autos, Boote und Züge zu kontrollieren.


Daß dies tatsächlich möglich ist, beweisen Forscher der Nankai University in Tianjin, China, die im Februar 2016 einen Bericht nebst Videoaufnahmen veröffentlichen, in denen ein Auto zu sehen ist, das von den Hirnsignalen des Fahrers gesteuert wird. Das Team unter der Leitung von Duan Feng hat zwei Jahre in die Entwicklung investiert. In ihrem jüngsten Test trägt ein Wissenschaftler eine EEG-Kappe mit 16 Elektroden und kontrolliert das Auto erfolgreich vom Rücksitz aus, indem die Signale drahtlos an einen Computer gesendet werden, auf dem das von den Forschern entwickelte Softwareprogramm läuft.

Ohne daß die Person irgendwelche Glieder benutzt, fährt der Wagen vorwärts, rückwärts und wird zum Stillstand gebracht. Ebenso kann das Auto auch verschlossen bzw. wieder entsperrt werden. Eine intensive Konzentration ist dabei nur erforderlich, um den Fahrzustand des Wagens zu ändern, wie das Drehen oder das Wechseln der Fahrspur. Die Forschung wird gemeinsam mit dem Automobil-Unternehmen Great Wall Motor Co. Ltd. durchgeführt, Chinas größtem Produzent von SUVs.


Im April 2016 folgt ein Bericht der Arizona State University (ASU), wo ein Team um Prof. Panagiotis Artemiadis eine Technologie entwickelt, die es einem Luftwaffenpiloten erlauben würde, eine ganze Flotte von Drohnen zu kontrollieren, indem er seinen Geist benutzt. Das Labor hatte im Jahr 2014 von der DARPA und der U.S. Air Force Zuschüsse von insgesamt 860.000 $ erhalten, um die Hirn-Steuertechnologie zu bauen.

Die hier eingesetzte EEG-Kappe besitzt 128 Elektroden, die übersetzten Befehle werden den Robotern über Bluetooth mitgeteilt. Ein Pilot kann eine Gruppe von fliegenden Drohnen oder terrestrischen Fahrzeugen anweisen, sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen, über einen größeren Bereich zu verteilen oder um ein bestimmtes Ziel zu kreisen. Bisher gelang es Artemiadis zufolge, im Labor vier Drohnen auf einmal zu kontrollieren, doch das Projekt soll bald in eine größere Anlage umziehen, wo die Forscher hoffen, diese Zahl auf 20 und schließlich in die Hunderte zu erhöhen.


Doch nun zurück zu den Rennen: Ebenfalls im April 2016 beschließt die Aeromodelling Commission (CIAM) des größten Weltluftsportverbands, der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) mit Sitz in Lausanne, auf der jährlichen FAI-Plenarsitzung die Einführung eines FPV Racing World Cup, der erstmals im November dieses Jahres stattfinden soll. Der Wettbewerb betrifft die F3U Klasse (Radio Control Multi-Rotor FPV Racing).

Im Vorfeld werden zehn Wettkämpfe, die von acht verschiedenen Ländern organisiert werden, für die WM berücksichtigt. Diese beginnen im Mai mit der 2016 FPV Air Show Le Planet Pourrieres in Frankreich, und führen über Portugal, die Slowakei, Spanien, die Schweiz, Südkorea und Bulgarien (wobei ein Event im September in Belgien mangels Anmeldungen abgesagt werden muß) bis zu dem 2016 Daegu Drone Race World Cup Osan im November wiederum in Südkorea.

Für diese WM plazieren sich 229 Teilnehmer aus 17 Ländern, Gewinner ist Vincent Delcommene aus Belgien, gefolgt von Benoit Couturier aus Frankreich und Maxime Bastin, der ebenfalls Belgier ist. Ein ähnlicher Kalender liegt für die Saison 2017 vor, die WM in Südkorea diesmal im Oktober stattfinden soll. Eine der Qualifizierungsveranstaltungen dieser Serie ist übrigens der 2. Mitteldeutsche FPV Race Cup im August in Bitterfeld.

