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Elektro- und Solarfluggeräte

2015 (E)


Auch die neuen Entwicklungen und Technologien dieses Jahres sollen thematisch zusammenhängend präsentiert werden.

Dabei geht es um spezielle Kamera-Drohnen, um verschiedene Consumer-Drohnen, die sich durch Besonderheiten auszeichnen, sowie um Umsetzungen im Kunst- und Designbereich. Daneben werden diverse neue Einsatzbereiche und andere technologische Neuheiten vorgestellt.



Begonnen wird mit den Kamera- und Film-Drohnen, die inzwischen die Mehrheit aller Produkte dieses Sektors ausmachen.

Zano Drohne

Zano


Im Januar 2015 erscheint mit der Zano eine leichte und robuste 5-Megapixel-Kameradrohne für den Privatgebrauch, die man  überall hin mitnehmen und aus der Handfläche starten lassen kann. Sie verbindet sich mit dem Android- oder iOS-Gerät des Nutzers und läßt sich wie an einer virtuellen Leine steuern.

Das Projekt der seit 2007 im britischen Wales beheimateten Firma Torquing Group Ltd., die ursprünglich 1990 in Australien gegründet worden war, kann zwischen November des Vorjahrs und Anfang Januar auf Kickstarter statt der geplanten 125.000 £ von 12.075 Interessenten einen Rekordbetrag von 2.335.119 £ einnehmen – die bislang erfolgreichste Kickstarter-Kampagne in Europa. Die Nano-Drohne soll inklusive Versand umgerechnet rund 188 € kosten.

Im Juni 2015 ist dann jedoch der geplante Auslieferungstermin überschritten und auch die ersten 600 verschickten Drohnen funktionieren nicht wie versprochen. Im November tritt der Hauptgeschäftsführer Ivan Reedman zurück, bevor das Unternehmen Insolvenz anmeldet. Kickstarter beauftragt daraufhin den Journalisten Mark Harris, die Hintergründe des gescheiterten Crowdfunding-Projekts zu untersuchen und herauszufinden, was mit den mehr als zwei Millionen Pfund geschehen ist.

Woran das Projekt letztlich gescheitert ist, läßt sich noch nicht genau sagen. Es gibt aber Belege dafür, daß die Entwickler, die Komplexität des Follow me-Modus stark unterschätzt haben. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nur fürchten, wenn sie die das eingesammelte Geld nicht projektbezogen ausgeben, wofür es bisher aber keine Hinweise gibt.


Im April 2015 ist in den Blogs erstmals ein Quadrokopter zu sehen, den man ,Gassi führen’ – oder besser gesagt, Gassi fliegen kann, da er stets an der Leine hängt. Der Grund dafür ist, daß er mittels einer Schnur statt einer Funksteuerung bedient wird – was für eingefleischte Kopter-Fans sicherlich reichlich verrückt klingt, obwohl die Idee nicht neu ist, wie der Beginn dieser geschichtlichen Übersicht zeigt.

Der Fotokite Phi hat eine interessante Vorgeschichte: Die Idee dazu stammt vom dem gebürtigen Russen Sergei Lupashin, der sie im im Zuge seiner Promotion am Robotik-Forschungslabor der ETH – der Flying Machine Arena (FMA) – in Form einer Live-Fernsehkamera umsetzt, die über ein Kabel vom Boden aus mit Energie versorgt wird. Die FMA wird übrigens seit 2007 von Raffaello D’Andrea geleitet – der auch für die Drohnen des Cirque Du Soleil verantwortlich ist, über die ich im September 2014 berichtet hatte (s.d.).

Fotokite Pro Bodenstation

Fotokite Pro Bodenstation

Die Kabelverbindung erlaubt, daß die Stromversorgung des 600 g schwere Quadrokopter namens Fotokite Pro von einer großen bodenbasierten Batterie oder sogar von einer Steckverbinder erfolgen kann. Und Dank einer kleinen Puffer-Batterie in der Drohne läßt sich der Akku auch wechseln, ohne erst landen müssen, womit zeitlich unbegrenzte Luftaufnahmen mit einen fest verdrahteten Live-Video-Feed möglich sind, da das Kabel auch eine Datenleitung umfaßt. Zudem hält die Drohne immer die Neigung, die man ihr beim Aufstarten gibt.

Ein Hauptmotiv für die Konstruktion ist, daß der Fotokite streng genommen nicht als UAV zählt und daher anders beregelt wird, womit auch Einsätze in schwierigen Situationen, in Gebäuden oder bei Menschenansammlungen einfacher möglich und vor allem sicherer sind.

Diese Ausführung, deren Entwicklung vom Nationalen Kompetenzzentrum für Robotikforschung des Schweizer Nationalfonds (NCCR Robotics) gefördert wurde, ist bereits 2013 zu einem Preis von 8.350 € erhältlich. Die Kamera wird zwar bei mehreren Produktionen eingesetzt, die Technik der Energieversorgung vom Boden aus aber bald wieder verworfen.

Nachdem Lupashin im März 2014 das ETH-Spinoff Perspective Robotics AG mit Sitz in Zürich gegründet hat, beginnt er mit der Konstruktion einer einfacheren und billigeren Quadrokopter-Version, deren Prototyp er bei einem TEDx-Vortrag im Sommer des Jahres präsentiert. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger  hängt die Selfi-Drohne Fotokite Phi an einem aufgespulten Halteseil, mit dem, ähnlich wie bei einem Drachen, nur noch die Höhe und Bewegung des Kopters bestimmt werden.

Die Bedienung ähnelt einer modernen Hundeleine. Man hält sie in der Hand, steuert die Drohne mit einfachen Hangbewegungen und kann per Knopfdruck die Leine verlängern, deren Maximallänge 30 m beträgt. Der Akku verspricht eine Flugzeit von ca. 15 Minuten. Sollte das Halteseile reißen oder die Batterie sterben, landet die Drohne automatisch.

Eine weitere Besonderheit ist der schnelle Aufbau der Drohne, die sich in einer zylindrischen Verpackung befindet. Herausgenommen, lassen sich die 4 Propellerarme in wenigen Sekunden ausklappen und mit nur einer Handbewegung fixieren. Ein großer Vorteil ist zudem das geringe Gewicht von nur knapp 340 g (inklusive GoPro Kamera) aufgrund der reduzierten Technik.

Eine Crowdfunding-Aktion auf Indiegogo, bei welcher die Gassi-Drohne zu einem Vorzugspreis von 249 $ bzw. 349 $ vorbestellbar ist (später: 500 $), stößt auf so großes Interesse, daß bis September 2015 eine Summe von 413.495 $ zusammenkommt. Nun soll der Kopter ab März 2016 ausgeliefert werden.

Bedenkenwert ist auch der Kommentar in einem der Fachforen, demzufolge die Fotokite-Drohne den Vorteil hat, daß der Drohnen-Operator sofort identifizierbar ist und jeder weiß, wer hinter (bzw. unter) dieser Kamera steht, was nicht jene Vorbehalte hervorruft, die oftmals gegenüber anderen fliegenden Kameras bestehen.

Freefly ALTA

Freefly ALTA


Im April 2015 präsentiert die Firma Freefly Systems mit dem Filmhexakopter Freefly ALTA eine High-End Drohne für Luftaufnahmen – zu einem Preis von 8.495 $.

Das im Jahr 2011 gegründete Unternehmen in Woodinville, Washington, das Kamerafahrtsysteme und Kamerastabilisatoren entwickelt, fertigt und vermarktet, die in der Kinematographie und Fotografie verwendet werden, hatte als erstes UAV-Produkt eine Multirotor-Kamera-Plattform namens CineStar auf den Markt gebracht, die aufgrund ihrer Einfachheit und Anpassungsfähigkeit bei professionellen Anwendern schnell populär wurde.

Die Plattform existiert in zwei Versionen: Der CineStar 6 ist ein Hexakopter aus Karbonfasern mit einem Gewicht von 2,65 kg, während der CineStar 8 ein Multikopter ist, der 3,85 kg wiegt und speziell entwickelt wurde, um große DSLR-Kameras nebst Halterung und Batterien mit einem Gesamtgewicht von bis zu 5,8 kg zu heben.

Der Verkauf des ALTA, der eine Tragkraft von 6,8 kg besitzt, beginnt im August 2015. Der größte Unterschied zu seinen Vorgängern ist die vollständige Integration aller Subsysteme (Flugsteuerung, Motoren, Servos, Propeller) in einer ready-to-fly-Filmplattform. Zudem ist der ALTA die erste Drohne, welche die Montage der Kamera/des Kardanrahmens sowohl an der Oberseite wie auch an der Unterseite erlaubt. Besonders genial ist der Zusammenklapp-Mechanismus, der dem Zentralverschluß einer Kamera ähnelt.

Zwischenzeitlich gibt es neben dem ALTA6 auch noch einen ALTA8 – wobei sich die Ziffer natürlich auf die Anzahl der Rotoren bezieht –, dessen Basisversion mit 17.495 $ zu Buche schlägt.


Als besonders anhängliche Foto-Drohne wird das Modell Lily beschrieben, das im Mai 2015 in den Blogs erscheint. Der Besitzer wirft sie in die Luft – und sie folgt ihm rund 20 Minuten lang als selbständige Actionkamera, die den absoluten Ego-Film möglich macht, bevor sie nach dem Flug wieder in der Handfläche des Nutzers landet. Der Quadrokopter der Entwickler Antoine Balaresque und Henry Bradlow und ihrem 2013 gegründeten Start-up Lily Robotics Inc. aus Kalifornien ist quasi an einen GPS-Tracker im Rucksack oder am Handgelenk des Nutzers ,gebunden’, ohne extern gesteuert werden zu müssen.

Je nach Regieanweisung kann sie in Abständen zwischen 2 und 30 m vom Benutzer und in Höhen zwischen 2 und 15 m über dem Kopf diesem folgen, vorausfliegen, um ihren Besitzer kreisen oder Einzelfotos machen. Die HD-Kamera liefert 60 Bilder pro Sekunde und kann sowohl in Zeitlupe, als auch im Zeitraffer aufnehmen. Neben einer Technologie, die sowohl ihren Besitzer wiedererkennt als ihn auch innerhalb des Kamerabildes günstig positioniert, synchronisiert sich die Drohne mit einem Mikrophon in dem kleinen Gerät, das der Nutzer bei sich trägt, damit später im Film nicht nur die dröhnenden Rotorblätter zu hören sind.

Zudem ist das Polycarbonat-Gehäuse der etwa 8 x 26 cm großen Drohne wasserdicht nach Klasse IP67, was bedeutet, daß sie ungefähr 1 m tief in Wasser untergetaucht werden kann. Die Drohne soll im Februar 2016 auf den Markt kommen und 999 $ kosten – bis dahin kann man sie für 499 $ vorbestellen.

Tatsächlich kann die Firma bis Anfang 2016 sagenhafte 34 Mio. $ durch Vorbestellungen von etwa 60.000 Kunden einnehmen, mindestens weitere 19 Mio. $ kommen durch verschiedene IT-Firmen als Investoren und durch Bankkredite hinzu.

Doch auch dieses Projekt geht baden. Aufgrund ,schwindender finanzieller Mittel’ sehen sich die Gründer im Januar 2017 gezwungen, das Unternehmen zu schließen, ohne daß auch nur ein Gerät jemals ausgeliefert wurde. Immer wird versprochen, daß alle Vorbesteller den Kaufpreis zurückerstattet bekommen.