Riot in the Underground

Riot in the Underground


Ein besonders interessantes Rennen findet im Mai auf dem Flying Circus FPV Festival in Covington, Virginia, statt – denn während die Piloten der Starrflügler über sonnige, grasbewachsene Hügel fliegen, steigen über 30 Quadrokopter-Piloten für ihre Rennen in die Tiefe einer alten Mine, wo Tausende Meter LED-Streifen die dunklen Höhlen beleuchteten und den einzigartigen und komplizierten Kurs festlegen, den die Piloten zu navigieren haben. Dies Sache ist spannend genug, um etwas ausführlicher dokumentiert zu werden.

Die unterirdische Erfahrung, die über zwei Tage läuft und als ,Riot in the Underground’ bekannt wird, ist von der Firma Thrust UAV LLC aus Boise, Idaho, gesponsert – und zwar zu Ehren ihrer Anfang des Jahres eingeführten ARF-Renndrohne Riot 250R Pro. Das von E. J. Duarte im Jahr 2014 gegründete Unternehmen bringt damit einen 250 mm großen Quadrokopter auf den Markt, der das Ergebnis von zwei Jahren an Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist.

Duarte hatte schon 2012 begonnen, von seinem UAV zu träumen. Sein Ziel war es, eine qualitativ hochwertige Renndrohne zu produzieren, die leicht, langlebig und einfach zu bedienen ist. Nach der Gründung beginnt er Ende 2014 mit der international tätigen Firma PCS Edventures Inc. (PCSV, wird auch PCS Edventures!.com geschrieben) zusammenzuarbeiten, um ein fortschrittliches Robotik-Curriculum für ein Projekt des Saudi Arabian Science Center zu entwickeln. Dabei werden Drohnen als Robotik-Lösung ausgewählt, da sie durch die Programmierung und Elektronik der Steuerungssysteme, die Flugdynamik und sogar die Materialwissenschaft eine reiche Quelle für STEM-Inhalte bereitstellen.

Riot 250R Pro

Riot 250R Pro

Während der Entwicklungsphase des saudischen Projekts vertiefen sich die Beziehungen zwischen der Thrust UAV und der PCSV, was schließlich im Februar 2016 dazu führt, daß letztere die Thrust UAV erwirbt, um die Synergien zwischen den beiden Unternehmen zu stärken, wie es heißt, denn „das Wachstum und die Aufregung in der FPV-Rennbranche ist ein starker Indikator für PCSV, daß wir mit unserem Einstieg in diesen Markt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.“

Der neue Riot 250R Pro besitzt 52 steuerbare LEDs, die es erlauben, Farben und Muster zu ändern, er erreicht eine Geschwindigkeit von über 120 km/h und ist auch stabil genug, um selbst in der rauhen Höhlenwelt der alten Mine irgendwo anzuschlagen, ohne schwere Schäden zu erleiden.

Bestellungen für 550 $ werden von der Firma Stone Blue Airlines in Lynchburg, Virginia, angenommen, die übrigens auch das Festival präsentiert, dessen nächste Folge vom 18. - 21. Mai 2017 stattfinden wird. Die PCSV wiederum bietet das System als Lehrpaket für knapp 6.000 $ an, das fünf Drohnen und deren Komplettausstattung, jeweils zwei Controller und FPV-Brillen, 25 Schutzbrillen und vieles meßt umfaßt (RubiQ education drone).

Anfang März wird mit dem in London ansässigen Unternehmen Unmanned Aerial Systems Ltd. (UAS) eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die neue Renndrohne beim World Drone Prix in Dubai bekannt zu machen. Die UAS war 2013 nach vier Jahren der Forschung und Marktanalyse gegründet worden, um als Leasing-Firma für Produkte der seit 2006 bestehenden Colena Ltd. aus Tyne And Wear zu agieren, die selbst einige besonders kräftige Multikopter mit Flugzeiten von mehr als 60 Minuten anbietet, die bis zu 40 kg Tragkraft haben (Hinweis: Die Colena firmiert inzwischen unter dem Namen Heliguy – und die UAS hat nichts mit der gleichnamigen australischen Firma zu tun, s.u. 2013).

VR Craft Grafik

VR Craft (Grafik)

Im Jahr 2014 entwickelt die UAS zwei spezielle Lösungen, um sich an dem Anti-Wilderei-Wettbewerb des Kruger-Nationalparks in Südafrika teilzunehmen (siehe dazu auch 2015 unter Tier- und Waldschutz) – und im Juni 2016 zeigt die Firma auf ihrer Homepage einige Grafiken unter dem Titel VR Craft, das einige interessante Merkmale aufweist.

Die abgebildete Drohne hat eine besondere Flügelstruktur, besitzt zwei Schwenkpropeller und ist auf allen Oberseiten mit PV-Flächen bedeckt – was vermutlich auch der Grund für die Aufschrift ,Alta Devices’, denn dabei handelt es sich um eine Firma, die für ihre ultra-dünnen Gallium-Arsenid-Solarzellen bekannt ist. UAS zufolge sei man bereits dabei, ein entsprechendes Flugmodell zu konstruieren. Falls dies tatsächlich geschieht, werde ich das Gefährt in die allgemeine Jahresübersicht aufnehmen.

Die PCSV-Tochter Thrust UAV wiederum meldet im Februar 2016 den ersten Verkaufsabschluß in Höhe von 825.000 $ mit der Anfang 2013 von Jason Pedersen gegründeten Firma Drones Etc. aus Salt Lake City, die sehr schnell zu einem der größten Verkäufer für alle Dinge wird, die mit Drohnen zu tun haben. Im März beteiligt sich die Thrust UAV mit ihrem Team Falcon an dem World Drone Prix, wo die Drohne allerdings in der letzten Qualifikationsrunde abstürzt.

Im April wird mit der UAS eine Vertriebsvereinbarung für die Riot 250R Pro Renndrohne geschlossen, im August fließen der Firma Investitionsmittel in Höhe von 500.000 $ von einer Gruppe privater Investoren zu, zu denen auch CEO Todd Hackett und Vizepräsident Mike Bledsoe von PCSV gehören, gefolgt von weiteren 330.000 $ im Oktober aus ähnlicher Quelle.

Als die DSA im August 2016 die U.S. National Drone Racing Championships in New York City veranstaltet (s.o.), sind auch zwei Thrust-Piloten mit ihren Riots dabei, Conrad Miller und Sorrel Miller, von denen der erste den 4. Platz belegt und sich damit für die Drone Worlds in Hawaii im Oktober qualifiziert. Da man danach seitens der Firma nichts mehr über diese WM hört, scheint sie dort keinen Erfolg gehabt zu haben.

Dafür erhält die Thrust UAV im November 2016 von der UAS die Auftragsoption zur Lieferung von 5.000 Exemplaren der Renndrohnen nebst Zubehör innerhalb der nächsten 14 Monate, was einen Auftragswert von 1,7 Mio. $ ausmacht. Tatsächlich bietet UAS die Drohnen inzwischen in Großbritannien, Europa und Dubai an.


Der Quadrokopter Walkera F 210-3D, der im Juni 2016 in den Fachblogs vorgestellt wird, ist ein Modell für 519 €, das auch für Rennen bei Nacht geeignet ist. Das mit seinem 1.300 mAh Li-Poly-Akku ca. 500 h schwere Gerät mit einer diagonalen Größe von 210 mm hat eine Flugzeit von 9 Minuten und ist mit einer 120° Sony-Kamera ausgestattet, die bei Dunkelheit automatisch auf den integrierten Infrarot-Chip umschaltet.

Zum Hintergrund: Die 1994 gegründete Firma Guangzhou Walkera Technology Co. Ltd. (Walkera) war ursprünglich mit Fernbedienungs-Hobby-Hubschraubern auf den Markt gekommen, erweiterte ihr Geschäft dann aber auch auf andere Micro Air Vehicles (MAVs). Die meisten Multirotor-MAV werden für kommerzielle Zwecke und den Consumer-Gebrauch entwickelt, werden aber von chinesischen Militär- und Strafverfolgungsbehörden auch als Trainer für fortgeschrittenere und teure UAVs eingesetzt.