Ein Verfahren der Staatsanwaltschaft in San Francisco, das am gleichen Tag gegen die Gründer von Lily eingeleitet wird, läßt allerdings vermuten, daß die Käufer von Anfang an getäuscht wurden. Der Anklage zufolge habe die Firma die Interessenten mit einem ,falschen und irreführenden’ Video getäuscht, das e zum damaligen Zeitpunkt noch gar keinen funktionierenden Prototypen der Lily-Kameradrohne gegeben hatte. Ende Januar 2017 werden die Geschäftsräume von Lily Robotics durchsucht.

Micro Drone 3.0

Micro Drone 3.0


Mehr als nur sehr erfolgreich ist die Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo, die im Mai 2015 von Vernon Kerswell und seine Frau Ethan Zhou-Kerswell gestartet wird.

Ihre im Herbst 2013 gegründete Firma Extreme Fliers mit Sitz in London will einen kleinen, palmgroßen Quadrokopter namens Micro Drone 3.0 auf den Markt bringen, der nur 56 g wiegt (mit Kamera: 71 g) und die Maße 145 x 55 x 50 mm hat. In dem kleinem Raum ist allerdings viel Technik verstaut: eine selbststabilisierte 720p-HD-Kamera, ein Mikrofon, ein 450 mAh Li-Akku, eine ARM-CPU samt WLAN-Chip sowie jede Menge Sensoren, mit denen sich die kleine Drohne auch bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 45 km/h ruhig in der Luft halten kann.

Bei Steuerung mit dem Smartphone oder iPhone liegt die Reichweite bei etwa 15 m, mit der Funkfernsteuerung sind bis zu 90 m möglich. Die Flugzeit liegt bei etwa 8 Minuten, der Preis bei 195 $, Vorbesteller bezahlen nur 125 $.

Das angestrebtes Ziel von 75.000 € ist mit Ende der Kampagne im August um 3.076 % übertroffen, da sich durch mehr als 35.000 begeisterte Interessenten insgesamt 3.571.152 $ auf dem Konto von Extreme Fliers ansammelt haben. Ende 2016 wird die Drohne zu Preisen um 140 € angeboten.


Wem die Tendenz zu immer kleineren Kopter nicht gefällt, würde in dem KittyHawk der Firma Mobile Recon Systems LLC aus Lexington, Kentucky, die passende Alternative finden – wenn es ihn denn geben würde.

Das Unternehmen stellt im Juli 2015 einen Quadrokopter mit einem Durchmesser von 95 cm vor, der 4,3 kg wiegt und als Zuladung nochmals 4,3 kg transportieren kann. Der kräftige Kopter kann damit gleich drei Kameras tragen, von denen zwei in Kardanrahmen sitzen – eine auf der Unterseite, die andere auf der Oberseite –, während eine dritte Kamera geradeaus nach vorn gerichtet.

Ein weiteres interessantes Feature ist ein großer LED-Scheinwerfer, der an der Vorderseite des Fliegers angebracht ist, per Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden kann. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h, die Flugzeit bis zu 30 Minuten. Der Preis variiert von 2.259 $ für das Classic-Modell, über 3.999 $ für das Luxuxmodell, bis hin zu 4.579 $ für die Supreme-Version mit größeren Propellern, einer doppelten Batterie usw.

Die angekündigte Kickstarter-Kampagne scheint dann aber keinen Erfolg gebracht zu haben, denn nach den Meldungen vom Juli gibt es keinerlei Neuigkeiten mehr.

Fleye

Fleye


Aus Belgien kommt im Dezember 2015 ein fliegender Roboter, der vieles anders  macht als andere Drohnen und zudem programmierbar ist. Der Fleye ist ein kugelförmiger Helikopter von 23 cm Durchmesser und mit nur einem Rotor, der komplett im Inneren des Kopters sitzt. Seine Entwickler Laurent Eschenauer und Dimitri Arendt basteln seit Ende 2014 an dem Gerät.

Der eigenwillige Flieger mit HD Kamera, von dem es bereits erste funktionierende Prototypen gibt, ist u.a. mit einem GPS-Sensor, Trägheits- sowie Beschleunigungssensoren ausgestattet, außerdem ist er in der Lage, die Umgebung  per Ultraschall zu scannen und darüber auch zu kommunizieren. Gesteuert wird der Fleye mittels einem Smartphone und hauseigener App. Da das Gerät gerade einmal 450 g wiegt, verwundern auch nicht die maximale Geschwindigkeit von 15 km/h sowie die relativ kurze Flugzeit von etwa zehn Minuten.

Aktuell wird das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter angeboten – wo die Kugeldrohnen zu Preisen ab 599 € vorbestellt werden können. Der spätere Verkaufspreis soll bei 1.250 € liegen. Bis Mitte Januar 2015 tragen 717 Unterstützer mit zusammen 314.080 € dazu bei, das Projekt zu verwirklichen, das zudem auch schon eine Anschubfinanzierung erhält. Die Massenproduktion soll nun im Sommer 2016 beginnen – was aber nicht passiert.

Statt dessen geben die Entwickler im Oktober die Annullierung der Kickstarter-Kampagne bekannt – da es ihnen nicht gelungen war, zusätzlicher Investitionen zur Absicherung des Projekt zu gewinnen.