Im Juni 2014 eröffnet Walkera eine Niederlassung in den USA und gegründet die Firma iUAS Inc., die umgehend mit dem Vertrieb verschiedener unbemannter Flugsysteme, FPV-Kamera, Langstrecken-Funksender u.ä. beginnt. Zudem wird die Herstellung von Großmodellen für Kinematographie, Landwirtschaft und Sicherheit anvisiert. Zeitgleich zu der Renndrohne bringt Walkera mit dem Voyager 4 Quadrokopter übrigens eine Variante mit Superzoom-Kamera auf den Markt, die einen Kilometer weit blicken kann.


Ebenfalls im Juni verbreitet sich ein Werbe-Video, welches das Rennen zwischen dem neuen Sportwagen GT-R des japanischen Unternehmens Nissan und einem gleichnamigen GT-R-Quadrokopter zeigt, der von der Firma Tornado XBlades Racing entworfen und gebaut worden ist – die wohl nicht zufällig das FPV-Drohnen Rennteam ist, das im März in Dubai den World Drone Prix gewonnen hatte.

Pilotiert von James Bowles, dem britischen National Drone Racing Champion von 2015, erreicht die 700 g schwere Drohne eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h – angetrieben von einem 1.400 mAh Li-Poly-Akku und vier 2.000 W Motoren, die an einem verstärkten Quadrokopter-Rahmen angebracht sind, der speziell für das Rennen entworfen wurde. Von null auf 100 beschleunigen kann die GT-R-Drohne in weniger als 1,3 Sekunden.

Freedom Class - Giant Drone Racing

Freedom Class
Giant Drone Racing


Das im Vorjahr von Chris Ballard und einer Gruppe von inspirierten Australiern – die sich schon seit Anfang 2013 mit dem Sport beschäftigen – aus der Taufe gehobene Freedom Class - Giant Drone Racing stellt im Juli 2016 eine erste übergroße Renn-Drohne namens Freedom Drone Racer V1.0 vor, die allerdings noch nicht flugfähig ist. Das Team entwirft, baut und prüft die riesigen Prototypen, von denen angenommen wird, daß sie den nächsten Mainstream-Motorsport bilden werden.

Ballard hat ein gutes Argument dafür: „Es war für uns schon früh offensichtlich, daß die normalen Drohnen-Rennen für die Piloten großartig sein können, wegen der kleinen Größe der Drohnen für die Zuschauer aber nicht sehr ergiebig sind. Man kann sie kaum sehen, wenn sie mit 100 km/h eine dreidimensionale Rennstrecke abfliegen.“ Dies habe sich schon bei dem ersten nationalen Drohnen-Rennen in den USA gezeigt, das fast keine Zuschauer hatte, und auch beim zweiten sei es nicht viel besser gewesen.

Seine 2015 gegründete Start-Up Firma Freedom Class Racing in Brisbane, Queensland, ist ein Teil von Freedom Drone Sports in Melbourne und Partner des Institute Of Drone Technology, welches sich mit der Ausbildung und dem Training von Drohnenpiloten und -technikern befaßt. Das Freedom Class Team hatte seinerseits bereits im März damit begonnen, ein Eröffnungsrennen in Australien vorzubereiten, bei dem fünf Teams in drei Runden gegeneinander antreten sollen. Es soll eigentlich noch 2016 stattfinden, was sich dann aber nicht realisieren läßt.

Die neuartigen Ungetüme, die als die weltweit größten und stärksten Renndrohnen bezeichnet werden, sind 120 cm lang und wiegen 30 kg. Sie sind mit vier 9,6 kW Motoren, 60 cm durchmessenden 3-Blatt-Propellern und einem 20 Ah Li-Poly-Akku ausgestatteten. Ihre Tragkraft wird mit 300 kg angegeben, von 0 auf 100 km/h sollen sie in weniger als einer Sekunde kommen, und ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Zum Vergleich: Die aktuellen (kleinen) Renndrohnen messen von Rotor zu Rotor 15 – 35 cm, wiegen etwa 400 – 800 g und fliegen mit Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h.

Die ersten Flugtests erfolgen Ende August 2016 in Tasmanien, sind aber noch nicht zufriedenstellend – auch wenn es der Drohne gelingt, kurzzeitig einen Heuballen anzuheben. Insbesondere die elektronischen Geschwindigkeitsregler machen Probleme. Im November meldet das Team, daß es trotz vieler Rückschläge inzwischen sehr nah an einem abgeschlossenen und voll funktionsfähigen V1.0 Prototypen sei, und Aufnahmen der Flugtests zeigen ein schon recht stabil schwebendes und auch gut zu manövrierendes Gerät.

Freedom Class V2.0 Grafik

Freedom Class V2.0
(Grafik)

Gleichzeitig wird das Design der Freedom Class V2.0 Renndrohne präsentiert, die einen regelrechte Stufenwechsel darstellt, da sie nicht nur aerodynamischer, sondern zudem mit Kippflügeln ausgestattet ist, die natürlich völlig andere Flugmöglichkeiten bieten, als die der flügellosen Multikopter. Die neue Version soll im nächsten Jahr gezeigt werden. Außerdem denkt man bereits über ein kommerzielles Spin-Off nach, das die Riesendrohnen in kommerziellen und industriellen Bereichen, wie auch bei Notdiensten, zum Einsatz bringt, um nur einige zu nennen.

Der erste, als erfolgreich bezeichnete Testflug des Prototypen V1.0 erfolgt dann im Januar 2017, als es der Drohne gelingt, 159 km/h schnell zu fliegen. Nett ist auch die Beschreibung des Klangs: Während die üblichen Kleindrohnen oft wie ein Schwarm Bienen klingen, soll sich die Riesen-Renndrohne eher wie ein vorbeirasender Formel-1-Wagen anhören.

Im Februar erklärt Ballard, daß er das Formel-1-Äquivalent von Riesen-Drohnen-Rennen als Live-Verunstaltungen begründen will. Er sagt allerdings noch nicht, wann und wo sein erstes Rennen der Freedom Class von 2017 stattfinden wird. Statt dessen konzentriert er sich darauf, internationale Richtlinien und Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. Wichtigstes Ziel sei es, daß die Freedom Class als diejenige erkannt und angenommen wird, die das echte Live-Rennerlebnis vermittelt.

Auf der Avalon International Airshow im März in Lara, Victoria, stellen Ballard und sein Team ein Modell des V2.0 in voller Größe vor – neben dem erstmals öffentlich gezeigten Exemplar einer Renn-Drohne der Freedom 500 Serie, die speziell darauf ausgelegt ist, die Lücke zwischen den aktuellen, kleinen Renndrohnen und den Giganten der Freedom Class zu überbrücken. Die in der gleichen H-Konfiguration entworfenen Maschinen sind zwar kleiner, aber definitiv nicht schwächer als ihre großen Brüder.

Die Freedom 500 wurde in erster Linie erstellt, um Systeme zu testen und vor allem um Piloten für die größeren Freedom Class Racer zu finden und zu trainieren. Mit dem Modell werden bereits Testflüge in New South Wales durchgeführt. Ebenfalls präsentiert wird eine landwirtschaftliche Drohne, die auf dem Einflügler Skywalker X8 basiert und mit zusätzlichen VTOL-Propellern ausgerüstet ist.

Der wohl wichtigste Schritt ist jedoch die Ende des Monats erfolgte Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Fédération Aéronautique Internationale (FAI), um die Freedom 500 Class zu einer zertifizierten Rennklasse zu machen, zusammen mit dem Freedom Class Giant Racer, und als neue Luftsportdisziplin zu etablieren. Die Partnerschaft konzentriert sich dabei auf die Zertifizierung von Drohnen, die Lizenzierung von Piloten, das Rennkurs-Design, die Entwicklung von Regeln und andere formale Maßnahmen.

Im März 2017 geben Freedom Drone Sports und die FAI die Freedom 500 Rennserie bekannt. Die neue Rennklasse verwendet die gleiche H-Rahmen-Konfiguration wie die Freedom Class Giant Racing Drohnen, die eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen.

Drone Racing Game

Drone Racing Game


Im Juli 2016 startet das in New York beheimatete Start-Up Autonomous eine Crowdfunding-Kampange auf Indiegogo, um ein Drone Racing Game auf den Markt zu bringen, das ein Real-Life-Drohnen-Rennen mit einem Erlebnis in der virtuellen Realität zusammenführt.