Eine weitere Crowdfunding-Kampagne, ebenfalls im Dezember, läuft dagegen so gut, daß die Initiatoren eigentlich keine weiteren Gelder benötigen sollten. Angepriesen wird der neue ONAGOfly als ein Versuch, die Lücke zwischen den billigen kleinen Nanodronen, die nicht wirklich viel tun, und den größeren und teureren Modellen, die mehr Eigenschaften haben, zu überbrücken. Der Quadrokopter paßt zwar in die Hand, bietet aber auch HD-Video, Hindernisvermeidung, einen Follow-Me-Modus und laßt sich in Echtzeit von einem iOS- oder Android-Smartphone über Wi-Fi bis zu einer Entfernung von 20 m steuern.

360°-Infrarot-Sensoren verhindern, daß die 140 g schwere Drohne irgendwelchen Hindernissen näher als 20 cm kommt. Da das Video digital stabilisiert wird, ist zu erwarten, daß die Bildqualität nicht ganz so gut ist wie das von einer Kamera, die in einer Kardanaufhängung sitzt. Der 1.000 mAh Akku sorgt für eine Flugzeit von 12 Minuten bei der Aufnahme von Video, oder 15 Minuten ohne.

Die Indiegogo-Kampagne, bei welcher der  ONAGOfly für 199 $ angeboten wird (der geplante Verkaufspreis beträgt 299 $) ist extrem erfolgreich, als das Finanzierungsziel bis Anfang Februar 2016 mit insgesamt 3.520.399 $ um 1.785 % überschritten wird. Die kleine Drohne ist inzwischen in weiß oder schwarz erhältlich.

 


Eine noch größere Variantenbreite läßt sich bei den Consumer-Drohnen feststellen, die im Laufe dieses Jahres neu auf dem Markt erscheinen.


Auf der Spielwarenmesse in London im Januar wird unter der Vielzahl neuer Drohnen-Modelle auch eines gezeigt, das zum Teil mit Sprachbefehlen gesteuert wird. Die X-Voice der Firma Flying Gadgets ist ein kleiner und leichter Quadrokopter (ohne Kamera), der pro Akkuladung für acht Minuten und aus einer Entfernung von bis zu 150 m betrieben werden kann.

Der Benutzer bedient die Drohne mit einem Handheld-Controller und einem Headset, das an diesem angeschlossen ist, wodurch das Fluggerät sowohl von Hand gesteuert werden kann, als auch über verbale Befehle in 20 verschiedenen Sprachen, die bestimmte Aktionen auslösen – wie z.B. Start, Autopilot, zurück oder Flip-forward. Gibt man den Sprachbefehl „tanzen!“, beginnt die X-Voice damit, sich protzig in der Luft zu drehen. Die Drohne soll ab dem März für 50 £ erhältlich sein.

Tatsächlich gibt es später eine ganze Reihe von Quadrokoptern mit Sprachsteuerung, die auch preislich wesentlich günstiger liegen – während Flying Gadgets überhaupt nicht mehr auffindbar ist.


Im Februar 2015 findet auch die bislang vermutlich größte Einzelinvestition in dem Marktsegment der Konsumenten-statt, als das in Berkeley, Kalifornien, basierte Start-Up 3D Robotics (3DR) in einer von Qualcomm Ventures angeführten Finanzierungsrunde C sagenhafte 50 Mio. $ einfährt. Die Foundry Group, True Ventures, OATV,  Mayfield, Shea Ventures und andere ungenannte Investoren tragen ebenfalls zur Runde bei. Die Firma hatte zuvor in den Runden A und B zusammen bereits 35 Mio. $ erhalten.

Die neue Investitionssumme soll in die Drohnen- und Software-Entwicklung investiert werden, sowie in die Integration der Mobiltelefon-Technologie, wie Prozessoren, in die Drohnen.

IRIS +

IRIS +

Das 2009 von dem Bestseller-Autor Chris Anderson aus New York und dem damals 20-jährigen College-Abbrecher und Elektronik-Wunderkind Jordi Muñoz aus Ensenada in Mexiko gegründete Unternehmen entwickelt schnell einen APM genannten Universal-Flugcode und verwendet diesen, um Pixhawk zu entwickeln, die als ,weltweit führende offene Autopilot-Plattform’ bezeichnet wird.

Anderson hatte 2007 die Community DIY Drones als Blog gegründet, der schnell zu einer Plattform für alle wird, die sich für die Drohnen-Technologie interessieren oder an Projekten mitarbeiten möchten. Knapp zehn Jahre später hat die Plattform 60.000 aktive Mitglieder.

Bis 2012 werden hauptsächlich von Muñoz selbstgemachte Drohne-Installationssätze und Autopilot-Leiterplatten verkauft, während Anderson das von ihm aufgebaute DIY-Drohnen-Forum betreibt und seinem Tagesjob bei dem Magazin Wired nachgeht. Im November gelingt es Anderson, sich eine Venture-Finanzierung in Höhe von 5 Mio. $ zu sichern – worauf es seinen Redakteursposten räumt und sich voll dem Drohnengeschäft widmet.

Im Jahr 2014 werden die ersten ready-to-fly Konsumenten-Produkte IRIS und IRIS + vorgestellt, sensorbeladene Drohnen, die Daten für Landwirte, Immobilien-Firmen und alle anderen sammeln, die aus der Landvermessung aus der Luft profitieren können.

Die IRIS + besitzt mehrere vollautomatische Funktionen. Sie kann z.B. autonom fliegen, nutzt GPS, um an ihrem Standort eine feste Position einzunehmen, und hat auch eine automatische Rückkehr-Funktion. Während die Drohne alleine 750 $ kostet, steigt der Preis mit einer GoPro-Kamera samt Stabilisator, einer zusätzlichen Batterie und einem Rollenkoffer auf 1.680 $.

Im Oktober 2014 tut sich Anderson mit der Linux Foundation zusammen, um das Open-Source-Kooperationsprojekt Dronecode zu starten, das bestehende und zukünftige Open-Source-Drohnen-Projekte unter einer Nonprofit-Struktur zusammenführt, die von der Linux Foundation geleitet wird. Als Ergebnis soll eine gemeinsame Open-Source-Plattform für UAVs entstehen. Zwei Jahre später sind schon mehr als 1.200 Entwickler Teil von Dronecode.