Das Kit, das zu einem Preis von nur 99 $ angeboten wird,  beinhaltet alles, was gebraucht wird, um zu starten: zwei Renn-Drohnen (wahrscheinlich vom Typ Syma X5SW), Controller, VR-Headsets im Cardboard-Stil sowie eine Begleiter-App, um das Rennen aus Sicht einer Drohne zu erleben. Dazu gibt es Kegel, Flaggen und eine Renn-App. Die App hat ein soziales Element, welches erlaubt, Freunde zu Rennen herauszufordern, eine Liga zu organisieren und später Rennvideos zu teilen.

Die im Paket enthaltenen Quadrokopter messen 315 x 315 x 105 mm und sind mit einem 500 mAh Li-Poly-Akku ausgestattet, der eine Flugzeit von 5 – 7 Minuten bieten. Die integrierten Kameras sind 2-Megapixel-Shooter mit einer Videoauflösung von 720p. Im Vergleicht zu echten Renn-Drohnen handelt es hier eher um Sielzeuge.

Autonomous kommt trotzdem wohl zur rechten Zeit, denn das ursprüngliche Finanzierungsziel wird bereits in den ersten 90 Minuten erreicht – und bis Mitte August mit einem Ertrag von 62.147 $ um 563 % übertroffen. Die Firma meldet zwar, sie sie schon zwei Monate zuvor mit der Produktion begonnen hatte und die ersten Auslieferungen bereits im August erfolgen sollen, läßt sich dafür bislang kein Beleg finden. Auch auf der Firmen-Hompage findet sich keine Erwähnung mehr.

DJI Arena

DJI Arena


Beständiger wird vermutlich die DJI Arena in Yongin, Südkorea, sein, die ca. 50 km südlich von Seoul liegt und Ende August 2016 der Öffentlichkeit präsentiert wird. Der Drohnen- und Multikopterhersteller DJI will mit dieser Indoor-Arena Piloten und Fans einen Treffpunkt und eine sichere Umgebung bieten, damit diese ungestört und mit Spaß ihrem Hobby nachgehen können. Zudem soll der wettergeschützte Ort Anfängern dienen, ein erstes Gespür für die Technik der unbemannten Luftfahrzeuge zu bekommen.

Das 1.395 m2 große Areal bietet Piloten einen Rundkurs mit einstellbarer LED-Beleuchtung, auf dem sie ihre Flug-Fähigkeiten ausführlich testen können, während es Zuschauern möglich ist, den Flug aus der Perspektive der Drohne an Bildschirmen mit zu verfolgen. Zudem wird ein Wartungsraum zur Verfügung gestellt, in dem die Drohnen geladen und ggf. repariert werden können.

DJI bietet außerdem verschiedene Trainings an, darunter eines für angehende Profi-Piloten, in dem das Augenmerk u.a. auf Kollisionsvermeidung, sportliches Fliegen oder diverse Funktionen wie TapFly liegt. Für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 16 Jahren gibt es eine eigene Akademie, ebenso wie eine für Schüler und Studenten. Geflogen und trainiert wird mit professionellen DJI Phantom 4 Drohnen.


Obwohl das Drohnenfliegen über Paris eigentlich strengstens verboten ist, wird Anfang September eine Ausnahme gemacht, als in der französischen Hauptstadt erstmals ein Drohnen-Festival veranstaltet wird, das trotz Regens rund 100.000 Menschen besuchen.

Der für Wirtschaftsentwicklung der Stadt verantwortliche Jean-Louis Missika will mit dem Festival das Image der Mini-Flieger verbessern, da viele den Begriff Drohnen mit Militäreinsätzen assoziieren und die ferngesteuerten Geräte bedrohlich finden. Um dem entgegenzuwirken, erklärten Profi-Anwender den Schaulustigen technische Details und Steuerung, während Piloten mit ihren Koptern Rennen über den Champs-Élysées fliegen.

Vorrangig will die Stadt mit der Aktion Drohnen als Wirtschaftsfaktor bekannter machen, da sie sich vielen Bereichen einsetzen lassen, wie der Bahn, der Feuerwehr, beim Schutz historischer Gebäude oder in der Landwirtschaft – was man mit den Anwendungen umfassend ergänzen könnte, die in den vorliegenden Übersichten zusammengefaßt sind. Auf der anderen Seite geht es auch darum, die Menschen zu sensibilisieren, „daß Drohnen kein Spielzeug sind.“ Nun ja, jedenfalls nicht nur.


Ebenfalls Anfang September findet in Chile im Parque Padre Hurtado, einem riesigen Park, der direkt am östlichen Rand von Santiago liegt, das erste große Drohnen-Rennen des Landes statt. Auch hier wird eine Ausnahme gemacht, da die Parkverwaltung Flug-Aktivitäten eigentlich verboten hat. Und genau wie in anderen Ländern, haben die Rennen auch in Chile als halb-heimliche Treffen auf Parkplätzen, Golfplätzen und in passend abgelegenen Parks begonnen, um sich nun sehr schnell zu professionell geführten Veranstaltungen zu mausern, den den Sport legitimieren.

Zu den Chile Drone Nationals sammeln sich 42 Piloten aus dem ganzen Land sowie aus Argentinien, Ecuador und Peru um für eine der fünf ,Eintrittskarten’ zu den Weltmeisterschaften in Hawaii im nächsten Monat zu konkurrieren. Organisator des ersten Nationalwettbewerbs ist Alejandro Gatica, Mitbegründer von Drones de Carrera Chile (Renndrohnen Chile). Dank Firmensponsoren wie Movistar (ein lokaler Telekommunikations-Riese, der auch die Veranstaltung auch streamt) wird Chile zur Vorhut des Drohnenrennsports in Südamerika.

Nach zwei Tagen stehen die fünf Piloten fest, die sich für die WM in Hawaii qualifiziert haben: es sind Felipe Vergara, Pablo Fernandez, Carlos Hartmann, José Venegas und Matias Arangua. Wie sie dort gegen die Welt abschneiden, ist zu diesem Zeitpunkt unbekannt – eines ist aber schon jetzt fast sicher, und zwar, daß die Konkurrenz um die Qualifikationsplätze bei den 2017 Drone Nationals in  Chile sehr viel größer sein wird, da die Gemeinde exponentiell wächst.

Rogue beta 3 Prototyp

Rogue beta 3
(Prototyp)


In diesem Monat präsentiert auch das US-Drohnen-Start-Up xCraft mit der Beta-Version seines Modells Rogue einen der schnellsten Flyer, die gegenwärtig auf dem Markt sind. Die Firma ist uns schon 2015 mit der PhoneDrone begegnet, einem Quadrokopter-Rahmen, der jedes Smartphone in ein fliegendes Cockpit mit Kamera verwandelt (s.d.).

In der Welt der FPV-Drohnen-Rennen gibt es zwar diverse Ausführungen von Enthusiasten, die mit 160 km/h schneller Konkurrenz Schritt halten können, doch der Rogue ist vermutlich die schnellste ready-to-race-Drohne, die man heute kaufen kann. Bislang war dies die erst im Juli diesen Jahres vorgestellte Teal der Firma Teal Drones Inc., die beim Horizontalflug zwar eine Geschwindigkeit von über 110 km/h erreicht, aber als Kamera- und nicht als Renn-Quadrokopter gedacht ist.

Die Rogue besitzt einen hinteren ,Booster-Motor’, der es dem Quadrokopter ermöglicht, mit Geschwindigkeiten von über 160 km/h zu fliegen. Die zusätzliche Leistungsverstärkung wird mit dem Kippen eines Schalters aktiviert, der die Drohne aus dem regulären Rennmodus in einen höheren Gang bringt.