Im  April 2015 folgt mit dem 1.000 $ teuren Modell Solo die weltweit erste Smart Drone. Ihr Name ist der Tatsache geschuldet, daß sie ermöglicht, als Einzelperson Filmaufnahmen zu machen, für die sonst zwei Drohnen-Operatoren zusammenarbeiten müßten. Nach ihrem Debüt wird die High-Tech-Drohe aber Opfer verpaßter Produktfristen, fehlerhafter Komponenten und dem harten Wettbewerb mit der chinesischen SZ DJI Technology Co., welche die Preise zerschlägt und die Entwicklung neuerer Geräte rasch umsetzt.

Bis Ende 2015 können nur etwa 22.000 Einheiten der Solo verkauft werden – die Hälfte der ursprünglichen Projektion –, und im Februar 2016 sitzt das Unternehmen auf mehr als 60.000 unverkauften Drohnen und ohne Geld da, so daß es sein Büro in San Diego und die Fabrik in Tijuana schließen muß, wobei auch Mitbegründer Muñoz vor der Tür landet.

Im März 2016 wird mit Site Scan eine intuitive, leistungsstarke und offene Luftanalytik-Plattform gestartet. Um über eine High-End-Version der Solo-Drohne eine hochauflösende Realitätsaufnahme zu ermöglichen, arbeitet 3D Robotics mit Unternehmen wie Sony und Autodesk zusammen. Die neue Einheit kann einen Standort – z.B. eine Baustelle oder eine Brücke, die überprüft werden muß - scannen und ein 3D-Modell oder eine Karte aus der Luft in die Cloud hochladen, so daß diese Dateien schnell in die Hände der Vor-Ort-Ingenieure oder Projektleiter gelangen.

Doch Nordamerikas größter und vielversprechendster Drohnen-Hersteller mit über 350 Mitarbeitern erleidet trotzdem Schiffbruch. Im Oktober meldet die Fachpresse, daß sich das Unternehmen in wenigen Monaten von einem branchenführenden Start-Up zu einer Firma verwandelt hat, die um ihr Überleben kämpft – als Resultat von Mißmanagement, schlecht beratenen Prognosen und einer gescheiterten Strategie, die sich auf eine einzige Flaggschiff-Drohne stützte. 3D Robotics hatte fast alles Kapital verbraucht, um die Solos zu produzieren.

Das Ergebnis sind mehr als 150 entlassene Menschen und fast 100 Mio. $ verbranntes Risikokapital. Die Firma verändert daraufhin ihre Geschäftsstrategie völlig und konzentriert sich nun ausschließlich auf Unternehmenssoftware. Muñoz gründet derweil im Jahr 2016 in Kalifornien eine neue Drohnenfirma namens mRobotics – während die Solo auf bestbuy.com für 300 $ verramscht wird.

CX-10 Mini Drone

CX-10 Mini Drone


Als die kleinste Drohne der Welt wird im März 2015 das Modell CX-10 Mini Drone des Herstellers Seresraod Cheerson angepriesen, das mit den Maßen 40 x 40 x 22 mm nur etwas größer als eine SD Karte ist.

Es hat zwar keine Kamera, kostet dafür aber samt Fernsteuerung nur ca. 25 € (2016 auf Amazon: 17 $). Je nach Rotorgeschwindigkeit, die man aus drei Stufen wählen kann, beträgt die Flugzeit 5 – 10 Minuten.


Und natürlich bleibt die Behauptung der ‚weltweit kleinsten Drohne’ nicht lange unwidersprochen – denn schon im August wird dasselbe über die neue, ab 49 € teure SKEYE Pico Drone von TRNDlabs aus Rijssen in den Niederlanden gesagt.

Tatsächlich ist die Pico Drone mit den Maßen 22 x 22 x 19 mm im Vergleich zum CX-10 nochmals deutlich kleiner. Ihr Gewicht beträgt 7 g, und für gute Flugeigenschaften sorgt ein 6-Achsen-Gyroskop. Außerdem ist die Nano-Drohne besonders robust.

Der winzige, von dem Unternehmensgründer Gerard Nieuwenhuis und dem Design- und Fotografie-Experten Albert van der Maat entwickelte Quadrokopter, der mit Kamera 99 $ kostet, wird besonders in den USA ein großer Hit – vielleicht auch, weil er mittels eingebauter LEDs auch Nachts fliegen kann. Mit seinem 80 mAh soll eine Flugzeit von 7 – 8 Minuten erzielt werden, die Reichweite beträgt 50 – 60 m.

Dem Stand von 2016 bietet TRNDlabs auch noch Modelle wie den SKEYE Nano in verschiedenen Versionen, einen SKEYE Mini sowie einen SKEYE Hexa an. Mitte 2016 wird die Pico Drone plötzlich dem Namen BuzzBee angeboten – diesmal allerdings ohne Kamera und zu einem Preis von rund 40 €.

Speeder Bike Drohne

Speeder Bike Drohne


Großen Zuspruch erhält auch das Fluggerät des Hobbybastlers Adam Woodworth, das dem Speeder Bike aus den Star Wars-Filmen nachempfunden ist. Im Kleinen, versteht sich. Netterweise veröffentlicht der Fan auf makezine.com auch eine detaillierte Bauanleitung.

Das Modell hat Drohnen-Propeller und läßt sich fernsteuern. Auf YouTube gibt es ein Video vom Flug zu sehen – sogar mit Filmaufnahmen aus der Sicht des Piloten, der unter seinem Helm eine winzige Kamera trägt.

Ein weiteres, von Woodworth flugfähig gemachtes Raumschiff-Modell aus Star Wars ist im Februar 2016 ein Imperial Shuttle, der durch einen ausgeklügelten Federmechanismus sogar seine Flügel anstellen kann und dadurch so perfekt ist, daß er sich nur schwer von den Spezialeffekten des Films unterscheiden läßt.

Ein anderer Bastler, der sich im Internet nur Olivier C. nennt, hatte bereits Anfang 2015 nicht nur einen flugfähigen Abfangjäger des Imperiums in Miniaturform entwickelt, sondern auch den Millennium Falcon. FliteTest, eine Gruppe von RC-Flugzeugbauern, konstruiert wiederum eine fantastische Drohne, die an den S.H.I.E.L.D Helicarrier aus The Avengers erinnert und es ebenso ermöglicht, kleine ferngesteuerte Flugzeuge auf ihm landen zu lassen. Dafür wurden in den Helicarrier acht Motoren und vier Rotoren integriert. Bei Tests in einer Halle und auch im Freien gelingt tatsächlich, einige ferngesteuerte Modellflugzeuge auf dem fliegenden Flugzeugträger zu landen – auch wenn dies in den meisten Fällen eher Bruchlandungen sind.


Im September 2015 erscheinen dann auch kommerzielle Varianten, die von der Firma Air Hogs als neue Quadrokopter-Spielzeuge angeboten werden: der Millennium Falcon mit authentischen Lichtern und Tönen und sogar eine Miniaturversion von Chewbacca und Han Solo im Cockpit für 110 $, sowie der X-Wing, komplett mit Blastern und R2-D2, für 70 $.

Im Herbst 2016 kommt dann noch ein Speeder Bike für 150 $ dazu, das ebenso wie die Millennium Falcon Drohne über einen barometrischen Drucksensor verfügt, der das Fluggerät fest auf einer bestimmten Höhe halten kann, so daß es z.B. in der Nähe des Bodens fliegt, wie beim Rennen durch die Wälder von Endor.


Wenn es früher hieß, „wer sein Auto liebt – der schiebt“, müßte man heute sagen, „wer sein Smartphone liebt – der läßt es fliegen“. Zumindest dann, wenn die die Idee der PhoneDrone Ethos verwirklicht wird, die im April 2015 in den Blogs zu sehen ist, kurz nach der Patentanmeldung. Kleine Roboter, die das Telefon als ‚Hauptprozessor’ nutzen, gibt es schon länger – z.B. den Polaris (2009), den Romo mit Gummiketten (2011), den Botiful (2012) oder den SmartBot (2013).

Die neue, fliegende Version, die ebenfalls das Smartphone des Benutzers als Gehirn nutzt, stammt von der Firma xCraft aus Sandpoint, Indiana, die schon 2014 mit ihrer X PlusOne Hybrid-Drohne für Aufsehen gesorgt hatte (s.d.). Mit dem Handy als Steuerungsrechner gelingen dem Gerät die Positionsbestimmung per GPS, die Kameraaufnahme (bei Einsatz einer Winkeloptik) und der Empfang des vom Boden ausgehenden WLAN-Signals.

Die PhoneDrone Ethos ist im Grunde eine 350 g schwere Handy-Hülle mit vier Rotoren und einem Akku, in die man das Smartphone nur einschieben muß. Weil in diesem genügend Sensortechnik steckt, ist die Drohne mit 235 $ auch vergleichsweise günstig. Die Flugzeit soll 15 – 20 Minuten betragen, wobei das Fluggerät bis zu 55 km/h schnell werden soll. Mit einem zweiten mobilen Gerät, das der Benutzer hält, kann die Drohne auch in Follow Me-Modus fliegen. Die Propellerarme lassen sich für den Transport einklappen.

Die Kickstarter-Kampagne, die im Oktober 2015 angestoßen wird, erweist sich als sehr erfolgreich, als 1.256 Unterstützer mit 325.952 $ dazu beigetragen, das Projekt zu verwirklichen, bei dem die Erstbesteller nur 195 $ zu zahlen haben. Die Auslieferung erfolgt dann im September 2016.


Eine zeitgleich verlaufende Kampagne der Firma LabRomance Inc. aus Kalifornien zur Finanzierung der Produktion eines ausgesprochen ähnlichen Produkts, dem Living Aerial Bot (LAB), ist dagegen ausgesprochen erfolglos, als das Finanzierungsziel von 50.000 $ mit einem Ertrag von nur 2.893 $ weit verfehlt wird. Experimentelle Einzelmodelle nach dem fleichen Prinzip sollen im Übrigen auch sowohl die University of Pennsylvania als auch die TU Wien konstruiert haben.


Das im Jahr 2015 von Mohamed Ghaith ins Leben gerufene lettisch-ägyptische Start-Up Drofie LLC aus Riga startet im Dezember auf Indiegogo eine Crowdfunding-Kampagne, um eine besonders kleine Selfie-Drohne für die Tasche auf den Markt zu bringen, die zusammenklappbar ist und alles tut, was man von einer App-gesteuerten, smarten Kamera erwartet, wie z.B. das automatische Folgen, eine Lächelerkennung, so daß sie weiß, wann das Bild geschossen werden soll, oder eine Panorama-Aufnahmefähigkeit. Die Drofie wird Frühbestellern für 199 $ angeboten.

Besonders gut kommt das Konzept aber nicht an, denn statt der erhofften 40.000 $ legen die Interessenten kaum 1.500 $ zusammen. Statt dessen kann die Firma im Juni 2016 die Aufmerksamkeit der Schweizer gewinnen – und sich eine Investition in Höhe von 25.000 Schweizer Franken sichern. Es ist also möglich, daß die 140 g leichte und 200 x 100 x 20 mm große Foto-Drohne, die mit ihrem 1.000 mAh Akku neun Minuten in der Luft bleiben kann, doch noch irgendwann auf den Markt kommt.