Die wichtigsten Spezifikationen des Rogue sind eine Carbonfaser-Schale mit 3 mm starken Armen. Das ready-to-fly-Paket beinhaltet eine RunCam Swift Kamera, einen 1.300 mAh Akku und eine 5,8 GHz RHCP-Antenne mit einem 200 mW Sender für Audio und Video. Mit verschiedenen Paketen versucht XCraft sowohl erfahrene Drohnenbauer und Rennpiloten als auch Neulinge in dem Sport anzusprechen. So kostet ein Grundrahmen nur 100 $, ein Rogue ohne Sender und Empfänger 550 $, und die ready-to-fly-Version ist für 700 $ zu haben. Für 1.000 $ gib es das Noob-Paket mit zusätzlichen FPV-Brillen, extra Propeller-Sets, zwei Batterien und einem Ladegerät.

Grasshopper F210

Grasshopper F210


Noch schneller soll der Grasshopper F210 von Ideafly sein, der ebenfalls im September erscheint. Der 210 mm lange Renn-Quadrokopter, der tatsächlich wie eine Heuschrecke aussieht, erreicht nämlich eine Geschwindigkeiten von mehr als 230 km/h.

Neben der üblichen elektronischen Ausrüstung nebst 700TVL Video-Kamera ist der 344 g schwere Kopter mit den Maßen 20,5 x 24 x 9 cm mit vier 2,3 kW Motoren, einem 1.300 mAh Akku sowie Vorder- und Rücklicht ausgestattet, die Flugzeit beträgt 10 – 13 Minuten. Ende des Jahres wird der kleine Renner zu einem Preis von rund 180 € verkauft.


Große Drohnen, wie die der oben beschrieben Freedom Class, werden auch von anderen bevorzugt. Auf der World Drone Racing Championships im Oktober 2016 auf Hawaii stellt beispielsweise das Team Vondrone aus San Francisco erstmals seine 1.000 mm BFD-Kopter vor und zeigt, wie man mit diesen beim Fliegen sogar Flips und Faßrollen machen kann (das Kürzel BFD wird in den US-Publikationen ,Big ----ing Drone’ ausgeschrieben, sic!).

Laut Zoe Stumbaugh (auf dem Foto rechts stehend), die zu den höchstbewerteten FPV-Pilotinnen in den USA zählt, handelt sich um das erste Event der 1.000-mm-Klasse überhaupt. Die auch X-Class (o. X1-Class) genannte Kopterklasse besitzt Motoren mit einer Schubkraft von jeweils mehr als 2,5 kg, sowie 850 – 1.500 mm durchmessende Propeller, während die Anzahl der Arme stark variiert.

Im Dezember veröffentlicht das Team, zu dem neben Strumbaugh noch Reiner von Weber, Kevin Sellers, Nate DuCray, Kelvin Lam, Eddie Codel, Werner von Stein und Edie Sellers gehören, Aufnahmen des Junfern-Schwebefluges eines Scarob Y6 genannten, 90 cm durchmesenden Trikopters, an dessen drei langen Auslegern jeweils Doppelrotoren angebracht sind.

Im selben Monat wird auf Treasure Island in der San Francisco Bay eine ,1.000 mm Class FPV Drone Racer Exhibition’ veranstaltet – von der frisch gegründeten X-1 Drone Racing, gemeinsam mit dem Team Vondrone, der Firma Tattu Batteries, dem Modellbau-Club Livermore Flying Electrons und der SF Drone School des aus Hamburg stammenden Werner von Stein.

Im März 2017 folgen dann Videos einer Reihe von Speed-Runs, bei denen zu jüngste Renn-Drohne der X-Class getestet wird. Nach mehreren Versuchen erreicht der von Kevin Sellers gebaute BFD-Quadrokopter eine bestätigte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Später sollen sogar 112 km/h erzielt worden sein.

Die erste X-Class Drohnen-Rennen der-Eröffnungssaison, das Inaugural Season Race 1, findet im Februar in Livermore, Kalifornien, statt – mit 850 mm und 1.000 mm großen Drohnen. Das zweite Event soll Ende Mai 2017 wieder in der Bay Area von San Francisco stattfinden. Insgesamt will man im Laufe des Jahres vier Rennen für 8.00 mm – 1.200 mm FPV-Drohnen abhalten.


Ab Anfang November 2016 zeigt ProSieben MAXX – als Premiere im deutschen Fernsehen – die spektakuläre Drone Racing League, jeweils sonntags um 17:30 Uhr.

 

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