 


Als nächstes soll der Drohneneinsatz im Bereich von Kunst und Design vorgestellt werden.


Bislang nur als Entwurf existiert ein Drohnen-Flughafen der beiden italienischen Designer Joe Sardo und Federico Bruni, den diese als Infrastrukturkonzept für bestehende und zukünftige Drohnen-Luftlinien entwickelt haben.

Das im Januar 2015 vorgestellte System besteht aus einer Serie von aufgeständerten Kapseln, zu denen die Drohnen autonom navigieren, um sich wieder aufladen zu lassen. Sobald sie landen, umschließt die Kapsel die Drohne sicher, während sie lädt.

Als größeres System können Gegenstände mit Überlänge von Station zu Station geliefert werden, während sich private Nutzer ihren eigenen Landeplatz installieren lassen können, um Lieferungen zu erhalten oder um ihn als ,Garage’ für ihre eigene Drohne zu verwenden.


Aus der flächigen Darstellung als Grafik in eine dreidimensionale Form gebracht – und dann auch noch flugfähig gemacht, wird die aus den Charlie-Brown-Comics berühmte Snoopys fliegende Hundehütte von Otto Dieffenbach und seiner Firma Flyguy Promotions in San Diego, Kalifornien, die er zusammen mit Ed Hanley im Jahr 2010 (?) gegründet hat.

Snoopys fliegende Hundehütte

Snoopys fliegende Hundehütte

Der Videoclip, auf dem zu sehen ist, wie Snoopys Kopf für zusätzlichen Realismus sorgt, da er sich (parallel zur Steuerung) sogar hin und her dreht, erscheint im Juli 2015 in den Blogs.

Der innen sitzende Quadrokopter ist nur von vorn oder hinten zu sehen. Gebaut wurde das Objekt, um sowohl die San Diego Comic-Con als auch den kommenden Peanuts-Film zu fördern.

Flyguy Promotions baut noch eine ganze Reihe weiterer verkleideter Quadrokopter, welche als Star Wars Roboter R2D2, in Form der fiktiven Raum-Zeit-Maschine TARDIS aus der britischen SF-Fernsehserie Dr. Who, als Superhelden und vielen anderen Formen daher kommen bzw. daher fliegen – prophetisch sogar als Mr. Donald Trump. Je nach Komplexität und Material reichen die Preise von 1.000 $ bis über 15.000 $. Beträchtlich günstiger liegen einige Kits, die auf der Homepage der Firma angeboten werden – darunter auch einer für die obige Hundehütte (700 $).


Möglicherweise als ,künstlerisch wertvoller’ betrachtet, werden die Tanz-Drohnen der 2013 gegründeten Firma PRENAV Inc. aus San Carlos in Kalifornien, die im August 2015 in den Blogs zu sehen sind. Um sein „weltweit präzisestes Drohnensystem“ zu zeigen, demonstriert das Unternehmen in einem Video, wie genau seine Drohnen sein können. Jede Drohne bildet einen Punkt in der Luft und wird Teil einer Choreographie aus Licht, mit der sich Formen in den Himmel zeichnen lassen.

Der Hintergrund ist jedoch sachlicher, denn PRENAV hat ein zum Patent angemeldetes Navigationssystem entwickelt, das aus einem Führungsroboter auf dem Boden und einem Luftroboter (Drohne) besteht, die koordiniert zusammenarbeiten, um nahe an Strukturen zu fliegen.

Der Führungsroboter scannt zuerst die Umgebung und verfolgt dann den Flug, teilt der Drohne Positionsaktualisierungen mit und hält sie auch bei Wind und anderen Störungen auf Kurs. Das System wird über eine intuitive Touchscreen-Schnittstelle bedient und benötigt keine manuellen Pilot-Fähigkeiten, was es für  Techniker und andere Personen, die Inspektionen oder Wartungsarbeiten an industriellen Objekten durchführen, leicht nutzbar macht.


Ausschließlich zum ästhetischen Genuß (neben der Firmenwerbung natürlich) zeigt der Chipkonzern Intel Corp. im August 2015 und in Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Futurelab aus Linz eine spektakuläre Darstellung der aktuellen Drohnen-Technologie. Über die verantwortliche SPAXELS GmbH, eine Tochtergesellschaft der Ars Electronica Linz GmbH, hatte ich schon in der Übersicht 2012 berichtet (s.d.).

Bei der aktuellen Intel-Show werden - nach monatelangen Vorbereitungen - 100 kleine Fluggeräte simultan zu der Fünften Sinfonie von Ludwig van Beethoven in den Himmel gestartet – was den Partnern einen Guinness-Weltrekordtitel für die meisten UAVs beschert, die koordiniert zusammen fliegen. Es werden vier Piloten benötigt, die die Steuerung und Überwachung übernehmen. Die Drohnen leuchteten dabei in verschiedenen Farben und zeichneten eindrucksvolle 3D-Bilder in den Nachthimmel.

Die Veranstaltung Drone 100 fand bereits im November des Vorjahres auf dem Flugplatz Ahrenlohe im schleswig-holsteinischen Tornesch, Deutschland, statt, die Aufnahmen wurden jedoch erst jetzt, am Eröffnungstag der diesjährigen CES-Technologiemesse in Las Vegas, gezeigt. Das hier abgebildete Foto zeigt einen ähnlichen Formations-Einsatz über Linz.

BitDrones

BitDrones


An der Grenzfläche zwischen Kunst und Anwendung sind die Prototypen namens BitDrones einzuordnen, die von Forschern des Human Media Lab der kanadischen Queen’s University um Prof. Roel Vertegaal erstmals beim ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST) im November in Charlotte, North Carolina, präsentiert werden. Die Entwickler selbst nennen ihr System Real Reality Interface – als Gegensatz zur Virtual Reality aus dem Rechner.

In diesem Ansatz wird die Augmented Reality eher im Wortsinn umgesetzt: Dem Raum werden reale Bedienelemente und würfelförmige fliegende Pixel für die Interaktion hinzugefügt – aus verkleideten und geschickt choreographierten Quadrokoptern.

Dabei gibt es drei Typen von Interface-Drohnen: PixelDrones tragen eine einzelne, sehr helle LEDs als einzelnes Pixel und ein kleines, touch-emfindliches 1-Bit-Matrix-Display, während DisplayDrones mit einem hochauflösenden, gewölbten Touchscreen, Videokamera und einem Android-Bordcomputer ausgestattet sind. ShapeDrones schließlich sind PixelDrones ohne Display, dafür haben sie eine würfelförmige Hülle aus Gaze, deren Rahmen aus dem 3D-Drucker stammt.

Aus vielen solcher ShapeDrones als Voxel – also Raumpixeln – sollen in der Luft einmal komplexe 3D-Modelle entstehen, auch wenn der jetzt vorgestellte Prototyp eine noch überschaubaren Anzahl von Flugobjekten umfaßt. Die Drohnen aller Typen sind mit Reflexionsmarkern ausgestattet, damit ein externes Motion-Capturing-System sie im Flug zu identifizieren und ihre Position genau erfassen kann.

In einem Video wird ein Anwendungsfall für das fliegende Interface skizziert: Über eine Handvoll PixelDrones, die eine Ringstruktur bilden, wählt der Anwender eine Datei aus einem Verzeichnis aus. Die Datei enthält ein 3D-Modell, das eine paar ShapeDrones abstecken. Der Nutzer bearbeitet das Modell, indem er die fliegenden Pixel greift und an die gewünschte Position schiebt – Drag & Drop im Wortsinn. Dabei bedient er sich verschiedener Multitouch-Gesten; eine in greifbarer Nähe fliegende DisplayDrone steht als Kontextmenü zur Verfügung.

Drones World Tour

Drones World Tour


Die britische Rockband Muse, die 2015 ein Album mit dem Titel Drones herausgebracht hat, startet im Mai dieses Jahres in Norwich zu ihrer Drones World Tour, bei deren Shows Drohnen über das Publikum fliegen sollen.

Erstmal umgesetzt wird dies im November in Mexico City zu Beginn des Nordamerika-Tour. Die Show beginnt mit sphärischen Drohnen, die von einer Art Raumstation unter dem Arenadach gestartet werden und später im Laufe des Konzerts wieder erscheinen.

Ausgereift scheint das Ganze aber nicht zu sein, denn zwei Konzerte in San Diego und Las Vegas müssen aufgrund von technischen und logistischen Problemen neu geplant werden, während bei einem Konzert in Detroit mehrere Drohnen gleichzeitig ausfallen.


Im Dezember gibt eine künstlerische Umsetzungen, bei der Drohnen eine ganz besondere tragende und fliegende Rolle spielen. Dabei handelt es sich um einen Werbespot für die japanische Online-Modehandlung Buyma.

Wie in dem Video ,A kind drone’ gezeigt wird, kann man Schwanensee auch ganz ohne Tutu oder ein sonstiges Kostüm tanzen – wobei der Zuschauer dank fliegender Unterstützung trotzdem nicht alles zu sehen bekommt.

Eine Ballerina und ein Balletttänzer, beide völlig nackt, tanzen zu einem Remix aus Peter Tschaikowskis Ballettmusik, wobei vier Quadrokopter dafür sorgen, daß bestimmte Körperstellen verborgen bleiben. An den Fluggeräten ist als ,Feigenblattersatz’ jeweils ein weißes Blatt Papier befestigt. Die Geräte fliegen während der Performance immer so, daß die Tabuzonen bei den Tänzern aus der Perspektive der Kamera verborgen bleiben. Lediglich von hinten sind die beiden zwischendurch splitternackt zu sehen.

Drohnen-Langzeitaufnahme

Langzeitaufnahme


Ebenfalls im Dezember  veröffentlicht der deutsche Drohnenhersteller Ascending Technologies das angeblich welterste, echte Drohnen-Light-Painting-Video. Echt, weil die Visualisierungen „keine künstlich generierten Kompositionen, sondern echte Aufnahmen der durchgeführten Drohnenflüge“ sind, wie das Unternehmen schreibt.

Um die erstaunlich präzisen Lichtmalerei-Motive an den Himmel zu zeichnen, wird eine modifizierte Falcon 8 Drohne mit einer starken LED ausgestattet und ihre Flug mit Hilfe der Spezialsoftware des Unternehmens AscTec Navigator kontrolliert. Der Weihnachtszeit entsprechend handelt es sich bei den Motiven um einen Weihnachtsmann mit Schlitten und Rentieren, ein Geschenk mit Schleife, Weihnachtsgruß-Schriftzüge und eine Schneeflocke.

Für die abgebildete Langzeitaufnahme eines Weihnachtsbaums mit Stern kreisen zwei Drohnen mit zwei verschieden eingefärbten LEDs gleichzeitig in der Luft, wobei die Gesamtflugzeit dieser Zeichnung acht Minuten beträgt.


Zum Abschluß sei darauf verwiesen, daß es natürlich auch in diesem Jahr diverse Drohnen-Fotos gibt, die von Dronestagram o.a. als Favoriten-Listen veröffentlicht werden – ebenso wie zunehmend mehr Auszeichnungen für derart gemachte Aufnahmen vergeben werden.

 

Weiter mit den Elektro- und Solarfluggeräten...